Ottes Orderbuch: Chancen durch Spin-Offs an der Börse

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PayPal-Angestellte bei der Zeichnung des Unternehmens an der Nasdaq.

Kolumne von Max Otte

Fiat und Ferrari, eBay und PayPal – Spin-Offs scheinen wieder in Mode zu sein. Nicht selten bringen Spin-Offs gute Einstiegsmöglichkeiten für Anleger. Ein Automatismus ist das aber nicht. Worauf es ankommt.

Abgespaltene und später börsennotierte Unternehmensbereiche können sich für Anleger lohnen. Unternehmen trennen sich von Geschäftsbereichen, die nicht mehr als Kerngeschäft angesehen werden und bringen das neu abgespaltene Unternehmen selbständig an die Börse. Aber auch hier kann es faule Eier geben. Um auf die richtigen Kandidaten zu setzen, sollte jeder Spin-Off genau unter die Lupe genommen werden.

Spin-Offs können aus mehreren Gründen interessant sein. Das Management des Mutterkonzerns erhofft sich davon, sich in der eigenen Struktur fokussierter aufzustellen. Häufig können die neuen eigenständigen Unternehmen dadurch Bürokratie abbauen, ihre Struktur ist übersichtlicher und klarer. Auch setzen sie mitunter durch die Verselbständigung Energien frei. Das neue selbständige Management des abgespaltenen Unternehmens beginnt viel unternehmerischer zu handeln, als dies früher als reine Unternehmensabteilung möglich gewesen wäre.

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WiWo Titel 36/2015 Quelle: Illustration: Dmitri Broido, Foto: iStock

Ein Positiv-Beispiel ist hier die erfolgte Abspaltung PayPals von eBay. PayPal ist einer der bekanntesten Bezahldienste überhaupt. Viele globale Marken wie iTunes, Starbucks, Dell und Walmart akzeptieren diese Zahlungsweise. Durch die Abspaltung von der Mutter eBay hat PayPal nun viel größeres Entwicklungspotenzial. So bestehen zum Beispiel Möglichkeiten, mit anderen Online-Verkaufsplattformen wie Amazon strategische Partnerschaften einzugehen.

Die Marktposition von PayPal ist gut und verzeichnete mit einem Anstieg um elf Prozent auf rund 170 Millionen aktive Benutzer-Accounts auch im zweiten Quartal 2015 weiter Erfolge. Mit einer Eigenkapitalquote von 48 Prozent ist auch die Bilanz solide aufgestellt. Die Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen lag seit 2012 im Durchschnitt bei 15,9 Prozent pro Jahr, die Nettomarge bei rund elf Prozent. Wir leben in einem Zeitalter der Digitalisierung und der bargeldlose Zahlungsverkehr nimmt zu. PayPal ist daher in einem Wachstumsmarkt aktiv, was Entwicklungspotenzial für die Margen nach oben bietet.

Vorsicht vor „unechten“ Spin-Offs

Dennoch ist bei Spin-Off-Situationen jeder Fall einzeln zu prüfen. Vorsicht ist vor allem bei „unechten“ Spin-Offs geboten, bei denen das Management der Muttergesellschaft vor allem Kasse machen will und die Kontrolle über die Tochtergesellschaft nicht wirklich abgibt. Das war so im Fall der Deutschen Telekom, die mit dem Börsengang ihrer Tochter T-Online im Jahr 2000 über 100 Millionen einkassierte und nur sechs Jahre später mit einem lausigen Rücknahmepreis die Rückverschmelzung abwickelte.

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Vorsicht ist auch bei Börsengängen geboten. Bei Neuemissionen arbeitet ein ganzes Heer an hochbezahlten Spezialisten daran, die Aktie im besten Licht darzustellen und einen möglichst hohen Emissionspreis zu rechtfertigen. Es ist daher empfehlenswert, sich auf Unternehmen zu konzentrieren, die den Börsengang schon mehrere Jahre hinter sich haben und die man gut beurteilen kann.

Hinweis/Disclaimer:

Prof. Dr. Max Otte berät beziehungsweise Unternehmen, an denen Prof. Dr. Max Otte beteiligt ist, beraten den PI Global Value Fund (WKN: A0NE9G) und den Max Otte Vermögensbildungsfonds (WKN: A1J3AM). Diese beiden Fonds könnten Positionen in Titeln halten, die in dieser Kolumne genannt sind.

Für den Fall, dass Leser dieser Kolumne Positionen in einen genannten Titel in einem Umfang erwerben, der dazu geeignet ist, den Preis des Titels zu beeinflussen, könnte der Verfasser dieser Kolumne und / oder einer beziehungsweise beide die Fonds im Falle der Veräusserung des Titels aus deren Portfolio nach einem solchen Kursanstieg vom Erwerb des Titels durch die Leser der Kolumne profitieren. Auch im Falle eines Verkaufs in einem entsprechenden Umfang durch Leser der Kolumne könnte der Verfasser dieser Kolumne und / oder einer beziehungsweise beide Fonds von fallenden Kursen durch günstigere Einstiegskurse im Falle eines späteren Kursanstiegs profitieren.

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