Pensionsfonds: Renditen brechen deutlich ein

Pensionsfonds: Renditen brechen deutlich ein

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Die Pensionsfonds der Länder leiden unter Mini-Renditen.

Die Pensionsfonds der Bundesländer werfen laut einem Medienbericht kaum noch Rendite ab. Einige der Fonds schichten mittlerweile in riskantere Aktien um. Der Beamtenbund mahnt Balance zwischen Ertrag und Risiko an.

Die von den Pensionsfonds der Bundesländer erwirtschafteten Renditen sind wegen der Magerzinsen am Kapitalmarkt drastisch eingebrochen. Teilweise hätten sich 2015 die Erträge der Fonds zum Vorjahr auf unter zwei Prozent halbiert, berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

Über die Fonds legen elf Bundesländer Geld am Markt an, um für ihre Beamtenpensionen vorzusorgen. Weil vergleichsweise sichere Papiere wie Staatsanleihen kaum noch Erträge abwerfen, schichten einige der Fonds in riskantere Aktien um. Der Deutsche Beamtenbund mahnt, dabei die Sicherheit der Geldanlagen nicht aus dem Auge zu verlieren.

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Die Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) bringt den Staat in eine paradoxe Lage: Einerseits profitieren der Bund und die Länder als Emittenten von Staatsanleihen von den niedrigen Zinsen. Andererseits bekommen sie aber wie normale Investoren kaum noch Renditen für ihre eigenen Geldanlagen. Dieses Problem verschärft sich, weil jedes Jahre alte – hoch verzinste – Anleihen auslaufen und ersetzt werden müssen.

Nach einer Umfrage der Zeitung unter den Bundesländern waren 2014 die Renditen der Versorgungsfonds aus Zinserträgen und anderen Einkünften wie Dividenden teilweise noch sehr gut. So habe das Plus in Sachsen-Anhalt damals noch 8,26 Prozent betragen, in Baden-Württemberg 7,55 Prozent.

Ein Jahr später ging es dann steil bergab: In Baden-Württemberg auf 3,65 Prozent, in Sachsen-Anhalt auf nur noch 1,98 Prozent und in Nordrhein-Westfalen sogar auf lediglich 1,48 Prozent. Für 2016 sehe es noch düsterer aus, berichtete das Blatt. Sachsen-Anhalt zum Beispiel habe im ersten Halbjahr dieses Jahres gerade einmal 0,16 Prozent Ertrag verzeichnet.

Überalterung trifft öffentliche Haushalte hart

Für die Länder spielen die Fonds als zusätzliche Vorsorge neben den Steuermitteln eine wichtige Rolle. Werfen ihre Anlagen kaum Rendite ab, müssen sie mehr Steuergeld in die Pensionen stecken. Dabei laufen auf die öffentlichen Haushalte wegen der demografischen Entwicklung gewaltige Kosten zu: Wegen der Überalterung scheidet in den kommenden zehn Jahren mehr als ein Viertel der 4,48 Millionen Beschäftigten aus dem öffentlichen Dienst aus, in den nächsten 20 Jahren sind es sogar 57 Prozent.

Um die Fondsrenditen zu erhöhen, schichten einige Länder ihre Anlagen verstärkt in Aktien um. Der Umfrage zufolge strebt etwa Baden-Württemberg an, den Aktienanteil von heute 40 Prozent auf 50 Prozent zu erhöhen. Der Chef des Deutschen Beamtenbundes, Klaus Dauderstädt, zeigte dafür prinzipiell Verständnis. "Die Anlagestrategie muss sich der Entwicklung am Kapitalmarkt anpassen", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Er mahnte aber, einerseits müsse eine verlässliche Rendite erwirtschaftet werden: "Andererseits muss das Vermögen so konservativ angelegt sein, dass sein Zweck nicht gefährdet wird."

Langfristig seien die Versorgungsfonds aber der richtige Weg, um auch Kapitalerträge zu nutzen, sagte Dauderstädt: "Insofern fordern wir auch Niedersachsen, Berlin, Saarland, Schleswig-Holstein und Bremen auf, entsprechende Vorsorge zu betreiben." Diese fünf Länder verzichten bisher auf Versorgungsfonds.

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