Notenbank-Geldpolitik: Warum es keinen Aufschwung zu feiern gibt

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Notenbank-Geldpolitik: Warum es keinen Aufschwung zu feiern gibt

Die politischen Eliten in den USA und Europa flexibilisieren lieber die Konjunkturstatistiken als hartnäckig trübe Realitäten zu verändern, kritisieren unsere Gastautoren.

Nachdem die erst im Mai dieses Jahres um 305 Milliarden Dollar auf 16,699 Billionen Dollar hochgesetzte US-Schuldenobergrenze das Staatsschuldenwachstum ein weiteres Mal nicht begrenzen konnte, hob der amerikanische Kongress am 16. Oktober die „Schuldenobergrenze“ nach einem beispiellosen politischen Schaukampf einschließlich 16 Tage „shutdown“ und Zwangsferien für rund 800.000 Staatsbedienstete erneut an. Mit Blick auf die gegenseitigen Erpressungsversuche der politischen Lager hätte man fast den Eindruck gewinnen können, dass eine rechtzeitige Anhebung des Schuldenlimits zum ersten Mal nicht zustande kommen könnte. Dabei war mit Vorlage des nächsten Defizithaushalts 2014 bereits eines sonnenklar: Die geplanten US-Steuereinnahmen (3,023 Billionen Dollar; ohne Renten- und Sozialversicherungsbeiträge 2,284 Billionen Dollar!) werden auch im aktuellen Fiskaljahr 2014 nicht ausreichen, die auf 3,773 Billionen Dollar geplanten Ausgaben zu decken.

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Gastbeitrag: Bei Anruf Geld Das Weltkartell der Gelddrucker

Mit dem ausgeweiteten Liquidität-Swap-Abkommen haben die weltgrößten Zentralbanken beschlossen, sich untereinander unbefristet Geld zu leihen. Das birgt gefährliche Risiken, eine einheitliche Weltgeldpolitik droht.

Im Kasino der Zentralbanken leihen sich die weltgrößten Notenbanken untereinander unbefristet Geld und heizen damit die globale Geldvermehrung an. Quelle: dpa/Montage

Wer aber einen derartigen Aufschuldungsdruck hat, verabreicht sich am Ende nicht etwa Sparprogramme, sondern „gönnt“ sich jetzt - als Kompromisslösung - bis zum 7. Februar 2014 sogar ein unlimitiertes Schuldenmachen. Nur einen Tag nach der (Vertagungs-)Entscheidung stieg die US-Verschuldung um 329 Milliarden Dollar (!) an und übersprang so problemlos die 17-Billionen-US-Dollar-Marke – Weltrekord! Und während Amerikas Schuldensaldo mit Lichtgeschwindigkeit in Dimensionen vorstößt, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat, erodiert auf der anderen Seite die US-Beschäftigungsquote - bei offiziell abnehmender Arbeitslosigkeit - auf ein Niveau, wie zuletzt während der großen Stagflation in den 1970er-Jahren.

Die Erwerbstätigenquote der USA und ihre Veränderungen in Rezessionszeiten (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Federal Reserve Bank of St. Louis

Die Erwerbstätigenquote der USA und ihre Veränderungen in Rezessionszeiten

(zum Vergrößern bitte anklicken)

Bild: Federal Reserve Bank of St. Louis

Sozialistische Planerfüllung wie in der DDR

Interessierte Beobachter wie wir müssen allerdings froh sein, dass sich diese, die triste US-Arbeitsmarkt-Realität relativ ungeschminkt spiegelnde Erhebung, derzeit nicht im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung befindet. Schließlich „überrascht“ der viel beachtete US-Arbeitsmarktbericht seine Kritiker immer wieder mit einer politisch korrekten Entwicklung. Monierte die US-Presse noch vor Kurzem das Jobwunder der ersten sieben Monate dieses Jahres - 222.000 neuen Vollzeitjobs standen 731.000 neue Teilzeitjobs gegenüber -, gibt es nun nichts mehr zu meckern: Wie von Geisterhand wurden im August und September gleich 828.000 Teilzeitjobs ausradiert, während angeblich zeitgleich 809.000 Vollzeitstellen geschaffen wurden! Was die US-Statistiken jetzt noch von früheren Berichten über die sozialistische Planerfüllung in der DDR unterscheidet, wissen alle Beobachter spätestens jetzt: Nichts! Offenbar hat, ganz so wie in Europa, die politische Elite auch in den USA inzwischen erkannt, dass es einfacher ist, Statistiken zu flexibilisieren als hartnäckig trübe Realitäten zu verändern.

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