Kontoüberziehung: Finanztest kritisiert Abzocke mit Dispozinsen

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Kontoüberziehung: Finanztest kritisiert Abzocke mit Dispozinsen

, aktualisiert 20. August 2013, 15:07 Uhr
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Die Stiftung Warentest kritisiert die Banken für deren Abzocke mit Dispozinsen.

Quelle:Handelsblatt Online

Im Schnitt verlangen Banken mehr als elf Prozent für Überziehungskredite. Deutlich zu viel, kritisiert die Stiftung Warentest. Die höchsten Zinsen zahlen Kunden bei kleinen Instituten. Die Volksbanken wehren sich.

Viele Banken und Sparkassen in Deutschland kassieren von ihren Kunden für die Überziehung des Girokontos noch immer Zinssätze im zweistelligen Bereich. Das hat eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergeben.

Ein flächendeckender Vergleich unter 1538 Instituten habe gezeigt, dass die Geldhäuser derzeit Dispozinsen von im Schnitt 11,31 Prozent verlangten, berichtet die Stiftung in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift „Finanztest“. Sich selbst hingegen könnten Banken und Sparkassen derzeit bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einem historisch niedrigen Zinssatz von 0,5 Prozent Geld leihen.

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Die „größten Abzocker“ unter den Banken und Sparkassen in Sachen Dispozinsen seien oft kleine Institute auf dem Land, berichtete „Finanztest“. Viele von diesen Geldhäusern nutzten „ihre Vormachtstellung“ aus und verlangten teils „deutlich mehr als 13 Prozent“.

Insgesamt 119 Geldhäuser verlangen demnach 13 Prozent und darüber. Die höchsten Dispozinssätze hätten die Raiffeisenbank Taufkirchen-Oberneukirchen in Bayern und die Volksbank Feldatal in Hessen mit jeweils 14,75 Prozent verlangt.

Insgesamt hätten die Tester Zinsunterschiede „von mehr als zehn Prozent“ zwischen Deutschlands Banken und Sparkassen ermittelt, berichtete „Finanztest“. Angesichts der niedrigen Marktzinsen aber, zu denen sich die Institute mit Geld versorgen könnten, sollten Dispozinssätze „zurzeit klar unter zehn Prozent liegen“.


Es gibt auch faire Angebote

Einzelne Institute zeigten, dass es möglich sei, Kunden günstige Zinssätze für die Überziehung zu berechnen, berichtete „Finanztest“. Beispiele seien die VR-Bank Uckermark Randow mit einem Zinssatz von 4,2 Prozent für ein bestimmtes Kontomodell sowie die Deutsche Skatbank mit 5,25 Prozent für ein Girokonto, das über das Internet geführt wird.

Die Stiftung Warentest beklagte mangelnde Transparenz der Banken. Über zwei Drittel der Institute hätten auf telefonische Anfrage die Dispozinsen nicht nennen wollen. Bei 519 dieser Verweigerer hätte man die Überziehungszinsen im Internet recherchieren könnten.

Zu den übrigen 606 Banken habe man Tester geschickt, die den Preisaushang im Schaufenster fotografiert hätten. Bei 26 Instituten reichte auch das nicht, dort waren die Konditionen für Dispokredite überhaupt nicht zu erfahren.

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