Islam-Investments: Anlegen mit Allahs Segen

Islam-Investments: Anlegen mit Allahs Segen

, aktualisiert 22. Januar 2013, 14:00 Uhr
von Andreas Toller

Seit Jahren wird dem Markt für islam-konforme Geldgeschäfte viel Potenzial zugesprochen. Die Methoden haben ihre Stärken – auch für Nicht-Muslime. Was interessierte Anleger wissen sollten.

Beim Blick auf die 15 größten Staatsfonds der Welt nach Anlagevolumen fällt vor allem eines auf: Neben den Fondsriesen aus Fernost – allem voran China – dominiert die Gruppe der islamischen Staaten. Allein die sechs größten arabischen Staatsfonds aus Abu Dhabi, Saudi-Arabien, Kuwait und Co. verfügen über ein Anlagevolumen von rund 1700 Milliarden Dollar. In den vergangenen Jahren sind sie hierzulande immer wieder durch hohe Beteiligungen an westlichen Unternehmen und Konzernen aufgefallen. Auch große deutsche Konzerne wie Volkswagen oder Daimler begrüßten die Geldgeber als Großaktionäre.

Islamische Investitionen spielen eine immer größere Rolle in der Finanzwelt. Weltweit wird die Zahl der Muslime auf mehr als 1,6 Milliarden Menschen geschätzt, so die Zahlen des World Muslim Population Report der Universität von Puerto Rico für das Jahr 2010. Rund ein Viertel der Weltbevölkerung gehört damit dem Islam an. Und damit ist auch klar, dass der Markt für Geldanlagen, die dem islamischen Recht – der Scharia – entsprechen, immens groß ist. Das Global Islamic Finance Magazine zitiert den Politiker und Finanzbotschafter Nazrin Shah aus Malaysia– dem führenden Finanzzentrum für Islamic Banking – mit der Schätzung, dass das global verwaltete Vermögen in diesem Bereich inzwischen rund 1,2 Billionen Dollar betrage. Nazrin erinnerte aber daran, dass der Markt noch einen weiten Weg vor sich hat: "Wir sollten nicht vergessen, dass trotz des sehr starken Starts das islamische Finanzsystem noch immer ‘work-in-progress‘ ist."

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Denn der Markt für Islam-konformes Investieren ist noch vergleichsweise jung. Erst in den 70er Jahren entstand die erste Islam-Bank. Heute sind es nach Schätzungen immerhin mehr als 300 islamische Finanzinstitute in 75 Ländern. Auch internationale Banken wie HSBC, Citibank, Standard Chartered, Deutsche Bank, BNP Paribas oder ABN Amro mischen bei Islamic Finance mit.

Abseits der ausgetretenen Pfade der klassischen Finanzwelt hat sich so ein Markt für einen alternativen Umgang mit Geld entwickelt. Denn unabhängig vom religiösen Hintergrund dieser Finanzwelt, hat Islamic Finance durchaus ihren eigenen Charme. Das liegt in seinen Regeln begründet, die vor allem sagen, was nicht erlaubt ist.

Zinsverbot und ethische Grundsätze

Damit ein Investment als Scharia-konform gilt, müssen anerkannte Islam-Gelehrte jedem Finanzprodukt oder Finanzdienstleistung die Einhaltung strenger Regeln attestieren und sie als „halal“, also erlaubt, einstufen. Zu diesen Regeln gehört in erster Linie das Zinsverbot des Koran. Gemäß der zweiten Sure des Koran ist es Muslimen verboten, Zinsen zu erheben oder zu bezahlen. Außerdem dürfen keine Geschäfte getätigt werden mit Unternehmen, die ihr Geschäft mit Alkohol, Tabak, Waffen, Schweinefleisch, Glückspiel oder Pornografie bestreiten.

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Quelle: dpa

Es gibt noch weitere Einschränkungen: Im islamischen Finanzmodell gilt das Gebot der Risikoteilung. Deshalb müssen die Finanzprodukte und -dienstleistungen im Islamic Banking so konzipiert sein, dass es einen Gewinn für die Übernahme eines finanziellen Risikos gibt. Hohe Verschuldung ist ebenso verpönt wie Spekulation, Investitionen sollen der Gemeinschaft dienen.

Diese Grundsätze haben weitreichende Folgen: Muslime, die sich daran halten wollen, dürfen ebenso wenig in Aktien von Rüstungskonzernen investieren, wie in Banktitel, die von guten Zinsgeschäften profitieren. Selbst die hierzulande so beliebten sicheren verzinsten Sparkonten, gängige Anleihen-Investments oder die Aufnahme von verzinsten Krediten bleiben praktizierenden Moslems wegen des Zinsverbots verwehrt. Sogar Versicherungen und Immobilienfinanzierungen sind unter diesen Vorgaben problematisch.

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