Ottes Orderbuch: Die besten Investments im Cloud-Business

kolumneOttes Orderbuch: Die besten Investments im Cloud-Business

Kolumne von Max Otte

Das Cloud-Business ist eine stark wachsende Branche. Davon profitieren auch Anleger. Wer in die richtigen Anbieter investiert, kann von deren zunehmender Marktmacht profitieren.

Früher wurden Brücken vor allem vom Staat besetzt – oder von Wegelagerern. In Preußen und später in der sozialen Marktwirtschaft hat der Staat sich dem Gemeinwohl verschrieben und die Preise für solche öffentlichen Güter wie Elektrizität, Telefonie oder Wasser reguliert. Heute nutzt jeder Anbieter seine Macht gegenüber Kunden, so gut er kann. Und immer weniger Güter werden im allgemeinen Interesse reguliert. Das gilt auch für die Zukunftsbranchen. Wer die Brücken des Informationszeitalters kontrolliert, wird prächtig verdienen.

Eine solche Brücke und stark wachsende Branche ist das Cloud-Business. Immer mehr Daten und Programme wandern von der computereigenen Festplatte weg auf irgendwelche virtuellen Server. Für Nutzer ist das freilich praktisch. Vor allem die Synchronisationsmöglichkeiten mit allen mobilen Geräten und die damit ständige Verfügbarkeit der eigenen Daten vereinfachen die Nutzung und erwecken dabei gleichzeitig ein Gefühl von „Freiheit“. Doch von „Freiheit“ kann hier eigentlich keine Rede sein. Abgesehen davon, dass hierdurch die totale Kontrolle durch NSA und Co ermöglicht wird, hat das Ganze auch für die Anbieter dieser Cloud-Services erhebliche Vorteile: sie können ihre Kunden kontrollieren und durch ihre Dienstleitungen Computing Power und Software kräftig und gezielt an der Preisschraube drehen.

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Vor- und Nachteile des Cloud Computing

  • Kosten

    Wenn ein Unternehmen seine Kundendatenbank nicht im eigenen Rechenzentrum pflegt, sondern einen Online-Dienst wie Salesforce.com nutzt, spart es sich Investitionen in die Infrastruktur. Die Abrechnung erfolgt außerdem zumeist gestaffelt, zum Beispiel nach Nutzerzahl oder Speicherverbrauch. Geschäftskunden erhoffen sich dadurch deutliche Kosteneinsparungen.

  • Skalierbarkeit

    Wer Speicherplatz im Netz mietet, kann flexibel auf die Nachfrage reagieren und den Bedarf unkompliziert und schnell erhöhen oder versenken. Wenn beispielsweise ein Startup rasant wächst, fährt es einfach die Kapazitäten hoch. Somit fallen auch niedrige Fixkosten an.

  • Einfachheit

    Die Installation auf den eigenen Rechnern entfällt. Damit lässt sich ein neues System äußerst schnell einführen. Auch die Updates bereiten keine Probleme mehr, somit sinkt der Administrationsaufwand. Allerdings lassen sich die Cloud-Dienste in der Regel auch nicht so individuell konfigurieren.

  • Ortsunabhängigkeit

    Zur Nutzung der Cloud-Dienste benötigen Mitarbeiter lediglich einen Internetanschluss – unabhängig von ihrem Aufenthaltsort und dem Gerät, das sie nutzen.

  • Sicherheit

    Die Daten-Dienstleister werben damit, dass sie sich intensiver mit der IT-Sicherheit beschäftigen als einzelne Nutzer oder Unternehmen. Allerdings sind die Rechenzentren der Cloud-Anbieter aufgrund der großen Datenmenge auch ein attraktives Ziel für Angriffe von Hackern. Zudem ist von außen schwer nachzuvollziehen, ob der Anbieter die Daten ausreichend vor den eigenen Mitarbeitern schützt. Die Auslagerung bedeutet somit einen Kontrollverlust.

  • Abhängigkeit

    Viele Unternehmen sind von ihrem Dienstleister abhängig, weil sie nicht ohne weiteres zu einem anderen Anbieter wechseln können. Das liegt etwa daran, dass sie ihre Systeme aufwendig an die Schnittstellen anpassen müssen. Auch Nutzer haben oft Schwierigkeit, wenn sie mit ihren Daten den Anbieter wechseln wollen. Eine weitere Frage: Was ist, wenn der Betreiber eines Dienstes pleite geht? Erst wenn es Standards gibt, die den Wechsel von einem zum anderen Dienstleister ermöglichen, sinkt die Abhängigkeit.

Anleger aufgepasst

Jetzt verstehen Sie vielleicht auch, warum die großen Konzerne wie IBM oder Cisco Systems so kräftig die Werbetrommel für die Cloud rühren. Solange die europäische Politik so machtlos ist, wie sie ist, wird sich diese Entwicklung nicht aufhalten lassen. Die Cloud wird also ein veritabler Wirtschaftsfaktor. Dies bietet gleichzeitig auch Chancen für Anleger, wenn Sie auf die in diesem Business führenden Anbieter setzen.

Anbieter Nummer 1 im Cloud-Business ist – nahezu unbemerkt – Amazon. Das Unternehmen hat mit seinen Amazon Web Services (AWS) derzeit einen Marktanteil von 29 Prozent. Nummer 2 ist Microsoft mit elf Prozent, gefolgt von IBM (sieben Prozent) und Google (fünf Prozent).

Peter Schaar über iCloud und Privatssphäre Welche Daten in die Cloud gehören - und welche nicht

Wer Cloud-Anwendungen nutzt, verliert die Kontrolle über seine Daten, sagt der frühere Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar. Im Interview spricht er über Datenschutz und Datensicherheit in der iCloud.

Apple Cloud iCloud Datenschutz Quelle: dpa

Amazon ist ein Unternehmen, das wirklich schwierig zu bewerten ist. Jeff Bezos setzt voll auf die Zukunft und vernachlässigt Gewinn und Cash Flow mehr oder weniger komplett. Bis jetzt hat die Strategie funktioniert. Ich fand das Unternehmen dennoch immer zu schwierig zu bewerten.

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Auch wenn ich die Entwicklung der totalen Vernetzung, dem Internet der Dinge und anderem mit wachsamer Skepsis begegne – all dies mag wie die Cloud praktisch sein, beraubt uns aber unserer Selbstbestimmung und macht uns immer gläserner, kommen Investoren an Unternehmen wie Google und anderen US-Konzernen nicht vorbei, wenn sie an wachstumsstarken Branchen beteiligt sein wollen. Leider hinken deutsche Unternehmen hier weit hinterher – und überhaupt ist unter den führenden Anbietern von Cloudservices leider kein europäisches Unternehmen.

Nach dem kürzlich erfolgten steilen Kursanstieg von Google ist die Aktie derzeit im Bereich der fairen Bewertung. Damit ist das Papier aber noch nicht überteuert. Auch IBM und Microsoft sind von der Bewertung her noch interessant. Microsoft hatte zwar im Cloud-Business einen späten Start, kann aber seine bestehende riesige Basis an fest installierten Programmen nutzen und ist dabei, Amazons Vorsprung Schritt für Schritt zu verringern.

Max Otte ist Herausgeber des Börsenbriefs "Der Privatinvestor" und berät den Max Otte Vermögensbildungsfonds für Privatanleger (WKN A1J3AM)), der nach seiner Strategie und Methode der Königsanalyse investiert.

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