Mohammed Barkindo: Nigerianer wird neuer Chef der Opec

Mohammed Barkindo: Nigerianer wird neuer Chef der Opec

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Die OPEC in Wien

Das Ölkartell Opec kann sich nach vielen Jahren des Zögerns auf einen neuen Generalsekretär einigen. Eine Begrenzung der Förderung wird aber nicht umgesetzt. Ist der Sinkflug der Preise inzwischen wirklich beendet?

Der Nigerianer Mohammed Barkindo wird neuer Generalsekretär der Opec. Darauf einigten sich die Ölminister der Organisation erdölexportierender Länder bei ihrer regulären halbjährlichen Sitzung in Wien, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde.

Barkindo folgt auf Abdalla El-Badri aus Libyen. Dieser leitete die Organisation seit 2007, obwohl seine reguläre Amtszeit schon seit Jahren überschritten war. Die Mitglieder des Ölkartells hatten sich bislang nicht einstimmig auf einen neuen Kandidaten einigen können.

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Barkindo ist der ehemalige Leiter des nigerianischen staatseigenen Mineralölunternehmens und war bereits kurzzeitig kommissarischer Opec-Generalsekretär. Er beginnt sein Amt im August und wurde zunächst für drei Jahre gewählt.

Meilensteine der Ölpreisentwicklung

  • Beginne der Ölförderung

    Die ersten gewinnbringenden Erdölbohrungen finden Mitte des 19. Jahrhunderts statt. In dieser Zeit entstehen auch die ersten Raffinerien. Bis 1864 steigt der Ölpreis auf den Höchststand von 8,06 Dollar pro Barrel (159 Liter); inflationsbereinigt müssen damals im Jahresdurchschnitt 128,17 US-Dollar gezahlt werden. In den folgenden Jahrzehnten bleibt der Preis auf einem vergleichsweise niedrigen Level, fällt mitunter sogar, bedingt etwa durch den Erfolg der elektrischen Glühlampe, durch die Öl im privaten Haushalt nicht mehr zur Beleuchtung nötig ist.

  • Vollgas mit Benzin

    Mit dem Erfolg des Automobils zu Beginn des 20. Jahrhunderts steigt die Öl-Nachfrage rasant; speziell in den USA, wo der Ford Modell T zum Massenprodukt wird. 1929 fahren insgesamt 23 Millionen Kraftfahrzeuge auf den Straßen. Der Verbrauch liegt 1929 in den Staaten bei 2,58 Millionen Fass pro Tag, 85 Prozent davon für Benzin und Heizöl. Die Preise bleiben allerdings weiter unter fünf Dollar pro Fass (nicht inflationsbereinigt), da auch mehr gefördert wird.

  • Negative Folgen der Weltwirtschaftskrise

    In den 30er Jahren kommt die Große Depression, die Unternehmenszusammenbrüche, Massenarbeitslosigkeit, Deflation und einen massiven Rückgang des Handels durch protektionistische Maßnahmen zur Folge hat. Während der Weltwirtschaftskrise verringert sich die Nachfrage nach Erdöl und der Preis sinkt auf ein historisches Tief. 1931 müssen bloß noch 0,65 Dollar pro Barrel gezahlt werden (inflationsbereinigt etwa zehn US-Dollar). So billig sollte das schwarze Gold nie wieder sei.

  • Goldene Zeitalter des billigen Öls

    Nachdem sich die Weltkonjunktur erholt hat, steigt der Preise für Öl wieder, bleibt aber konstant unter fünf Dollar pro Barrel. Für die Jahre zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Ölkrise im Herbst 1973 spricht man deshalb vom „goldenen Zeitalter“ des billigen Öls.

  • Erste Ölkrise

    In den 70er und 80er Jahren kommt der Ölpreis in Bewegung. Als die Organisation der erdölexportierenden Länder (Opec) nach dem Krieg zwischen Israel und den arabischen Nachbarn im Herbst 1973 die Fördermengen drosselt, um politischen Druck auszuüben, vervierfacht sich der Weltölpreis binnen kürzester Zeit. Zum Ende des Jahres 1974 kostet ein Barrel über elf Dollar (inflationsbereinigt fast 55 US-Dollar). Dies bekommen auch Otto-Normal-Bürger zu spüren: In Deutschland bleiben sonntags die Autobahnen leer, in den USA bilden sich Schlangen vor den Tankstellen.

  • Preisexplosion während des Golfkriegs

    Während der zweiten Ölkrise in den Jahren 1979/1980 zieht der Ölpreis nach einem kurzfristigen Rückgang weiter an. Ausgelöst wird dies im Wesentlichen durch Förderungsausfälle und Verunsicherung nach der Islamischen Revolution. Nach dem Angriff Iraks auf Iran und dem Beginn des Ersten Golfkrieg explodieren die Preise regelrecht. Auf dem Höhepunkt im April 1980 kostet ein Barrel 39,50 Dollar (inflationsbereinigt 116 Dollar).

  • Niedrigpreise in den 80er und 90er Jahren

    Die 80er und 90er Jahre sind – abgesehen von dem kurzzeitigen Anstieg verursacht durch den Zweiten Golfkrieg – eine Phase niedriger Ölpreise. Die Industriestaaten befinden sich in einer Rezession und suchten aufgrund vorhergehenden Ölkrisen mit besonders hohen Preisen nach alternativen Energiequellen. Weltweit gibt es Überkapazitäten. Während der Asienkrise 1997/1998 sinkt die Nachfrage weiter. Ende des Jahres 1998 werden 10,65 Dollar pro Barrel verlangt.

  • Ein rasanter Anstieg

    Nach Überwindung der Krise wachsen die Weltwirtschaft und damit auch der Ölbedarf schnell. Selbst die Anschläge auf das World Trade Center 2001 sorgen nur für einen kurzen Rücksetzer. Anfang 2008 steigt der Ölpreis erstmals über 100 US-Dollar je Barrel, Mitte des Jahres sogar fast auf 150 Dollar. Ein Grund für den Preisanstieg wist der Boom des rohstoffhungrigen China, mittlerweile zweitgrößter Verbraucher der Welt.

  • Ölpreis 2015

    Die globale Finanzkrise und eine schwächelnde Konjunktur sorgen für einen Rückgang der Nachfrage. Gleichzeitig bleibt das Angebot durch die massive Förderung in den USA (Fracking) hoch. Die Folge: Der Ölpreis bricht ein. Ab Sommer 2014 rutscht der Preis für Brentöl innerhalb weniger Monate um rund 50 Prozent auf 50 Dollar. Erst im Februar 2015 erholte sich der Ölpreis leicht und schwankt um die 60 Dollar je Barrel.

  • Ölpreis heute

    Im Mai 2015 hatten sich die Ölpreise zwischenzeitlich erholt. Die Sorte Brent erreichte mit einem Preis von 68 US-Dollar je Barrel ein Jahreshoch. Von da aus ging es bis September des Jahres wieder steil bergab auf 43 Dollar. Nach einer Stabilisierung zwischen September und November nahm der Ölpreis seine wieder Talfahrt auf. Am 15. Januar hat der Ölpreis die 30-Dollar-Marke unterschritten.

Das Kartell war zuletzt wegen des starken Öl-Preisverfalls unter Druck geraten und galt als zerstritten. Auf eine Deckelung der Fördermenge von Erdöl einigte sich die Organisation nicht. „Die Preise haben sich zuletzt selbst stabilisiert“, sagte El-Badri. Trotzdem müsse der Preis noch etwas steigen, um alle Kosten für notwendige Investitionen abdecken zu können. Auf das Öl angewiesenen Opec-Staaten wie Venezuela, aber auch Nicht-Opec-Mitgliedern wie Russland hat der Preisverfall große Löcher in den Haushalt gerissen.

Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Donnerstagmorgen 49,85 US-Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI betrug 48,97 Dollar. Im Jahr 2014 waren es noch über 100 Dollar pro Fass gewesen - Anfang des Jahres nur noch 25 Dollar.

Mächtige Opec-Länder wie Saudi-Arabien wollten mit einer Ölschwemme vor allem US-Unternehmen unter Druck setzen, die mit der kostspieligen Fracking-Methode Schieferöl fördern. Es wurde aber auch über eine mögliche Deckelung der Fördermenge bei Erdöl gestritten, um die Preise wieder nach oben zu bringen. Besonders der Iran stellte sich dagegen: Die Islamische Republik will nach dem Ende der Sanktionen wieder mehr eigenes Öl auf den Weltmarkt bringen und entsprechende Einnahmen erzielen. Der Iran plädierte dafür, dass individuelle Länderquoten für die Förderung bestimmt werden.

Die Opec beschloss außerdem, dass Gabon zum 1. Juli neu aufgenommen wird. Der Staat in Zentralafrika wird damit das 14. Mitgliedsland.

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