Kreuzfahrtschiff geht baden: Traumschiff-Mehrheitsgesellschafter hält Insolvenz für realistisch

exklusivKreuzfahrtschiff geht baden: Traumschiff-Mehrheitsgesellschafter hält Insolvenz für realistisch

von Annina Reimann

Der Mehrheitsgesellschafter des Traumschiffs MS Deutschland hat auf einer Versammlung den baldigen Bankrott der Betreibergesellschaft nicht ausgeschlossen. Eine Verschrottung des Schiffs brächte nur 4,5 Millionen Euro.

"Die Insolvenz am 18. Dezember ist bei der aktuellen Struktur meines Erachtens nicht unrealistisch", sagte Olaf Meier, Geschäftsführer von Callista Private Equity, am heutigen Mittwoch auf einer Informationsveranstaltung vor rund 70 Gläubigern. Im Januar hatte Callista die Mehrheit an der MS Deutschland Holding und damit an der MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH übernommen, zu der sowohl die Reederei Peter Deilmann als auch das Kreuzfahrtschiff gehören.

Meier will das Traumschiff nun finanziell restrukturieren und möchte deswegen, dass die Gläubiger, die der Beteiligungsgesellschaft über eine Anleihe 50 Millionen Euro geliehen haben, ihre Zinsansprüche von Mitte Dezember an stunden und vorübergehend auf ihre Kündigungsrechte verzichten. Die Zinsbelastung verhindere dringend nötige Investitionen in das Schiff. Das Problem sei die Anleihe. Falls das „Restrukturierungsvorhaben“ nicht gelinge, so Meier, könne er die Insolvenz nicht ausschließen. Die Anleihe am Ende der Laufzeit 2017 zurückzuzahlen, sei seines Erachtens jedenfalls „nicht möglich“.

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Callista setzt den Gläubigern damit das Messer auf die Brust: Ihre Anleihe ist mit dem Schiff besichert. Für das Traumschiff jedoch, so Meier, gebe es derzeit „keinen Markt“. Seit vier Jahren habe die Gesellschaft keine Kaufangebote für das Schiff mehr erhalten. Zum Zeitpunkt der Anleihebegebung war noch die Rede von einem Wert von 100 Millionen Dollar. Meier zufolge brächte selbst eine Verschrottung den Anleger nicht das gewünschte Kapital ein: brutto liege der Materialwert des Schiffes bei rund zwölf Millionen Euro. Nach Kosten für die Verschrottung blieben womöglich nur 4,5 Millionen übrig.

Ins Spiel brachte Meier deswegen einen Debt-to-Equity-Swap, bei dem Schulden in Aktien getauscht werden. Sein Plan sieht laut seiner Präsentation vor, dass das Traumschiff schon im ersten Halbjahr 2015 an die Börse gehen könnte. Callista würde nach erfolgreicher Sanierung „vier bis fünf Millionen Euro frisches Geld ins Eigenkapital investieren“, sagte Meier.

Callista hatte am heutigen Mittwoch zu einer Gläubigerversammlung eingeladen, die jedoch aufgrund zu geringer Präsenz nicht beschlussfähig war. Laut Gesetz müssen 50 Prozent der ausstehenden Schuldverschreibungen angemeldet sein, vor Ort waren allerdings nur 44,01 Prozent der Stimmen vertreten. Dennoch stand Meier den Gläubigern mehrere Stunden Rede und Antwort. Die zweite Gläubigerversammlung soll nun am 12. November 2014 in München stattfinden.

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