Mark Mobius: "China ist nicht die einzige Wirtschaftslokomotive"

Mark Mobius: "China ist nicht die einzige Wirtschaftslokomotive"

Schwellenländer-Experte Mark Mobius setzt auf den chinesischen Markt. Er warnt Anleger aber auch vor den Gefahren: Politische Risiken, wenig ausgereifte Kapitalmärkte und stockendes Wachstum machen China für Anfänger schwierig.

Prinzipiell sendet der chinesische Markt positive Signale für Anleger aus. Da ist sich Schwellenländer-Experte und Investor Mark Mobius von Franklin Templeton sicher: Die Inflation ging wegen der niedrigen Nahrungsmittelpreise von September bis Oktober von 1,9 Prozent auf 1,7 Prozent zurück. Auch der Export hat sich erholt und ist im Oktober um 11,6 Prozent gestiegen – so stark wie zuletzt im Mai 2012. Das Wachstum der Industrieproduktion legte im Oktober 9,9 Prozent zu, im September waren es 9,2 Prozent gewesen. "Das ist ein Hinweis auf anziehende Konjunktur", weiß Mobius.

Für Investments in China sprechen laut Mobius folgende Punkte:

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  • China ist einer der größten Verbrauchermärkte
  • China hält inzwischen die höchsten Devisenreserven der Welt (über 3 Billionen Dollar)
  • China weist Leistungsbilanzüberschüsse und rekordhohe Investitionsströme aus dem Ausland aus
  • Der Renminbi hat seit Mitte 2005 rund 30 Prozent zugelegt
  • Exportgesteuerte Unternehmen florieren auch wenn die nationale Währung schwächelt

Mobius geht davon aus, dass die Wirtschaft des Landes auch in Zukunft weiter wachsen werde - in absehbarer Zukunft allerdings nicht mehr zweistellig, sondern um die sieben bis acht Prozent. "Viele halten China für den Motor der Weltwirtschaft und fürchten, dass uns eine Rezession oder gar Depression droht, wenn es dort zu einer Konjunkturabschwächung kommt", sagt der Investor. In seinen Augen sei ein Wachstum unterhalb der zehn Prozent aber noch kein Grund, um Alarm zu schlagen. Zudem dürfe man eines nicht vergessen: "China ist nicht die einzige Lokomotive der Weltwirtschaft."

Für unerfahrene Anleger biete der chinesische Markt sogar recht viele Tücken und Fallstricke. Jeder, der sein Geld in den chinesischen Markt investiere, müsse sich darüber im Klaren sein, dass die Kapitalmärkte noch relativ unausgereift seien und es hohe politische Risiken beziehungsweise Instabilitäten gäbe. "Schwellenmärkte können kurz- bis mittelfristig volatil sein, und China bildet da keine Ausnahme", sagt Mobius. Auch das aufsichtsrechtliche Umfeld könne noch lange nicht mit Märkten wie Singapur und Hongkong mithalten.

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