Lutz-Peter Wilke: "Bareinlagen sind nicht so sicher, wie sie scheinen"

InterviewLutz-Peter Wilke: "Bareinlagen sind nicht so sicher, wie sie scheinen"

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Lutz-Peter Wilke sieht die vielversprechendsten Papiere in innovativen Bereichen wie der Luftfahrtbranche

von Saskia Littmann

Lutz-Peter Wilke, Multi-Asset-Manager beim Vermögensverwalter Blackrock, erklärt, wie Anleger jetzt noch am Aktienmarkt einsteigen können und wie sie ihr Risiko bestmöglich streuen.

WirtschaftsWoche: Herr Wilke, was können wir von den Finanzmärkten 2014 erwarten?

Wilke: Es bleibt alles anders. Dieser Song von Herbert Grönemeyer bringt den Ausblick für die nächsten Monate an den Märkten gut auf den Punkt. So werden wir bei vielen Tages- und Festgeldangeboten weiterhin negative Realzinsen haben.

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Auch die Anleiherenditen bleiben niedrig?

Ja. Sie könnten zwar in den kommenden Monaten leicht steigen, werden aber im historischen Vergleich niedrig bleiben. Dafür spricht unter anderem, dass die konjunkturelle Erholung in Europa noch zaghaft verläuft.

Es gibt also keine Hoffnung auf höhere Zinsen für Anleger?

Wohl kaum. Die hohen Zinsniveaus von einst und der 30-jährige Bullenmarkt bei Anleihen sind vorerst Geschichte. Daher müssen Anleger lernen, nicht immer nur sehnsüchtig in den Rückspiegel zu schauen, das wird nicht weiterhelfen. Auch wenn es in der Euro-Zone und in den USA wieder bergauf geht - das Trendwachstum ist weiterhin deutlich niedriger als vor der Krise und spricht gegen einen schnellen und starken Zinsanstieg.

Aktien und Anleihen 2014 Gewinne natürlich wachsen lassen

Nach sehr guten Gewinnen mit Aktien und Anleihen dämpft die Deutschen Bank in einem Ausblick die Erwartungen für 2014. Für risikobereite Anleger bieten aber europäische Aktien und südeuropäische Anleihen Chancen.

Eine Anzeigetafel der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main zeigt die Aufschrift "Börse" Quelle: dpa

Stichwort USA. Die Fed verabschiedet sich langsam von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik. Rechnen Sie mit einem Aufschwung?

Ja. Einige bezeichnen die USA bereits wieder als Rennpferd der Weltwirtschaft. Grund sind vor allem die hohen Unternehmensgewinne und eine Entspannung am Arbeitsmarkt. Auch im Immobiliensektor dürfte sich die Lage weiter entspannen. Das Wachstum könnte also deutlich stärker ausfallen als 2013.

Heißt das für mich als Anleger nichts wie rein in US-Aktien?

Sicherlich wird auch die Wall Street vom Aufschwung profitieren. Der Listing-Platz eines Unternehmens ist unserer Ansicht nach jedoch zweitrangig für den Erfolg eines Investments. Entscheidender ist, wo das Unternehmen seinen Umsatz und Gewinn erwirtschaftet.

Das heißt, in welchen Branchen sehen Sie die vielversprechendsten Papiere?

Vor allem in innovativen Bereichen, die von den großen globalen Trends wie Urbanisierung und Technologisierung profitieren. Dazu gehört die Luftfahrtbranche. Immerhin haben rund 85 Prozent der Weltbevölkerung noch nie in einem Flugzeug gesessen, was großes Potenzial eröffnet. Gleichzeitig sehen wir die Pharmaindustrie als langfristigen Wachstumsmarkt, da wir alle immer älter werden und auf eine gute medizinische Versorgung angewiesen sind.

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