Mehrwertsteuer: Augen auf beim Silberkauf

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Mehrwertsteuer: Augen auf beim Silberkauf

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Käufer von Silbermünzen können vorerst aufatmen - Die Erhöhung der Mehrwertsteuer verschiebt sich auf 2014

von Andreas Toller

Die volle Mehrwertsteuer auf die Silberlinge wird voraussichtlich erst 2014 eingeführt. Statt des erwarteten Schlussverkaufs sprechen aber noch andere Gründe für einen Kauf von Silbermünzen.

Liebhaber von Silbermünzen erhalten eine Schonfrist. Die volle Mehrwertsteuer auf die Silberlinge wird voraussichtlich erst 2014 und damit ein Jahr später als erwartet eingeführt.

In den vergangenen Tagen waren Edelmetall-Fans hierzulande schon etwas nervös geworden. Der Grund: Die Bundesregierung plant die Anhebung der Mehrwertsteuer auf Silbermünzen vom ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent auf den vollen Satz mit 19 Prozent.

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Anlagemünzen privilegiert

Hintergrund ist wohl die Anpassung an europäisches Recht, denn die meisten anderen EU-Länder erheben schon länger den vollen Mehrwertsteuersatz auf Silbermünzen. In Deutschland sind bisher nur Silbermünzen zu Anlagezwecken, so genannte Bullionmünzen ermäßigt besteuert. Diese Münzen werden wegen ihres Edelmetallgehalts gekauft, die Preisaufschläge für Prägung und Vertrieb sind im Gegensatz zu Münzen mit Sammlerwert nur gering. So kostet derzeit die beliebte Silbermünze Wiener Philharmoniker aus einer Unze Silber knapp 27 Euro plus 1,90 Euro für die siebenprozentige Mehrsteuer. Die geplante Steuererhöhung würde den Verkaufspreis somit von 26,90 Euro auf 32 Euro erhöhen. Wer diese Münzen künftig zur Kapitalanlage kauft, müsste nach heutigen Preisen also 3,10 Euro pro Unze beim Verkauf wieder wettmachen. Hinzu kommt, dass bei Händlern wie Pro Aurum der Rücknahmepreis für diese Silbermünzen mehr als sieben Prozent unter dem Verkaufspreis liegt. Gälte die erhöhte Mehrwertsteuer also schon jetzt, müsste der Anleger über einen steigenden Silberpreis schon mehr als 22 Prozent Wertsteigerung schaffen, um seinen vollen Einsatz beim Verkauf wieder zurückzuerhalten.

Kuriose Mehrwertsteuerregelungen

Die Mehrwertsteuerregelungen für Edelmetallkäufe sind völlig uneinheitlich. Wer Gold in Form von Münzen oder Barren kauf, zahlt grundsätzlich keine Mehrwertsteuer. Bei Silber wird wie erwähnt zwischen Anlage- und Sammlermünzen unterschieden, bei Silberbarren werden hingegen immer die vollen 19 Prozent fällig. Und bei Münzen aus Platin oder Palladium gilt immer der volle Mehrwertsteuersatz.

So kompliziert ist es im Ausland nicht. Kurios: Kauft ein Österreicher seine heimische Wiener-Philharmoniker-Silbermünze, zahlt er 20 Prozent Mehrwertsteuer, seine Deutscher Nachbar aber nur sieben Prozent. Nach Informationen der Commerzbank ging etwa die Hälfte des 2011 von der österreichischen Münzanstalt verkauften Silbers in Höhe von 556 Tonnen an deutsche Käufer. Deutschland ist in Europa der wichtigste Markt für Silbermünzen.

Wer beim Edelmetallinvestment weniger die Rendite, sondern vielmehr den Schutz seiner Ersparnisse von Inflation und Währungskrisen im Blick hat, den sollte die Steuerdebatte um die Silbermünzen nicht weiter schrecken. Denn Silber ist ähnlich wie Gold eine begrenzte Ressource und wird zudem auch vermehrt in der Industrie verwendet, vor allem im Autobau und in elektronischen und optischen Geräten. Zwar schwanken die Preise für Silber deutlich stärker als die für Gold, aber sie steigen dafür auch oftmals dynamischer.

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In diesem Jahr hat sich Silber deutlich besser als Gold entwickelt – nach einem heftigen Wertrückgang im vergangenen Jahr, als sich zahlreiche Spekulanten aus ihrem Silberengagement zurückgezogen hatten. Die Vorzeichen für eine weitere Wertsteigerung sind derzeit nicht schlecht. So ist etwa die "gold-silver-ratio", also die Relation zwischen dem Gold- und Silberpreis jüngst deutlich gestiegen, Silber ist somit gegenüber Gold unterbewertet.

Bei Pro Aurum gehen die Experten davon aus, dass das weiße Metall gemessen am historischen Verhältnis des Edelmetallpaares eigentlich 60 Euro pro Unze kosten müsste. Momentan notiert die Unze bei 24,70 Euro. Vor zehn Jahren kostete eine Unze nur fünf Euro. Den bisherigen Rekordpreis erzielte die Unze Silber im April 2010 mit etwa 32 Dollar. Bei diesen Kurssteigerungen relativieren sich 19 Prozent Mehrwertsteuer.

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