Öl, Gold, Kakao: Politische Krisen verteuern Rohstoffe

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Öl, Gold, Kakao: Politische Krisen verteuern Rohstoffe

Quelle:Handelsblatt Online

Rohöl, Edelmetalle, Agrargüter: Viele Rohstoffgattungen werden teurer - weil politische Unruhen in Förderländern das Angebot verknappen. Wie reagieren deutsche Rohstoffmanager?

Noch steht der große Durchbruch aus, doch in die Preise vieler Rohstoffe ist Bewegung gekommen. Das ruft die Anleger auf den Plan, aber auch Unternehmen sollten ihren Blick wieder stärker auf die Rohstoffmärkte richten: In einer Umfrage will das Handelsblatt nun zusammen mit der Unternehmensberatung Inverto ermitteln, wie Rohstoffmanager deutscher Unternehmen reagieren.

Verteuert hat sich zuletzt vor allem Rohöl, das durch die Entwicklungen im Irak auf das Neun-Montagshoch von gut 115 Dollar je Barrel (159 Liter) getrieben wurde. Die Preissteigerungen gehen aber viel weiter und ziehen sich quer durch nahezu alle Rohstoffgattungen. Einige Industriemetalle gehören dazu genauso wie angesichts anhaltender Wetterkapriolen die Notierungen von Agrarrohstoffen wie Kakao. Der Grund für die jüngsten Verteuerungen ist weniger ein weltweit wachsender Verbrauch als außergewöhnliche Entwicklungen an den Märkten.

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„Die Situation in der Ukraine und der Terror im Irak haben es gerade wieder gezeigt: Politische Krisen bergen ungeahnte Folgen für das Rohstoffmanagement und können die gesamte Lieferkette von Unternehmen ins Schwanken bringen“, warnt etwa Lars-Peter Häfele von der Einkaufsberatung Inverto. Und noch ist keine Beruhigung in Sicht.

Minenbetreiber Goldgrube für mutige Anleger

Nach jahrelanger Durststrecke gibt es Aufwärtssignale am Rohstoffmarkt. Mit Aktien von Rohstoffkonzernen oder Goldminenbetreibern können Anleger überproportional profitieren – wenn sie die richtigen auswählen.

Eine Mine des Bergbauriesen Rio Tinto: Große Rohstoffproduzenten können sich dank vieler verschiedener Rohstoffe und Minen auf den noch immer wackeligen Rohstoffmarkt einstellen. Quelle: Presse

„Kurzfristig stehen die Zeichen am Rohstoffmarkt weiter auf seitwärts bis aufwärts“, prognostiziert Frank Schallenberger, Chef des Rohstoffresearchs der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Dies spiegle sich auch in dem DJUBS-Spotindex wider. Der aktuelle Abwärtstrend sei bei rund 420 Punkten gestoppt worden und tendiere nun aufwärts. Grund dafür seien die Preissteigerungen einzelner Rohstoffe. Am besten abgeschnitten haben laut LBBW im Juni Edelmetalle und Energie. Billiger wurden dagegen Kaffee, Soja und Weizen.

Der Goldpreis etwa hat gerade die Marke von 1300 Dollar zurückerobert. Eine Feinunze (rund 31,1 Gramm) kostete zwischenzeitlich bis zu 1320 Dollar. So teuer war das Edelmetall zuletzt vor zwei Monaten. Noch stärker legte Silber zu. Mit knapp 21 Dollar je Unze erreichte das Metall den höchsten Stand seit knapp drei Monaten. Eine Entwicklung, die besonders die industriellen Verbraucher des Metalls mit Sorge betrachten werden.

Silber wird unter anderem in der Elektro- und Elektronikindustrie oder medizinischen Produkten gebraucht. Aber auch andere Industriemetalle kosten inzwischen wieder deutlich mehr. Für eine Tonne Nickel mussten Anfang Juni sogar mehr als 20000 Dollar bezahlt werden. Zum Vergleich: Noch im Januar waren es weniger als 14000 Dollar.

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