Öl und Agrarrohstoffe: Sinkende Rohstoffpreise kommen im Euroraum kaum an

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Öl und Agrarrohstoffe: Sinkende Rohstoffpreise kommen im Euroraum kaum an

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Wegen des Kursverfalls des Euro gegenüber dem Dollar sind die Rohstoffpreise in Europa nur wenig gesunken oder sogar gestiegen.

Nicht nur der Ölpreis ist stark gefallen, auch Metalle und Agrarrohstoffe sind billiger geworden. Nur im Euroraum merkt man nicht viel davon. Schuld ist der Kursverfalls des Euro gegenüber dem Dollar.

Rohstoffe aller Art werden weltweit immer billiger - mit Ausnahme des Euroraums. Der Rohstoffpreisindex des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) ging im Januar gegenüber dem Dezember in Dollar gerechnet um 17 Prozent zurück, teilte das HWWI mit. Dies lasse sich maßgeblich durch die Rohölpreise erklären, die auf Dollar-Basis zuletzt um 21,6 Prozent niedriger notiert hätten.

Aber auch alle anderen Rohstoffe wurden in Dollar billiger: Nichteisen-Metalle um 6,9, Agrarrohstoffe um 3,1 und Genussmittel um 2,0 Prozent. Das HWWI führt diese Rückgänge teils auf konjunkturelle Gründe, teils auf gute Ernten und hohe Lagerbestände zurück.

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Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

  • Platz 5

    Anglo American

    Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern erreicht einen Börsenwert von 45,4 Milliarden Dollar. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

    Quelle: Bloomberg, Stand 10. Januar 2013.

  • Platz 4

    Xstrata

    Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und will sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammenschließen. Xstrata hat an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz sind bereits eng verflochten. Glencore hält rund 34 Prozent an Xstrata.

  • Platz 3

    Vale

    Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

  • Platz 2

    Rio Tinto

    Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

  • Platz 1

    BHP Billiton

    Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

„Wenn wir auf den Euroraum sehen, zeigt sich allerdings ein anderes Bild“, schränkte HWWI-Direktor Christian Growitsch ein. Wegen des Kursverfalls des Euro gegenüber dem Dollar seien die Rohstoffpreise im Euroraum entweder nur wenig gesunken oder sogar gestiegen. So hätten sich in Euro gerechnet Agrarrohstoffe um 3,0 Prozent und Genussmittel sogar um 4,1 Prozent verteuert.

Die Nachteile sieht Growitsch weniger bei der Industrie als vielmehr bei den Verbrauchern. „Für Industriebetriebe, die in den Dollarraum verkaufen, gleichen sich höhere Rohstoffkosten und Verkaufserlöse aus“, erklärte er. Viele Industrieunternehmen produzierten ohnehin in den Märkten, die sie beliefern. Zudem hätten sich die meisten international aktiven Unternehmen gegen Kursschwankungen abgesichert.

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Anders sieht es für die Verbraucher im Euroraum aus. Beispiel Rohkaffee: Die hochwertige Sorte Arabica, die in Deutschland überwiegend verkauft wird, wurde auf Dollar-Basis gegenüber dem Vormonat um 2,2 Prozent günstiger. In Euro hat sie sich jedoch um 3,9 Prozent verteuert. „Das ist wohl nicht genug, um die Kaffeepreise für die Endverbraucher in Bewegung zu setzen“, schätzte Growitsch. „Aber billiger wird es zumindest von der Rohstoffseite her auch nicht.“

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