"King of Oil": Legendärer Rohstoffhändler Marc Rich ist tot

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"King of Oil": Legendärer Rohstoffhändler Marc Rich ist tot

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Der "King of Oil" starb im Alter von 78 Jahren.

Er wurde vom FBI gejagt und ist mit Rohstoffen reich geworden. Der "King of Oil", Marc Rich, ist gestorben. Der Gründer des Rohstoffriesen Glencore soll in Israel beigesetzt werden.

Der legendäre und umstrittene Schweizer Rohstoffhändler Marc Rich ist tot. Er starb am Mittwoch mit 78 Jahren an den Folgen eines Hirnschlags in einem Krankenhaus in Luzern, wie die Jüdische Liberale Gemeinde Zürich bestätigte. Rich, in Branchenkreisen "King of Oil" genannt, gilt als Pionier des modernen Rohstoffgeschäfts. Der international tätige Investor machte mit Rohstoffgeschäften ein Milliardenvermögen. 1974 gründete er das Unternehmen "Marc Rich + Co AG", aus dem später der Rohstoffriese Glencore hervorging. Er baute das Unternehmen zum größten Rohstoffhändler der Welt aus.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

  • Xstrata+Glencore

    Mit einem Umsatz von 110,3 Milliarden Euro ist Glencore schon heute einer der größten Rohstoffkonzerne der Welt. Durch die Fusion mit dem zweitgrößten Schweizer Rohstoffkonzern Xstrata erreicht der neue Konzern einen Börsenwert von rund 80 Milliarden Dollar. Damit entsteht ein neuer Rohstoffriese.

  • Rio Tinto

    Der multinationale Konzern gehört nicht nur zu den weltweit führenden Unternehmen beim Abbau von Kohle, Diamanten und Kupfer - auch in der Aluminiumproduktion ist der Konzern Weltmarktführer. Der Börsenwert wird auf 93,7 Milliarden Dollar geschätzt.

  • Vale

    Der brasilianische Rohstoffriese kontrolliert 35 Prozent des Eisenerz-Marktes, vor allem mit Exporten aus dem Heimatland. Der Börsenwert wird auf 105,9 Milliarden Euro taxiert. Neben dem Rohstoffgeschäft gehört das Unternehmen zu den führenden Logistikkonzernen Brasiliens.

  • BHP Billiton

    Der australische-britische Rohstoffriese ist ein begehrtes Übernahmeziel der Konkurrenz. Rio Tinto und Chinalco waren an einer Übernahme interessiert, doch das Geschäft platzte. Mit einem Börsenwert von 153,9 Milliarden Euro ist BHP Billiton heute der wertvollste Rohstoffkonzern der Welt.

  • China Shenhua

    Der chinesische Rohstoffkonzern ist der zweitgrößte Kohleproduzent der Welt. Durch Übernahmen im Energiesektor ist der Börsenwert des größten asiatischen Rohstoffunternehmens auf 65,5 Milliarden Dollar angewachsen.

  • Anglo American

    Gold, Diamanten, Platin - der britisch-südafrikanische Rohstoffkonzern hat sich vor allem auf edle Rohstoffe spezialisiert. Aber auch Kohle, Eisen und weitere Industriemetalle gehören zum Portfolio des Konzerns. Der Börsenwert beträgt rund 45 Milliarden Euro.

Anfang der 80er-Jahre geriet Rich ins Visier der US-Behörden, unter anderem wegen Steuerhinterziehung und illegalen Ölhandels mit dem Iran. 1983 floh er wegen einer Anklage in die Schweiz: Ein US-Bundesgericht hatte ihn in mehr als 50 Fällen wegen Betrugs, organisiertem Verbrechen, unerlaubtem Handel mit dem Iran und Steuerhinterziehung in Höhe von mehr als 48 Millionen Dollar schuldig gesprochen. Dafür hätte er mehr als 300 Jahre ins Gefängnis gemusst. Lange Zeit stand Rich auf der „Most-Wanted“-Liste des FBI. US-Präsident Bill Clinton begnadigte ihn 2001 kurz vor Ende seiner Amtszeit. Die Schweizer Behörden hatten bis dahin eine Auslieferung Richs wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe abgelehnt.

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Anfang der 90er-Jahre stieg Rich mit dem Kauf der Firma Südelektra auch ins Geschäft mit Minen, Schmelzen und Raffinerien ein, um direkten Zugang zu Rohstoffen sicherzustellen und an der Wertschöpfungskette zu verdienen. Glencore fusionierte erst letztes Jahr mit Xstrata. Der Sprecher des Rohstoff-Milliardärs sagte, dass Rich an diesem Donnerstag in Tel Aviv beigesetzt werden solle.

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