Post aus Harvard: Finanzielle Blasen vernichten unser Geld

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kolumnePost aus Harvard: Finanzielle Blasen vernichten unser Geld

Kolumne von Martin S. Feldstein

Zinsen sind derzeit unhaltbar niedrig, und das bedeutet Blasenbildung bei den Preisen für Staatsanleihen und andere Anlagen. Wenn die Zinsen wieder steigen, werden die Blasen platzen, und alle Besitzer erleiden Verluste.

Langfristige Zinsen sind derzeit unhaltbar niedrig, und das bedeutet Blasenbildung bei den Preisen für Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Wenn die Zinsen wieder steigen – und das werden sie auf jeden Fall! – werden die Blasen platzen, die Wertpapierpreise sinken, und alle Besitzer dieser Papiere erleiden Verluste. Soweit Banken und andere hoch verschuldete Akteure der Finanzwirtschaft zu den Besitzern zählen, kann das Platzen der Blasen zu Insolvenzen und zum Zusammenbruch des Finanzmarktes führen.

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Logos von Euro, Dollar, Yen Quelle: dpa/Montage

Der heute sehr niedrige Zinssatz langfristiger amerikanischer Staatsanleihen ist ein eindeutiges Beispiel für die derzeit falschen Preise für Anlagen auf dem Finanzmarkt. Für einen Treasury Bond über zehn Jahr gibt es derzeit weniger als zwei Prozent Zinsen. Angesichts einer Inflationsrate von zwei Prozent bedeutet das einen negativen Realzins. Die Rechnung wird bestätigt durch den gegenwärtigen Zinssatz von minus 0,6 Prozent für die so genannten TIPS (Treasury Inflated Protected Securities), bei denen sich nominale Zinszahlung und Rückzahlung des Kapitals mit der Geldentwertung verändern.

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In der Vergangenheit betrug die – wohlgemerkt: reale – Verzinsung zehnjähriger amerikanischer Staatsanleihen mehr als zwei Prozent. Dem entsprechend liegt die heutige Realverzinsung um die zwei Prozentpunkte unter dem historischen Durchschnitt. Diese Zinssätze galten allerdings in vergangenen Zeiten, als Haushaltsdefizite und die Verschuldung der US-Regierung viel niedriger als heute waren. Wir haben aber Haushaltsdefizite, die auf fünf Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) am Ende des kommenden Jahrzehnts geschätzt werden, und ein Verhältnis der Staatsschuld zum BIP, das sich in den vergangenen fünf Jahren ungefähr verdoppelt hat und weiter wächst. Unter diesen Umständen sollte eigentlich die Realverzinsung von Staatsanleihen deutlich höher sein als in der Vergangenheit.

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Der Grund für die heutigen unhaltbar niedrigen langfristigen Zinsen ist aber kein Geheimnis. Die Politik der „langfristigen Wertpapierkäufe“ durch die Federal Reserve, auch als „quantitative easing“ bezeichnet, hat die langfristigen Zinsen mit Absicht unten gehalten. Die Fed kauft Monat für Monat Anleihen und langfristige hypothekengesicherte Wertpapiere für 85 Milliarden Dollar. Im Jahr ergibt das eine Billion und 20 Milliarden Dollar. Da dieser Riesenbetrag höher ist als das Haushaltsdefizit, ist der Staat nicht mehr auf private Käufer für neu emittierte Anleihen angewiesen.

Wie die Fed angedeutet hat, wird sie irgendwann ihre Politik des Kaufs langfristiger Wertpapiere aufgeben und damit den Anstieg der Zinsen in einen normaleren Bereich ermöglichen. Offen bleibt dabei, wann und wie stark die Zinsen steigen sollten. Trotzdem projiziert die Haushaltsbehörde des Kongresses in Washington (CBO) bereits einen Anstieg der nominalen Verzinsung zehnjähriger Staatsanleihen auf mehr als fünf Prozent bis 2019 und für die fünf darauf folgenden Jahre.

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