Krisenwährung: Warum der Goldpreis wieder fällt

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Krisenwährung: Warum der Goldpreis wieder fällt

Comeback vorerst gescheitert, Zukunft ungewiss: Während die Börse boomt, ist der Goldpreis wieder unter Druck. Wie geht es weiter?

Ebbe im sicheren Hafen: Die Aktienmärkte boomen, um Gold machen Anleger einen Bogen. In den vergangenen Tagen fiel der Preis für das Edelmetall mit 1240 US-Dollar pro Feinunze (etwa 31 Gramm) auf den tiefsten Stand seit vier Monaten. Die Hoffnung auf ein Comeback nach dem Horrorjahr 2013, als die Rally abrupt endete und Gold 28 Prozent einbüßte, sind vorerst verflogen. Nach vielversprechendem Jahresauftakt ist der Preis trotz leichter Erholung zum Wochenende seit Anfang März um etwa 100 Dollar gefallen.

„Die große Langeweile“ herrsche am Goldmarkt, sagt ein Rohstoffhändler. Die Preisausschläge waren zuletzt so gering wie seit fast 14 Monaten nicht mehr, die Wetten auf die künftige Preisentwicklung haben den tiefsten Stand seit fünf Jahren erreicht. Mit anderen Worten: Gold interessiert Investoren momentan nicht. Die großen institutionellen Fonds, die mit dem Edelmetall spekulieren, bauen ihre Bestände seit Monaten ab.

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Die Gründe liegen auf der Hand: Gold gilt als Wertspeicher bei Hyperinflation und als Krisenschutz beim Crash. Doch obwohl die großen Notenbanken das Finanzsystem mit billigem Geld fluten, überwiegt derzeit die Angst vor einem breiten Preisverfall - von galoppierender Teuerung oder Verwerfungen der Weltwirtschaft keine Spur.

Experten erklären den jüngsten Goldpreisverfall auch mit der schwindenden Sorge vor einer Eskalation der Ukraine-Krise. Die Entwicklung werde nur noch als lokaler Konflikt wahrgenommen, für den Investoren keinen Bedarf an „sicheren Anlagehäfen“ sehen. Analystin Barbara Lambrecht von der Commerzbank erkennt noch einen weiteren Grund für den Preisrutsch: „Chinas sehr schwache Nachfrage nach Gold.“

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Die asiatischen Schwellenländer-Riesen China und Indien haben sich längst zu treibenden Kräften am Goldmarkt entwickelt. Eben deshalb bleibt Lambrecht optimistisch: „In der zweiten Jahreshälfte dürfte der Goldpreis dank einer Belebung der Nachfrage in Indien und China sowie der Investmentnachfrage im Westen wieder zulegen.“ Laut Thorsten Proettl von der LBBW überwiegen aber vorerst die belastenden Faktoren: „Hierzu gehört die durch die Geldschwemme befeuerte Hausse am Aktienmarkt.“

Ole Hansen von der Saxo Bank pflichtet bei: „Gold zeigt zwar schon Anzeichen des Überverkaufs, doch es könnte noch weiter nach unten gehen.“ Mit dem Wiedererstarken der US-Wirtschaft dürfte das Edelmetall weiter an Attraktivität verlieren. Martin Siegel vom Edelmetall-Fondsanbieter Stabilitas sagt: „Am Ende kommt es drauf an, wie groß das Interesse der Zentralbanken und der Großbanken an einem niedrigen Preis ist.“

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