Lloyd Blankfein: Goldman Sachs umgeht Bonusregelung

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Lloyd Blankfein: Goldman Sachs umgeht Bonusregelung

Die Bonus-Beschränkungen machen Banker erfinderisch. So genehmigte sich beispielsweise der Chef der US-Großbank Goldman Sachs zehn Prozent mehr Boni, als noch im Vorjahr. Und das trotz schlechter Zahlen.

Die EU hat dem Treiben gieriger Banker einen Riegel vorgeschoben - zumindest hat sie es versucht. Die leistungsabhängigen Sonderzahlungen dürfen in der EU von diesem Jahr an maximal noch doppelt so hoch sein wie das Grundgehalt. In den vergangenen Jahren bekamen hochrangige Investmentbanker und andere wichtige Banker zum Teil mehr als das Fünffache ihres Fixgehalts, wie aus Daten der Geldhäuser und Berechnungen von Reuters hervorgeht. Die von der EU erzwungenen Änderungen beschäftigen vor allem die Finanzwelt in London - dort sitzt der Löwenanteil der Banker mit Millionen-Gehältern. Und sie werden nun erfinderisch: "Da entwickelt sich offenbar eine Menge Kreativität", sagt Peter Hahn von der Londoner Wirtschaftsuniversität Cass.

Die EU will mit den Beschränkungen verhindern, dass die Banker wie vor der Finanzkrise durch falsche finanzielle Anreize Risiken eingehen, die zwar kurzfristig ihren Verdienst in die Höhe schrauben, sich langfristig für ihren Arbeitgeber aber in Verluste verwandeln. Doch die wenigsten Experten erwarten, dass die Gehälter der Banker insgesamt sinken werden, wenn die Boni beschränkt werden.

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Kostensenkungen seien eigentlich für die Finanzbranche noch immer ein Thema, so Hahn. "Sie bezahlt ihre Leute immer noch, als würde sie hohe Renditen erwirtschaften - aber das tut sie nicht." Denn die Angst, gute und erfolgreiche Banker zu verlieren, ist größer. Die Institute argumentieren überdies, dass sie bei höheren Fixgehältern ein größeres Risiko eingehen und auf den Kosten sitzenbleiben, wenn die Geschäfte schlecht laufen. In der Vergangenheit schwankten die Boni stark: So zahlte die US-Investmentbank Goldman Sachs 2012 ihren 115 wichtigsten Bankern in London im Schnitt 4,67 Millionen Dollar, drei Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Die Boni summierten sich auf 350 Millionen Dollar und waren damit 5,2 Mal so hoch wie die Fixgehälter. 2011, als die Bank deutlich weniger verdiente, waren sie nur 2,2 Mal so hoch.

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Und auch 2013 jetzt hat der Goldman-Chef Lloyd Blankfein trotz der zuletzt schwachen Geschäftsentwicklung deutlich mehr verdient. Insgesamt erhielt Blankfein schätzungsweise 23 Millionen Dollar an Gehalt und Bonuszahlungen. Das sind knapp zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn der Investmentbank war im vierten Quartal um gut ein Fünftel gefallen, auch im Sommerquartal war es nicht gut gelaufen. Im Gesamtjahr hatte das Institut jedoch acht Prozent mehr verbucht.

Allein auf 14,7 Millionen Dollar summieren sich Blankfeins Aktienoptionen, wie aus einer Börsenmitteilung vom Donnerstag hervorgeht. Üblicherweise stellen diese Optionen 70 Prozent des Bonus, der Rest wird bar ausgezahlt. Dazu kommt das reguläre Gehalt von etwa zwei Millionen Dollar.

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