Nachhaltige Fonds: Investieren in ökologischen Uranabbau

Nachhaltige Fonds: Investieren in ökologischen Uranabbau

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Wer sein Geld ökologisch korrekt anlegen möchte, sollte nicht blind auf nachhaltige Fonds vertrauen. Auch die investieren in Uranabbau und ähnliche Umweltsauereien.

von Katharina SchneiderQuelle:Handelsblatt Online

Wer sein Geld ökologisch und ethisch korrekt anlegen möchte, greift auf nachhaltige Fonds zurück. Nur: Auch die legen ihr Geld bei Waffenherstellern und Atomkraftwerksbetreibern an.

Anbieter nachhaltiger Kapitalanlagen wünschen sich schon seit Jahren mehr Aufmerksamkeit. Dank der Studie mit dem spitzen Titel „Von ethischen Maschinenpistolen und ökologischem Uranabbau“, die im Auftrag der Bundesfraktion der Grünen erstellt worden ist, haben sie diese jetzt bekommen. Unglücklich nur, dass es wieder einmal keine positiven Meldungen waren. Die Studie zeigt, dass der Begriff „Nachhaltigkeit“ extrem dehnbar ist. In Fonds, die ethische, soziale und ökologische Kriterien als Basis für ihr Investment angeben, finden sich auch Hersteller von Kampfhubschraubern und Waffen sowie Betreiber von Atomkraftwerken und Ölbohrungen. Jeder Anbieter legt ethische, ökologische und soziale Kriterien eben anders aus.

Das Fazit der Grünen-Studie sorgt in der Branche für heftige Abwehrreaktionen. Einen gesetzlichen Mindeststandard oder ein Siegel lehnen die meisten Anbieter ab. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen in Bayern, Margarete Bause, hält dagegen: „Wir brauchen eine Vergleichbarkeit und das geht nur mit klaren Kriterien, die man dann an die Vergabe eines Siegels knüpfen kann.“ Es ist nicht das erste Mal, dass das heitere Bild der nachhaltigen Geldanlage getrübt wird. Die Enthüllungen kommen im Jahrestakt: Im April 2011 kam durch das Unglück in Fukushima ans Licht, dass auch Fonds mit Anspruch auf Nachhaltigkeit in den japanischen Atomkonzern Tepco, den Betreiber des Fukushima-Atomkraftwerks, investiert hatten. Und etwa ein Jahr davor führte die Explosion einer Ölplattform von BP im Golf von Mexiko dazu, dass der Ölkonzern aus dem Dow Jones Sustainability Index und verschiedenen anderen nachhaltigen Fonds verbannt wurde.

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Die Fondsanbieter sind dennoch gegen ein Siegel. „Einen einheitlichen – und, wie im Moment diskutiert, extrem strengen – Standard für nachhaltige Fonds lehnen wir ab“, sagt Andreas Knörzer, Leiter Asset Management bei der Privatbank Sarasin. „Dieser würde die Wahlmöglichkeiten der Anleger zu stark einschränken, das Risiko nachhaltiger Fonds aufgrund stark abnehmender Diversifikationsmöglichkeiten erhöhen und somit schlussendlich dazu führen, dass Nachhaltigkeit zu einer kleine Nische in der Kapitalanlage verkümmert.“

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