Nach EZB-Zinssenkung: Wohin mit meinen Ersparnissen?

Nach EZB-Zinssenkung: Wohin mit meinen Ersparnissen?

von Andreas Toller

Nach der Leitzinssenkung sind die Aussichten für Sparer schlecht. Dennoch lassen sich die eigenen Ersparnisse sinnvoll einsetzen - und zwar so.

Die Dicke Bertha ist zurück. Der saloppe Begriff, mit dem Marktbeobachter die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bezeichnen, erinnert an eine Riesenkanone aus dem ersten Weltkrieg, die mit Granaten von 42 Zentimeter Durchmesser Festungsanlagen durchbrechen sollte.

In der Notenbankpolitik ist die Dicke Bertha ebenfalls eine Extremwaffe - allerdings zur unblutigen Bekämpfung der Euro-Krise. Die EZB feuert astronomische Geldsummen in die Märkte, um eine höhere Inflation im Euro-Raum und mehr Wachstum in den südlichen Krisenstaaten zu erzeugen.

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Zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren schießt EZB-Chef Mario Draghi Hunderte von Milliarden in den Kapitalmarkt - flankiert von neuerlich gesenkten Leitzinsen und einem Strafzins für Banken, die das Geld nicht an ihre Kunden in Form von Krediten weitergeben.

Das Vermögen leidet

Die Wirkung dieser Maßnahmen ist umstritten. Fest steht jedoch: Was der Wirtschaft helfen soll, schadet dem Vermögen der Sparer. Weil die Notenbank zudem die Zinsen senkt und insgesamt Geld immer billiger verfügbar wird, wirft das Sparguthaben bei der Bank auch immer weniger Rendite ab.

Da die Inflation - wenn auch zuletzt in geringerem Umfang - in der Folge steigen dürfte und so die Kaufkraft des Euro schmälert, sinkt der Wert der Ersparnisse, anstatt mit den Jahren zu steigen. Was also können Sparer und Anleger tun, wenn sie ihren Wohlstand steigern wollen?

Bankguthaben lohnen sich nicht

Am liebsten tragen die deutschen Sparer ihr Geld zur Bank. Doch schon seit gut zweieinhalb Jahren sinken die Zinsen für Tagesgeld - und dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Im Schnitt liegt die Verzinsung heute unter einem Prozent pro Jahr. Die derzeit besten Angebote versprechen gerade mal 1,3 Prozent.

Sollte die Inflation wie von der EZB gewünscht wieder die einst üblichen zwei Prozent pro Jahr erreichen, verlieren Sparer unter dem Strich. Das Geld zu einer Bank zu tragen ist dann ein Minusgeschäft. Aber selbst bei der derzeitigen Inflationsrate von zuletzt 0,9 Prozent bleibt ein derart mickriger Zinsgewinn übrig, dass das Geld fast genauso gut unter der Matratze liegen könnte.

Tool Tagesgeld

Hier können Sie auswählen, welche Angebote Sie im Vergleich haben möchten (Neukundenangebote, reduzierte Anlagesicherheit, Kreditkartenkonten, Online-Beantragung). Auch die Abgeltungsteuer ist integriert.

Tagesgeld-Vergleich

Mit einem Festgeldkonto ist es nur geringfügig besser. Derzeit gibt es innerhalb der Euro-Zone für 10.000 Euro für zwölf Monate fest angelegt bestenfalls 1,65 Prozent. Erst wer für vier Jahre fest anlegt, bekommt mit 2,3 Prozent mehr als die EZB als Inflationsrate anstrebt. Aber in vier Jahren könnte die Inflation auch schon wieder über dieses Ziel hinausgeschossen sein.

Sparbriefe binden das Geld noch länger, ohne deutlich mehr Verzinsung zu bieten. Es gibt maximal 2,4 Prozent für eine zehnjährige Bindung. Das ist sinnlos. Mit risikolosen Anlagen kommen Sparer also nicht weiter. Wer sein Geld zur Bank trägt, zählt zu den Verlierern der EZB-Politik.

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