Italienische Krisenbanken: Veneto-Banken vor der Zerschlagung

Italienische Krisenbanken: Veneto-Banken vor der Zerschlagung

, aktualisiert 24. Juni 2017, 14:35 Uhr
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Die Veneto Banca wird voraussichtlich zerschlagen.

Die EZB hat die Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza als nicht überlebensfähig eingestuft. Der italienische Ministerpräsident garantiert den Kunden ihre Ersparnisse.

Die beiden italienischen Krisenbanken, Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza, werden aller Voraussicht nach zerschlagen. Die EU-Kommission gab am Freitag vorläufig grünes Licht für einen Plan der italienischen Regierung, die zwei regionalen Geldhäuser aus dem Veneto unter Einsatz von Staatshilfen nach heimischem Insolvenzrecht abzuwickeln. Die EZB-Bankenaufsicht stufte die beiden Geldhäuser als wahrscheinlich nicht mehr überlebensfähig ein. Der italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni hat am Samstag den Kunden zweier italienischer Banken ihre Ersparnisse garantiert, die wegen Überschuldung abgewickelt werden sollen. Er sagte im italienischen Rundfunk: „Die Garantie bezüglich Sparern und Kontoinhabern ist eine Garantie, die ich voll und ganz bestätigen kann.“

Popolare di Vicenza und Veneto Banca Italienische Krisenbanken finden Käufer

Die Großbank Intesa Sanpaolo ist bereit, die gesunden Teile der beiden Kriseninstitute Popolare di Vicenza und Veneto Banca zu übernehmen. Doch die Käuferbank stellt zahlreiche Bedingungen.

Die Großbank spielt eine Schlüsselrolle bei der Rettung der italienischen Kriseninstitute. Quelle: Reuters

Die italienische Großbank Intesa Sanpaolo hatte sich bereits unter Bedingungen zu einer Übernahme der gesunden Teile der Geldhäuser für einen symbolischen Preis bereit erklärt. "Die EU-Regeln für Staatshilfen erlauben in derartigen Situationen die Möglichkeit, staatliche Unterstützung zu geben", erklärte die EU-Kommission. Sie führe konstruktive Gespräche mit den italienischen Behörden. Gute Fortschritte seien erzielt worden, sehr bald eine Lösung zu finden. Italien bemüht sich bereits seit Monaten um die beiden angeschlagenen Banken, die zuletzt etwa insgesamt 6,4 Milliarden Euro frisches Kapital benötigten. Ein erster Plan, die erforderlichen Gelder bei Investoren einzusammeln, war aber gescheitert.

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Einem Insider zufolge sollen nun mit einem Samstag zu verabschiedenden Noterlass der Regierung die Voraussetzung für einen Verkauf der gesunden Teile der Geldhäuser an Intesa geschaffen werden. Die Zweigstellen der Institute könnten dann am Montagmorgen regulär arbeiten. Einzelheiten der Transaktion würden in den kommenden Tagen bekannt gegeben, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person. Laut früheren Informationen von Insidern sollen die faulen Kredite der zwei Kriseninstitute in eine "Bad Bank" eingebracht werden, die teilweise mit Steuergeldern finanziert werden soll. Inhaber nachrangiger Anleihen und Aktionäre müssten einen Teil der Kosten tragen.

EU Italien kündigt weitere Gespräche über Rettung zweier Banken an

Im Ringen um Staatshilfen für die beiden italienischen Krisenbanken Popolare di Vicenza und Veneto Banca ist bislang keine Lösung in Sicht.

Italien kündigt weitere Gespräche mit EU über Rettung zweier Banken an Quelle: dpa

Auf die italienischen Steuerzahler kommt voraussichtlich dennoch eine saftige Rechnung zu. Angesichts eines erheblichen Bestandes an faulen oder riskanten Krediten in den Büchern werde die Regierung wahrscheinlich fünf Milliarden Euro zuschießen, sagte ein Banker. Einigen italienischen Medien zufolge könnte sich die Summe sogar auf zwölf Milliarden Euro belaufen. Italiens Regierung will mit aller Macht verhindern, dass die neuen europäischen Regeln zur Bankenabwicklung greifen, da dann anders als beim jetzigen Plan auch auf Inhaber großer Sparguthaben und vorrangiger Anleihen Verluste zukommen würden.

Der Druck auf die Regierung in Rom war zuletzt deutlich gestiegen. Denn die Rettung der spanischen Banco Popular durch die Großbank Santander hatte Argumente geliefert, um nun auch in Italien die neuen Regeln einzusetzen. Die Regierung nutzt deshalb eine Ausnahme in den Vorschriften, die routinemäßige Insolvenz-Verfahren bei solchen Banken gestattet, die nicht als systemisch wichtig eingestuft werden. Das Vorgehen liegt dann in den Händen der einzelnen Mitgliedsstaaten.

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