Luxusuhren: Das Wettrennen um die schnellste Uhr

Luxusuhren: Das Wettrennen um die schnellste Uhr

Bild vergrößern

Das Werk der L. U. Chopard 8HF klingt so wie das Flügelflattern eines Kolibri.

von Thorsten Firlus-Emmrich

Mit schneller schlagenden Werken erhöhen die Hersteller hochwertiger mechanischer Uhren die Genauigkeit. Die neuen Chronometer sind die Aushängeschilder höchster Uhrmacherkunst.

Das beruhigende Ticken und Pendeln von Omas Standuhr schien die Minuten und Tage in hübsch überschaubare Portionen zu schneiden. Gemächlich von links nach rechts, mit einem beruhigenden Klicken, das man mitzählen konnte. Wer sein Ohr an das jüngste Modell der Uhrenmanufaktur Chopard hält, hört leise, flinke Töne, so rasch wie das Flügelflattern eines Kolibri. Und anders als ein Sekundenzeiger, der bei einer Quarzuhr jede Sekunde weiterspringt und bei einer üblichen mechanischen Uhr in halbsekündlichen Schritten kreist, bewegt sich der Zeiger der L.U.C. 8HF gleitend über das Zifferblatt. 8HF steht für High-Frequency, denn mit acht Hertz bewegt sich das Uhrwerk. Mit dieser Geschwindigkeit tickt die L.U.C. 8HF doppelt so schnell wie die meisten mechanischen Uhrwerke. Deren Ticken resultiert aus 28 800 Halbschwingungen pro Stunde. Das dafür verantwortliche Bauteil, die sogenannte Hemmung, die die Kraft der Feder in kleine Takte mit Anker und Ankerrad einteilt, schwingt 57.600-mal pro Stunde – mit acht Hertz.

Dabei haben die Hersteller hochwertiger mechanischer Uhren den Kampf um die Genauigkeit gegenüber der Quarzuhr längst aufgegeben. Kein Werbeprospekt gaukelt einem vor, das neueste Modell könnte trotz akkuratester Konstruktion genauer gehen als eine Digitaluhr für 20 Euro. Chronometer reichen halbwegs an ihre elektronischen Verwandten heran. COSC ist das Kürzel für „Contrôle officiel suisse des chronomètres“ und so etwas wie ein Amt der Präzision. Chronometer mit COSC-Zertifikat garantieren, dass sie nicht mehr als vier Sekunden pro Tag nach- und nicht mehr als sechs Sekunden vorgehen.

Anzeige

Doch nun hat das Rennen um das schnellste Uhrwerk begonnen. Die Hersteller sind bemüht, serienreife Modelle zu präsentieren und sich dafür das Siegel der COSC zu sichern. Die Uhrenmarke Breguet, die auf einen der Pioniere der Uhrmacherei, Abraham-Louis Breguet, zurückgeht, zeigte bei der Baseler Uhrenmesse dieses Frühjahr ein „Forschungsergebnis“ der Manufaktur zu den „Grundfragen der Uhrmacherkunst“. Ihr Modell Referenz 7727 schlägt mit zehn Hertz, das sind 72.000 Halbschwingungen in der Stunde. Ein roter Schriftzug im Zifferblatt weist auf den schnellen Ticker dahinter hin. Allein – verkauft wird die Uhr noch nicht.

Anders bei Chopard: „Wir wollten frühzeitig eine Uhr mit Hochfrequenz auf den Markt bringen“, sagt Chopard-Chef Karl-Friedrich Scheufele. Unter den vielen Fans mechanischer Uhren gebe es etliche, die eine Uhr wünschten, die noch präziser ist als alle bisherigen. Der Vorteil der hochfrequenten Uhrwerke: Im Falle eines Stoßes oder Schlags, wie es beim Tragen ständig passiert, finden die betroffenen Teile wieder schneller in ihren Rhythmus. Zudem kann die Hemmung samt Ankerrad nachträglich in andere Modelle der Manufaktur eingebaut werden. 15.000 Euro kostet die L.U.C. 8HF.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%