KfW prüft Negativzinsen: Bekommen Schuldner bald Geld von der Bank?

KfW prüft Negativzinsen: Bekommen Schuldner bald Geld von der Bank?

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Die KfW will ihre Computer so umstellen lassen, dass sie auch mit Negativzinsen arbeiten können

von Mark Fehr

Die staatliche Förderbank KfW lässt eine Bombe platzen: Sie will sich darauf vorbereiten, Kredite mit negativen Zinsen ausgeben zu können. Das würde die Spar- und Schuldenkultur in Deutschland auf den Kopf stellen.

Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ist um eine groteske Nebenwirkung reicher. So will die staatliche Förderbank KfW ihre Buchhaltung und IT-Systeme auf ein Szenario negativer Schuldzinsen vorbereiten. Das kündigte KfW-Chef Ulrich Schröder auf der heutigen Pressekonferenz zum Jahresergebnis 2014 an.

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Im Klartext heißt das: Wer sich über Geschäftsbanken mit öffentlich subventionierten KfW-Krediten etwa für die energieeffiziente Sanierung seines Eigenheims eindeckt, könnte dafür zur Belohnung bald Zinsen kassieren. Eine verkehrte Welt in einem Wirtschaftssystem, in dem es schon immer als selbstverständlich galt, dass Gläubiger von ihren Schuldnern eine Gegenleistung für das geliehene Geld verlangen.

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KfW-Chef Schröder begründet die ungewöhnliche Überlegung unter anderem mit der Niedrig- und Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Diese führt dazu, dass Anleger und Investoren mittlerweile eine Gebühr dafür zahlen, ihr Geld in sicheren Häfen anlegen zu können. Einer dieser Häfen ist die Notenbank selbst, die unbegrenzt Geld schöpfen und daher nie technisch pleitegehen kann. Die EZB berechnet mittlerweile auch schon negative Einlagezinsen, wenn Geschäftsbanken Geld bei ihr parken.

Computersysteme können nicht mit Negativzinsen arbeiten

Weitere sichere Häfen für Investoren sind Staaten mit guter Bonität, etwa Deutschland, oder öffentliche Institutionen, die sich einer Garantie durch bonitätsstarke Regierungen erfreuen können. Das trifft auf die KfW zu, für die der deutsche Staat und letztlich die Steuerzahler bürgen. Wegen der öffentlichen Garantie drängen Investoren der KfW das Geld regelrecht auf. Wegen des Überangebots kann das Förderinstitut von seinen Gläubigern eine Art Aufbewahrungsgebühr verlangen, also negative Zinsen erheben. Eine verkehrte Welt.

Gibt die KfW den Vorteil aus dem Negativzins nun an Bürger und Unternehmer weiter? Zumindest will sie sich technisch und juristisch in die Lage versetzen, diesen Vorteil irgendwann einmal weiter geben zu können. Denn noch kommen die Computersysteme der Bank nicht mit negativen Zinsen für das Darlehensgeschäft klar. Sie wurden einfach nicht für die verkehrte Spar- und Schuldenwelt programmiert. Gleiches gilt für die Geschäftsbanken, mit denen die KfW kooperiert und über die das Förderinstitut seine subventionierten Kredite etwa für den Wohnungsbau an die Endkunden weiter gibt. Noch ist also gar nicht klar, ob die private Bankenwelt mitziehen kann.

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