Onlinebanken nur als Zweitkonto: Sparer bleiben der Bankfiliale treu

Onlinebanken nur als Zweitkonto: Sparer bleiben der Bankfiliale treu

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Kunden legen wert auf Beratung vor Ort.

Regelmäßig wird den Banken vorgeworfen, sie seien zu traditionell aufgestellt und hätten den digitalen Wandel bereits verschlafen. Eine neue Studie zeigt, dass Kunden andere Präferenzen haben.

Nirgends lässt sich die Digitalisierung des Finanzbereichs so direkt ablesen wie an einer Bankfiliale. Viele Bankkunden verschlägt es dorthin nur noch zum Geldabheben, in den kleinen Räumen mit Geldautomaten und Kontoauszugdruckern ist Schluss. In die Schalterhalle verirrt sich kaum jemand. Warum also sollten Sparer mit ihren Gebühren für Konto oder Depot die teure Infrastruktur der Filialbanken finanzieren, wenn sie alles doch auch günstiger bei den Direktbanken haben können.

So oder so ähnlich hat man die Argumentation gegen die "alte" Filialbank und für die "neue" Onlinebank schon häufig gehört. Nun zeigt allerdings eine neue Studie, dass die deutschen Sparer bei der Wahl der Bank offenbar traditioneller sind, als es viele Direktbanker wahr haben wollen. Demnach kommt für über 90 Prozent als Hausbank nur eine Filialbank in Frage. Persönlicher Rat vor Ort wird von den Sparern erwartet, so das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Kampmann, Berg und Partner. Das Hamburger Unternehmen berät insbesondere Banken, die Sparkassengruppe ist laut Firmenangaben einer der Hauptkunden. Die Studie beruht auf einer Umfrage unter rund 1000 Deutschen zwischen 18 und 69 Jahren.

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Zwar gaben fast 30 Prozent der Befragten an, mindestens ein Konto bei einer Direktbank zu haben. Allerdings seien das fast immer Zweit- oder Drittkonten gewesen. Nur gut jeder Zehnte habe die Direktbank als seine Hausbank angegeben, so die Berater. "Direktbanken können Filialbanken nicht ersetzen", schlussfolgert Thomas Nitschke, Partner bei Kampmann, Berg & Partner.

Vor allem für Serviceleistungen wird die Filiale offenbar weiterhin geschätzt. Laut Umfrage besucht jeder Zweite mindestens einmal im Monat eine Filiale, um Überweisungen zu tätigen. Zwar werden dafür auch Onlineformulare genutzt, dennoch wollten viele auf einen Ansprechpartner vor Ort nicht verzichten.

Entsprechend unbeliebt sind Beratungsangebote per Telefon oder Online-Formular. Das Problem der Banken: sie machen im Privatkundengeschäft trotzdem häufig Verlust, weil sie die teure Infrastruktur in den Filialen vorhalten müssen, die die Margen drücken. Analysten der Ratingagentur Standard & Poor's konstatierten daher schon, deutsche Privatbanken drohten, an den Rand gedrängt zu werden, weil sie die Veränderungen der Zeit nicht rechtzeitig erkannt hätten und auf die Wünsche der digitalen Kunden eingingen.

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Einige Banken versuchen bereits, den Filialbesuch mehr zu einem Erlebnis zu machen, Loungemöbel und Kaffeeautomaten sollen den Kunden Lifestyle suggerieren. Laut der Umfrage ist das allerdings nicht unbedingt zielführend. Demnach wollen Kunden eine fundierte Beratung, fast jeder fünfte Kunde lehnt derartigen Schnickschnack sogar ab.

Seitens der Banken ist also ein Spagat gefragt - Kunden fordern Filialen, zu große und teure Räumlichkeiten belasten aber die Marge.

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