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Nikkei im Höhenflug: Go East - Was am japanischen Aktienmarkt zu holen ist

von Saskia Littmann

Japans Regierung und die Notenbank wollen die Märkte mit Geld fluten, der Aktienindex Nikkei gehört zu den ersten Nutznießern. Anleger sollten sich jedoch nicht von den hohen Kursen blenden lassen.

Japan ist nicht Asien!

Als Inselreich gehört Japan selbst geografisch nicht hundertprozentig zu Asien. Und kulturell auch nur eingeschränkt. Wer Japan kennt, kann also nicht sagen, dass er Asien kennt. Das liegt vor allem daran, dass sich Japan zwischen dem frühen 17. Jahrhundert und 1854 fast völlig von Asien und dem Rest der Welt abkapselte. Nur über die kleine niederländische Handelsstation Dejima (Bild) im Hafen von Nagasaki wurden Waren und Informationen ausgetauscht. Aber Japan blieb dadurch auch verschont von westlichem Kolonialismus. Nach der Meiji-Restauration 1868 modernisierte sich Japan in atemberaubender Geschwindigkeit und wurde selbst zu einer in Asien expandierenden Großmacht.

Bild: Gemeinfrei

In Japan herrscht seit kurzem eine neue ökonomische Lehre: Die „Abenomics“. Gemeint die nach dem neuen Regierungschef Shinzo Abe benannte aggressive Geldpolitik, gespickt mit einer Prise offensiver Fiskalpolitik.

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Denn Abe will die alte Volkswirtschaft Asiens mit seiner Mischung aus einer sehr expansiven Geldpolitik und massiven staatlichen Stimuli aus ihrem Wachstumsloch befreien. Bei seiner Mission arbeitet der Regierungschef eng mit der Notenbank zusammen.

Das zeigte sich bereits in der vergangenen Woche. Ganz in Abes Sinn kündigte die japanische Notenbank eine neue Geldspritze an. Ab dem kommenden Jahr will die Bank of Japan monatlich Wertpapiere für umgerechnet 109 Milliarden Euro kaufen. Auch das mittelfristige Inflationsziel wurde von einem auf zwei Prozent erhöht.

Heißt: Japans neue Regierung macht alles dafür, dass die lahmende Exportnation wieder in schnelleres Fahrwasser kommt. Oberste Prämisse ist dabei, die seit fünf Jahres anherrschende Deflation, also den kontinuierlichen Rückgang des Preisniveaus, endlich loszuwerden.

Die Wirkung der Abenomics an den Aktienmärkten ist bisher jedenfalls durchaus positiv. Seit November, als abzusehen war, dass Abe die Wahl im Dezember gewinnen würde, rauscht der 225 Werte umfassende Nikkei von einem Hoch zum nächsten. Insgesamt hat der Aktienindex in den letzten anderthalb Monaten um rund 25 Prozent zugelegt.

Go East?

Sollten Anleger auf den Zug aufspringen und in Unternehmen wie Nissan, Toyota und Co. investieren? Schließlich dienten japanische Aktien laut Experten der Citigroup zuletzt eher zur Spekulation, als langfristige Investments waren sie jedoch weniger geeignet. Das lag vor allem daran, dass die Gewinne der Unternehmen kaum gestiegen sind. Werden die neuen Abenomics mit ihrer expansiven Geldpolitik einen nachhaltigen Effekt für Toyota und Co. haben?

Zunächst einmal können Investoren davon ausgehen, dass die ausgabefreudige Politik von Regierung und Notenbank anhält. Denn es sieht nicht danach aus, dass mit dem Gelddrucken in Kürze Schluss sein wird. Denn Abe hat die im März auslaufende Amtszeit des amtierenden Notenbank-Chefs Masaaki Shirakawa nicht verlängert. „Shirakawa hat immer die Risiken der lockeren Geldpolitik betont“, sagt Marco Wagner, Analyst der Commerzbank. Der Notenbank-Gouverneur werde sich vermutlich jetzt nur noch ins Ziel retten. Bis März dürften die Maßnahmen der Notenbank daher noch relativ begrenzt ausfallen.

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