Moderne Zahlsysteme: Zahlen mit Fingerabdruck auf dem Vormarsch

Moderne Zahlsysteme: Wie bargeldlos ist unsere Zukunft?

Zahlen mit Fingerabdruck auf dem Vormarsch

Für manchen Konsumenten eine Horrorvision, für andere nur lästig oder gar eine willkommene Bereicherung. „Ich zahle möglichst nur mit Bargeld,“ sagt Claudia Franke, „da behalte ich die Kontrolle, wie viel ich ausgeben kann.“ Ihre Kunden aber lässt die Düsseldorfer Unternehmerin, die unter anderem Tierpflegeprodukte auf Schulungen oder Messen verkauft, unterwegs am liebsten über ein mobiles Kartenterminal bezahlen. Den Adapter von SumUp steckt Franke an ihr Smartphone oder Tablet. Ihre Kunden können mit dem Finger auf dem Display unterschreiben, sagt sie, bekommen anschließend Quittungen per E-Mail oder SMS zugeschickt. „Am liebsten wäre mir, wenn alle mit Karte zahlen würden“, sagt Franke.

Noch einfacher wird es für Kunden, wenn sie ihre Karte gar nicht mehr aus dem Portemonnaie kramen müssen, um sie an der Kasse oder am mobilen Lesegerät scannen zu lassen. Warum nicht mit biometrischen Daten bezahlen? Sprich: mit dem Fingerabdruck? Auch das zeigen erste Versuche auf der Düsseldorfer Messe. Die Natural Security Alliance, getragen unter anderem von BNP Paribas, Crédit Agricole und Mastercard, testet hier, wie digitale Zahlungen sicherer werden können. Etwa so: Wie der Zoll bei der Einreise am Flughafen in den USA scannt ein kleines Gerät an der Kasse den Fingerabdruck des Käufers. Dann wird die Zahlung drahtlos über eine spezielle Chipkarte, die der Käufer bei sich führen muss, abgewickelt. Der Fingerabdruck dient sozusagen als fälschungssichere Unterschrift oder PIN.

WiWo Lunchtalk Herr Taupitz, wie werden wir in Zukunft bezahlen?

Jeden Tag um 12 Uhr sprechen wir im WiWo Lunchtalk für 15 Minuten über ein Thema. Heute zu Gast: Olaf Taupitz zum Thema mobiles Bezahlen.

WirtschaftsWoche Lunchtalk Logo Quelle: WirtschaftsWoche Online

Da Fingerabdruckscanner bereits in Mobiltelefonen von Samsung oder Apple verbaut sind, dürfte die Zahlung mit dem Fingertip bald an Fahrt aufnehmen. Jüngst hat PayPal dazu eine Kooperation mit Samsung gestartet.

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Samstagnachmittag, ein kurzer Abstecher in ein Shoppingoutlet. Die Logos in den Läden zeigen mir, dass sie sich auf meine Visa, Mastercard oder American Express freuen. Nur finde ich bei ihnen weder Schuhe noch Hemden, die mir gefallen. Bei sonnigem Frühlingswetter soll wenigstens ein Eis das Gedrängel vor den Schaufenstern versüßen. Die Eisdiele verlangt 3,60 Euro für drei Kugeln. Eigentlich würde ich mit der Kassiererin gern über die Preise diskutieren. Ihre Aussage, dass ich nur bar bezahlen kann, nimmt mir aber die Lust. 20 Euro hatte ich am Freitag vor der Bahnfahrt für den Notfall eingesteckt. Die aber schwinden schnell dahin. Am Samstagnachmittag treibt es mich – in weiser Voraussicht – an den nächsten Bankautomaten. Ich muss meinen Notgroschen aufstocken.

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