Krisenstrategien: So kommt Ihr Depot sicher über den Urlaub

Krisenstrategien: So kommt Ihr Depot sicher über den Urlaub

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Wer vor dem Urlaub geschickte Orders abgibt, kann die Ferien entspannt genießen.

von Katharina Schneider

Wer als Anleger auf Wertpapiere setzt und eine kurzfristige Strategie verfolgt, muss derzeit beinahe täglich agieren. Doch mit geschickten Orders kann sich der Anleger für Kurseinbrüche wappnen und sogar Chancen nutzen.

Endlich Ferien, endlich Urlaub, den Alltag hinter sich lassen. Das klingt verlockend, doch bevor es losgeht, sollten Anleger noch einen Blick in ihr Depot werfen. Die Unsicherheit an den Märkten ist groß, was wird aus der Euro-Zone, wie entwickelt sich die weltweite Konjunktur? Da knicken selbst Standardwerte in einer Woche schon mal um mehrere Prozentpunkte ein. Doch wer sich gut vorbereitet, muss keine Angst vor bösen Überraschungen haben.

„Selten waren die Aktien- und Anleihemärkten so volatil wie in den vergangenen Monaten“, sagt René Ilius, Teamleiter Daytrading bei Cortal Consors. Wer längere Zeit keinen Zugriff auf sein Depot hat, sollte seine Werte deshalb absichern. Das gilt besonders für Anleger, die eine eher kurzfristige Strategie verfolgen. „Profis machen das schon lange, aber bei den Amateuren müssen wir noch Aufklärungsarbeit leisten“, sagt der Fachmann. In den Depots der Kunden von Cortal Consors sind gerade mal fünf Prozent der Orders mit Absicherungslimits versehen.

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Arten von Kauf- und Verkauforders

  • Bestens

    Bei dieser unlimitierten Order werden die Aktien ohne weitere Bedingungen zum nächstmöglichen Preis verkauft.

  • Billigst

    Gibt der Anleger die Order billigst, werden die Aktien ohne weitere Bedingungen zum nächstmöglichen Preis gekauft.

  • Limit

    Der Anleger nennt für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren einen Höchst- oder Mindestkurs. Ober- oder unterhalb dieser Grenze werden dann keine Aktien geordert.

  • Stop-Buy-Order

    Der Anleger kann eine Grenze angeben, oberhalb der Aktien gekauft werden sollen. Ohne weiteren Zusatz erfolgt die Order zum nächstmöglichen Preis.

  • Stop-Buy-Limit

    Zusätzlich zur Grenze, ab der Aktien gekauft werden sollen, kann der Anleger auch ein Limit für den maximalen Preis angeben.

  • Trailing-Stop-Buy

    Ein Trailing Stop-Buy basiert auf einer Stop-Buy-Order. Es wird also ein Kurs festgesetzt, bei dem gekauft werden soll. Allerdings passt sich der Stop-Buy automatisch an, wenn der Kurs fällt.
    Ein Beispiel: Bei einem aktuellen Kurs von 100 Euro wurde der Trailing-Stop-Buy auf 110 Euro festgesetzt. Fällt dann der Kurs auf 95 Euro, fällt auch der Stop-Buy auf 105 Euro. Der Abstand zwischen Kurs und Stop-Buy wird also beibehalten. Er kann in Euro oder Prozent angegeben werden.

  • Stop-Loss-Order

    Sobald ein bestimmter Kurs unterschritten wird, werden die Aktien verkaufen. Ohne weiteren Zusatz erfolgt die Order zum nächstmöglichen Preis.

  • Stop-Loss-Limit

    Will der Anleger unterhalb einer bestimmten Grenze Aktien verkaufen, jedoch nicht jeden Preis zahlen, kann er die Stop-Loss-Order auch mit Limit einrichten.

  • Trailing-Stop-Loss

    Analog zur Stop-Loss-Order wird auch beim Trailing Stop-Loss ein Kurs festgesetzt, bei dem Aktien verkauft werden sollen. Dieser Stop-Loss wird bei steigenden Kursen jedoch automatisch angepasst.
    Ein Beispiel: Bei einem aktuellen Kurs von 100 Euro wurde der Trailing-Stop-Loss auf 90 Euro festgesetzt. Steigt dann der Kurs auf 105 Euro, steigt auch der Stop-Loss auf 95, der Abstand zwischen Kurs und Stop-Loss wird also beibehalten. Er kann in Euro oder Prozent angegeben werden.

  • One-Cancels-Other-Order

    Bei einer Order nach dem Prinzip One-Cancels-Other werden quasi zwei Orders abgegeben. Damit ist der Anleger gleichzeitig für steigende und fallende Kurse gerüstet. Das Stop-Limit sichert den Anleger bei einem Kurssturz ab und mit dem oberen Verkaufslimit kann er sich auf einen Kurs festlegen, bei dem er Gewinne mitnehmen möchte.

Die einfachste Möglichkeit, um sich gegen Kursverluste abzusichern, ist eine Stop-Loss-Order. Sobald der Kurs unter einen bestimmten Wert sinkt, werden die Wertpapiere zum bestmöglichen Preis verkauft. „Bei vielen Anlegern herrscht jedoch der Irrglaube, dass die Aktien tatsächlich bei genau jenem Kursstand verkauft werden, der als Stop-Grenze angegeben wurde“, sagt Richard Dittrich, Leiter der Kundenbetreuung bei der Börse Stuttgart. Tatsächlich müsse man jedoch gerade bei wenig liquiden Werten damit rechnen, beim Verkauf einen geringeren Kurs zu erhalten.

„Es ist ratsam, Limits nicht bei glatten Zahlen zu setzen“, sagt Dittrich. Sonst könne es passieren, dass viele Anleger den gleichen Stop gesetzt haben und man durch den dadurch resultierenden hohen Umsatz nicht zum gewünschten Kurs rauskommt. Wer keinesfalls zu einem schlechteren Preis verkaufen möchte, muss zusätzlich ein Limit angeben. Also zum Beispiel: Verkaufen, sobald die Grenze von neun Euro unterschritten wurde, aber nur bis zu einem Wert von 8,50 Euro.

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