MDax, SDax, TecDax: Zehn Nebenwerte, die Sie noch Ihren Kindern vererben können

MDax, SDax, TecDax: Zehn Nebenwerte, die Sie noch Ihren Kindern vererben können

von Christof Schürmann

Aktien gehören in jedes Depot, aber es gilt, das Investment sinnvoll zu streuen. Anleger sollten sich bei wachstumsstarken Nebenwerten aus MDax, SDax oder TecDax umsehen. Wir stellen aussichtsreiche deutsche Werte vor.

Um Aktien im Depot kommt kaum ein Anleger herum. Wer real, also nach Abzug von Inflation und Steuern, noch was in der Kasse haben will, ist auf die Börse angewiesen. In einem langfristig ausgerichteten Mischdepot, wie es die WirtschaftsWoche bereits mehrfach vorgestellt hat, sollten Aktien einen Anteil von rund 30 Prozent ausmachen. Dabei sollte auch innerhalb des Aktienkorbes das Risiko gut gestreut werden.

Dabei sein sollten nicht nur Dax-Konzerne. Zwar sind Nebenwerte aus den unteren Indizes MDax, SDax oder TecDax oft etwas teurer als die großen Geschwister aus dem Dax. Dafür überzeugen die Unternehmen aus der zweiten Reihe mit Wachstumsstärke und haben im Gegensatz zu den Großkonzernen oft keine Schuldenprobleme. Gerade für aktive Anleger, die die Auswahl einzelner Aktien nicht scheuen, sind Nebenwerte ein lohnendes Investment. Mit unserem Korb aus zehn interessanten Papieren aus dem MDax, dem SDax und dem TecDax können Anleger intelligent den Aktienanteil ihres breit gestreuten Depots abdecken.

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DMG Mori Seiki

Was zeichnet das Unternehmen aus?
So leicht geht es Börsianern noch nicht über die Lippen: Aus Gildemeister ist vor einem halben Jahr DMG Mori Seiki geworden. Die Bielefelder sind mit den Japanern seit Jahren verbunden: Diese halten ein knappes Viertel der Aktien an DMG, die Deutschen wiederum gut zehn Prozent an Mori Seiki Nippon. Bis 2020 soll die Komplettfusion stehen, so das Ziel. Im Angebot haben die Partner High-Tech-Maschinen, den dazugehörigen Service sowie Software- und Energielösungen. Werkzeugmaschinen sind dabei Kernkompetenz. In mehr als 140 nationalen und internationalen Standorten arbeiten 6700 Mitarbeiter.

Daten

  • DMG Mori Seiki

    Umsatz/Gewinnwachstum 2009–2013: 74 Prozent/1810 Prozent

    Kaufargument: Starke globale Allianz

Wie sieht die Bilanz aus?
DMG Mori Seiki ist auf Rekordkurs. 2013 erreichten sowohl das Vorsteuerergebnis als auch der Konzernjahresüberschuss jeweils den höchsten Wert in der langen, knapp 144 Jahre währenden Unternehmensgeschichte. Der Umsatz stieg von 2037 auf rekordhohe 2054 Millionen Euro. Exporte machten zwei Drittel aus. Noch ist ordentlich Bestand abzuarbeiten: Per 31. Dezember lagen Aufträge über 1032 Millionen Euro vor – drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im ersten Quartal sollen die neuen Orders um gut 30 auf rund 550 Millionen Euro zulegen. Rasant wuchs das Eigenkapital: Der verbesserte Jahresüberschuss und Kapitalerhöhungen zogen das den Aktionären zustehende Kapital um gut 389 Millionen auf mehr als 1164 Millionen Euro nach oben. Die Eigenkapitalquote liegt damit bei sehr üppigen 57,9 Prozent.

Wie bewertet die Börse?
Ordentlich. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des für 2014 geschätzten Gewinns liegt bei 14,5, der Marktwert von 1,7 Milliarden Euro macht stolze 80 Prozent des erwarteten Jahresumsatzes für 2014 aus. Am 16. Mai wird die Hauptversammlung voraussichtlich 50 Cent je Aktie als Dividende beschließen: Das entspricht 2,3 Prozent Rendite.

Anlagemix Wie die Renditejagd in der Zinswüste gelingt

Immobilien sind teuer, Lebensversicherungen unattraktiv, Aktien heiß gelaufen. Da hilft nur, systematisch zu streuen. Wer Rendite will, braucht auch Aktien.

Quelle: dpa/Montage

Was treibt langfristig den Kurs?
Die Bielefelder sind finanzschuldenfrei, abwertungsgefährdete Prämien aus Übernahme (Goodwill) machen nur sechs Prozent der Bilanz aus, ein Investment ist angesichts der starken Marktposition langfristig mit relativ geringen Risiken behaftet.

Was könnte den Kurs belasten?
Zurückgekaufte Aktien wurden zuletzt auf den Markt geworfen, zudem sind bilanzierte Steueransprüche über 48 Millionen Euro möglicherweise nicht realisierbar.

Fazit: DMG Mori Seiki zählt zu den eher konservativen Anlagen bei Nebenwerten.

Fuchs Petrolub Vz.

Was zeichnet das Unternehmen aus?
Die 1931 als Familienunternehmen in Mannheim gegründete Fuchs Petrolub ist heute ein Konzern von globaler Reichweite und unter den 590 konzernunabhängigen Wettbewerbern der weltweit größte Anbieter mit einem vollständigen Sortiment von Schmierstoffen. Insgesamt ist Fuchs die Nummer neun am Markt. Fuchs stellt mit 3800 Mitarbeitern Schmierstoffe für Autos und Motorräder, Gütertransport, Stahlindustrie, Bergbau, Fahrzeug- und Maschinenbau sowie Bau- und Agrarwirtschaft her. Fuchs zählt mehr als 100 000 Kunden, für die 10 000 Produkte gefertigt werden.

Wie sieht die Bilanz aus?
Der Gewinn nach Steuern ist in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich 18,5 Prozent pro Jahr gestiegen, deutlich mehr als die Erlöse, die gleichzeitig um durchschnittlich 5,8 Prozent zulegten. „Mit einer Nettorendite von über zehn Prozent sowie einer schuldenfreien Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von 73 Prozent sind wir zukunftsfähig und hervorragend aufgestellt. Unser Ziel ist weiteres profitables Wachstum“, sagt Vorstandschef Stefan Fuchs, der auf eine Nettoliquidität von 167,4 Millionen Euro zurückgreifen kann.

Daten

  • Fuchs Petrolub Vz.

    Umsatz/Gewinnwachstum 2009–2013: 56 Prozent/81 Prozent

    Kaufargument: Top-Position im Markt

Wie bewertet die Börse?
Sehr hoch. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 21,4. Der Börsenwert des Unternehmens beim 2,7-Fachen des Umsatzes.

Was treibt langfristig den Kurs?
Das Unternehmen ist stark innovationsgetrieben: 385 Ingenieure und Naturwissenschaftler sind in der Forschung und Entwicklung beschäftigt, um Fuchs weitere Anteile in einem weltweit 35 Millionen Tonnen starken Markt zu sichern. „Unser Wachstum unterstützen wir mit erheblichen Investitionen in den Werksneubau in Entwicklungsmärkten und Werksausbau in unseren bestehenden Märkten, einer Vielzahl von Neueinstellungen mit dem Schwerpunkt Technik und Vertrieb sowie steigende Ausgaben für Forschung und Entwicklung“, sagt Fuchs. Die Familie hält 51,7 Prozent der Stammaktien. Die Dividende wurde in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt jährlich um 22,8 Prozent erhöht. Zudem läuft ein Aktienrückkaufprogramm bis März 2015, ein 1:1-Aktiensplit soll die Aktie optisch billiger machen.

Was könnte den Kurs belasten?
An erster Stelle eine Wirtschaftskrise. Zudem sei es „zunehmend schwieriger, geeignetes Fachpersonal insbesondere für die Bereiche Technik und Vertrieb zu finden und langfristig an das Unternehmen zu binden“, nennt Fuchs eine Herausforderung für Fuchs in der Zukunft.

Fazit: Bei den Mannheimern kommt alles zusammen, was sich Aktionäre wünschen. Neue Anleger kaufen sich aber teuer ein.

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