OGI AG: Sagenhafte neun Prozent

OGI AG: Sagenhafte neun Prozent

, aktualisiert 27. Februar 2015, 11:56 Uhr
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Beim Informationsmaterial der OGI AG gibt es einige merkwürdige Auffälligkeiten.

von Niklas Hoyer

Die OGI AG aus Frankfurt hat Geld bei Privatanlegern eingesammelt. Doch beim Informationsmaterial gibt es einige merkwürdige Auffälligkeiten - nun stoppt sie ihr Angebot.

Anleger, die sich für die Angebote der Frankfurter Oil & Gas Invest AG, kurz OGI AG, interessieren, kommen schon mal durcheinander. Eine neue Arbeitsgemeinschaft Oil & Gas Investments nutzt genau das gleiche Kürzel. Sie will laut Website "transparente und wissenschaftliche Fakten über die globale Öl- und Gasindustrie" zusammentragen. Sie "arbeitet unabhängig, neutral und verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen".

Besonders verwirrend wird es, wenn dann, wie am 13. Februar geschehen, als "Newcomer des Monats" die Oil & Gas Invest AG vorgestellt wird. Merkwürdig auch, dass die angeblich neutralen Berichte zur Öl- und Gasindustrie der Arbeitsgemeinschaft ständig mit dem Schlagwort "Oil & Gas Invest AG" versehen werden, selbst wenn es darin um andere Themen und Unternehmen geht. Zur Registrierung der Website der Arbeitsgemeinschaft Website der Arbeitsgemeinschaft wurde ein kanadischer Dienst genutzt, der die Identität des Inhabers verschleiert.

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Ob die Frankfurter Oil & Gas Invest AG - um die es jetzt wieder gehen soll - etwas damit zu tun hat, bleibt so völlig offen. Ihr könnte es helfen, wenn Anleger bei einer Internetsuche nach der OGI AG nicht auf kritische Artikel zum Anlageangebot der OGI - einem sogenannten Erdöl-Wertbrief - stoßen, wie diesen Bericht der WirtschaftsWoche, sondern auf vordergründig neutrale Meldungen.

Hinter dem Erdöl-Wertbrief der OGI AG verbirgt sich tatsächlich ein Nachrangdarlehen. Bei finanziellen Problemen müssten die Anleger sich in der Schlange der Gläubiger also ganz hinten anstellen. OGI hat so Geld bei Privatanlegern eingesammelt und ihnen dafür, je nach Anlagesumme, neun bis zwölf Prozent Festzins versprochen. Laut Unternehmenswebsite jedoch "werden keine Zeichnungen von Anlegergeldern mehr angenommen", es würden "keine weiteren Finanzmittel benötigt". Dabei wollte die OGI AG nach eigenen Angaben dieses Jahr rund 25 Millionen Euro einsammeln; nach den letzten verfügbaren Angaben war nur knapp ein Viertel davon zusammengekommen. Warum trotzdem kein Geld mehr angenommen werden soll, bliebt vorerst völlig unklar.

Die Gewinne der OGI sollen aus der Ausbeutung von Ölvorkommen in den USA stammen, vor allem einem angeblichen riesigen Ölvorkommen in Mississippi. Noch wird von der OGI AG dort aber kaum wirklich Öl gefördert. Stattdessen ruhen die Hoffnungen auf einem entsprechenden geologischen Gutachten eines Partnerunternehmens der OGI, der White Falcon Petroleum Technologies AG aus Zug in der Schweiz. Nach Darstellung der OGI AG handelt sich bei der erst 2010 gegründeten White Falcon um einen „der Weltmarktführer im Bereich Entdeckung, Messung und Erschließung von Erdöl- und Gasvorkommen“. Das entsprechende Gutachten der White Falcon vom 14. September 2014 bescheinigt der OGI einen "exorbitant großen Erdölvorrat von ca. 120 Millionen Barrel (120 Millionen Fässer mit je 159 Liter Erdöl)", der sich "problemlos an die Erdoberfläche fördern" lasse.

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