Postbank-Studie: Niedrigzinsen schrumpfen Sparvermögen um Milliarden

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Postbank-Studie: Niedrigzinsen schrumpfen Sparvermögen um Milliarden

, aktualisiert 03. August 2013, 09:55 Uhr
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Das Sparvermögen in Deutschland sinkt: Laut einer Studie der Postbank verlieren die angehäuften Rücklagen der Deutschen in diesem Jahr um Milliarden an Wert.

Die niedrigen Zinsen der EZB greifen das Vermögen der Deutschen an. Laut einer Studie verlieren die Rücklagen der Bundesbürger 2013 rund 14 Milliarden Euro an Wert. 2014 könnte es noch schlimmer kommen.

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zehrt einen immer größeren Teil der Ersparnisse in Deutschland auf. Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Berechnungen der Postbank berichtet, verlieren die Sparvermögen bei Banken in diesem Jahr real rund 14 Milliarden Euro an Wert. Im nächsten Jahr liegt der Vermögensverlust demnach unterm Strich sogar bei 21 Milliarden Euro. „Durch den Anstieg der Inflation bei anhaltend niedrigen Zinsen wird sich die reale Vermögensentwertung beschleunigen“, sagte Postbank-Chefstratege Marco Bargel der Zeitung. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Donnerstag angedeutet, den Leitzins bis weit in das Jahr 2014 hinein auf dem aktuellen Rekordtief von 0,5 Prozent halten zu wollen.

Demnach will die EZB die angeschlagene Wirtschaft in der Euro-Zone noch bis mindestens ins nächste Jahr hinein mit billigem Zentralbankgeld aufpäppeln. Die Zinsen würden „für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen Niveau oder darunter liegen“, bekräftigte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zuvor das rekordniedrige Zinsniveau von 0,5 Prozent wie erwartet nicht angetastet. Laut Draghi wird die Politik des billigen Geldes „die schrittweise Erholung der Konjunktur im Rest des Jahres und 2014“ anschieben.

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Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Quelle: rtr

Er blieb beim Ausblick dennoch bewusst vage. Die EZB müsse flexibel bleiben und könne nicht vorab „ein klares Ende“ für die Niedrigzins-Ära in Stein meißeln, betonte der Italiener. Künftig soll die Öffentlichkeit aber zumindest mehr Einblick erhalten, wie in der EZB um Entscheidungen gerungen wird. Im Herbst soll eine Freigabe der bislang geheim gehaltenen Ratsprotokolle auf die Tagesordnung kommen.

Die Wirtschaft habe sich zuletzt zwar stabilisiert, „allerdings auf niedrigem Niveau“, erklärte Draghi. Zudem sei die Inflationsgefahr auch „auf mittlere Sicht“ gering. Obwohl sich Draghi auch auf hartnäckige Nachfragen nicht aus der Reserve locken ließ, lässt seine Einschätzung des Preisdrucks darauf schließen, dass er auf absehbare Zeit keine Zinserhöhung ins Auge fasst. „Die Zentralbank sieht keinen Handlungsbedarf, von der Niedrigzins-Politik abzurücken – und warum sollte sie auch?“, sagte Analyst Rainer Sartoris von der Privatbank HSBC Trinkaus. Die Euro-Zone habe weiterhin Probleme und insofern sei klar, dass „erst einmal alles beim Alten bleibt“.

Die Hüter der Gemeinschaftswährung hatten den Schlüsselzins Anfang Mai wegen der hartnäckigen Rezession in vielen Ländern auf 0,5 Prozent gesenkt. Nun zeichnet sich allerdings eine leichte Erholung ab: Die Industrie in der Euro-Zone ist im Juli erstmals nach langer Pause wieder gewachsen. Dafür sorgten die steigende Nachfrage nach Exportwaren und stabilere Binnenmärkte. Da auch die chinesische Industrie erfolgreich in die zweite Jahreshälfte startete, wächst die Hoffnung auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. In einem Brief an eine Europa-Abgeordnete nannte Draghi die Geldpolitik „sehr konjunkturstützend“. Die Erholung dürfte nach seiner Ansicht im zweiten Halbjahr einsetzen.

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