Private Finanzen: Was Handelsblatt-Redakteure für die Geldanlage raten

Private Finanzen: Was Handelsblatt-Redakteure für die Geldanlage raten

, aktualisiert 22. November 2011, 06:44 Uhr
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Florian Kolf, stellvertretender Chefredakteur Handelsblatt Online

Quelle:Handelsblatt Online

Aktien? Gold? Oder Kunst? Selten war es für private Investoren so schwer, die richtige Anlageform zu finden. Handelsblatt-Redakteure erzählen, was sie in in der aktuellen Krise für den Umgang mit Kapital empfehlen.

Florian Kolf, Düsseldorf 

Es ist das Los eines jeden Wirtschaftsjournalisten, dass er ständig nach Geheimtipps oder zumindest guten Ratschlägen für die private Geldanlage gefragt wird. Es ist eine mehr als heikle Angelegenheit – über die im Falle von Fehlspekulationen sogar schon gute Freundschaften zerbrochen sein sollen. Trotzdem wollen wir hier – in aller gebotener Vorsicht – versuchen, gerade angesichts der turbulenten Märkte aus unserer Erfahrung heraus ein paar Schneisen zu schlagen und Ideen für die Kapitalanlage zu geben.

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Verstehen Sie uns bitte nicht falsch: Das sind keine Anlagetipps im klassischen Sinne mit konkreten Empfehlungen für einzelne Papiere. Das wäre unseriös. Aber vielleicht bieten die Empfehlungen der Handelsblatt-Redakteurinnen und Redakteure Ihnen wertvolle Anregungen für Ihre eigene Entscheidung.

Für mich persönlich gibt es angesichts der völlig unklaren Lage an den Finanzmärkten im Moment nur eine Sache, in die ich mit gutem Gewissen und voller Überzeugung investieren kann: In die Zukunft meiner Kinder. Und das bedeutet in erster Linie, mit einer hochklassigen und vielseitigen Ausbildung die Basis für ihr späteres Leben zu legen. So absolviert eine meiner Töchter zurzeit ein Highschool-Jahr in den USA. Sie soll damit nicht nur ihr Englisch verbessern und zu einer selbstständigen Persönlichkeit reifen, sondern auch ein Gefühl für die Chancen der Globalisierung bekommen.

Neben einer guten Schulbildung halte ich aber auch eine Vertiefung der Allgemeinbildung, beispielsweise durch Musikunterricht, für wichtig. Daneben kann man Geld langfristig anlegen, beispielsweise in Aktienfonds, damit es für Ausbildung oder Studium nach der Schule zur Verfügung steht. Aber das Wichtigste ist: Investieren Sie viel Zeit in Ihre Kinder, bringen Sie Ihnen Kultur nahe und zeigen Sie Ihnen die Welt. Es wird sich auszahlen.

Aber meine Kollegen werden Ihnen auf den folgenden Seiten noch zahlreiche ganz andere Ideen liefern. Machen Sie sich selbst ein Bild – und sagen Sie uns gerne anschließend Ihre Meinung.


„An der Aktie führt kein Weg vorbei“

Jessica Schwarzer, Düsseldorf

Für mich sind Aktien erste Wahl, auch und gerade in stürmischen Börsenzeiten. Ich investiere langfristig und sammele in Krisenzeiten Standardwerte mit günstigem Kurs-Gewinn-Verhältnis ein. Auch Aktien, die unter Buchwert notieren, schaue ich mir genauer an. Außerdem spare ich monatlich in zwei Indexfonds-Sparpläne.

Interessant finde ich auch Unternehmensanleihen – mitunter mische ich auch Hybrid-Anleihen, also nachrangiges Kapital, von soliden Schuldnern bei. Nach der Lehman-Pleite habe ich damit nicht nur hohe Zinserträge sondern auch satte Kursgewinne eingefahren.

Alexander Busch, Sao Paulo

Eigentlich sind Anlagetipps aus Brasilien oder Südamerika derzeit ziemlich einfach: Kauft Fazendas! Egal ob, darauf Soja oder Zuckerrohr wächst, Kaffee gepflanzt wird oder Rinder weiden. Angesichts einer stagnierenden Weltwirtschaft und steigender Inflation, aber gleichzeitig wachsender Weltbevölkerung und zunehmenden Wohlstand in den Emerging-Markets sind Investitionen in Landwirtschaft, sowie Lebensmittel- und Agrokonzerne langfristig spannende Anlagen. Einerseits weil Agrarflächen weltweit knapp und teuer werden. Andererseits, weil Agrarrohstoffe eine interessante Wertentwicklung haben könnten.

Brasilien wurde von Goldman Sachs unter anderem deswegen in den BRIC-Club der schnellwachsenden Volkswirtschaften aufgenommen, weil Brasilien zunehmend zum Brotkorb der Weltwirtschaft wird. Brasilien exportiert heute als wichtigster Anbieter zwölf verschiedene Agrarrohstoffe – von Kaffee und Orangensaft, über Steaks und Hühnerschlegel bis Soja und Zucker. Deren Preise entwickeln sich seit Beginn der Weltwirtschaftskrise 2008 weniger zyklisch als andere Rohstoffe.

Ein Grund für diese neue Stabilität: Vor allem arme Menschen werden weltweit wohlhabender und konsumieren deswegen mehr. Das dürfte auch noch eine ganze Weile so anhalten. So weit so gut. Das Problem: Nicht jeder kann sich eine Fazenda in Südamerika kaufen. Denn Farmen sind teuer, nicht einfach zu kaufen und wegen der teilweise schwer durchzusetzenden Eigentumsrechte und Beschränkungen für Landkäufe für Ausländer in Südamerika auch nicht eine so sichere Anlage, wie wir es aus Europa gewohnt sind.

Doch wer sein Risiko minimieren will, der muss eben auf Aktien von brasilianischen Agrar- und Lebensmittelkonzernen ausweichen: Cosan, der Zucker- und Ethanolriese, BR Foods, der Hühnermäster oder den Rinderzüchter Marfrig.

Jörg Hackhausen, Düsseldorf

An der Aktie führt kein Weg vorbei. Mir gefällt einfach, dass ich mich mit Aktien an einem Unternehmen beteilige, dass mir ein Teil der Firma gehört. Es gibt keine andere Geldanlage ein, die so einfach zu durchschauen, gleichzeitig so flexibel ist und - mit etwas Geschick - eine ansehnliche Rendite abwirft. Natürlich sind die Zeiten nicht gerade leicht für Aktionäre. Die Kurse schwanken stark - ein Unternehmen wie Volkswagen soll von einem Tag auf den anderen mehrere Milliarden weniger, dann wieder mehr wert sein. Das nervt.

Auch ein Absturz wie im August und September, bei dem es mit dem Dax um 20, 30 Prozent abwärts geht, ist jederzeit wieder möglich. Deshalb würde ich aktuell nicht noch mehr in Aktien stecken, sondern noch etwas Geld zurückhalten. Wer sich gegen Verluste am Aktienmarkt absichern will, kann es mit Put-Optionsscheine probieren – vorausgesetzt er weiß, was er tut, und tut das mit Bedacht. Wenn sich der Dax dann wieder mal der 5000-Punkte-Marke nähern oder darunter rutschen sollte, ist es an der Zeit mutiger zu werden. Dann sollte man Schritt für Schritt nachkaufen; am besten Unternehmen mit einem klaren Geschäftsmodell, überschaubaren Schulden und einer ordentlichen Dividende. Solche Firmen sind es allemal wert, sich an ihnen zu beteiligen.


„Goldschmuck oder Diamantring?“

Ruth Berschens, Brüssel

Filigraner Jugendstil, monumentaler Historismus, strenger Neoklassizismus - Belgien ist voll von architektonischen Schätzen des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts. Vor allem die Hauptstadt Brüssel glänzt mit archiktonischer Vielfalt. Das gilt nicht nur für die repräsentativen öffentlichen Bauten, sondern auch für privat genutzte Immobilien. Allein in der Jugendstil-Epoche entstanden 15.000 Häuser in Brüssel.

Belgiens Nachbarn im Westen haben den Charme der vielen wunderschönen Ein- und Mehrfamilienhäuser längst für sich entdeckt. Franzosen strömen seit Jahren in Scharen nach Belgien und legen ihr Vermögen dort gerne in Immobilien an. Die sind in Belgien - ganz im Gegensatz zur exorbitant teuren französischen Hauptstadt - immer noch erschwinglich.

Die Franzosen vermeiden außerdem die hohe Vermögenssteuer in ihrem Heimatland. In Belgien gibt es diese Abgabe nicht. Ein dritter beträchtlicher Vorteil kommt hinzu: Mieteinkünfte sind in Belgien einkommensteuerfrei - ein anderswo in Europa unbekannter Luxus. Davon können auch deutsche Staatsbürger profitieren - egal ob sie in Belgien leben oder nicht. Der deutsche Fiskus kann auf Mieteinnahmen im europäischen Ausland nicht zugreifen.

Warum also in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Die Franzosen haben das längst begriffen - und erobern ihr Nachbarland im Osten: Immer mehr von ihnen leben in Brüssel und arbeiten in Paris. Bei einer Fahrzeit von knapp eineinhalb Stunden im TGV von der Brüsseler Gare du midi zur Pariser Gare du Nord ist das kein Problem mehr. Deutsche könnten es genauso machen: Von Brüssel nach Köln benötigt der TGV knapp zwei Stunden. Der Sprung ist kurz in das französische Savoir-Vivre in der frankophonen belgischen Hauptstadt.

Thomas Schmitt, Düsseldorf

Die ungebremste Geldvermehrung durch die Notenbanken macht mir Sorgen. Irgendwann kommt die große Inflation. Nun überlege ich, ob Goldschmuck oder ein Diamantring das richtige Weihnachtsgeschenk für meine Frau sind. Von diesem Gedankenspiel darf sie aber noch nichts wissen. Ansonsten geht die Debatte über Armut im Alter spurlos an mir vorbei.

Die Lebenserwartung für männliche Mitglieder meiner Familie liegt bei etwa 72 Jahren. Viel von der zu erwartenden Rente mit 70 werde ich also wohl nicht haben. Natürlich habe ich meine Familie über Versicherungen gut geschützt und hoffe, dass die deutsche Lebensversicherung so stabil bleibt wie bisher. 

Axel Postinett, San Francisco

Während in vielen Teilen der USA die Immobilienmärkte kollabieren, geht es in der Sonderwirtschaftszone Silicon Valley immer weiter bergauf. Nur mit viel Geduld sind noch ein paar Schnäppchen für Investoren zu finden. Vor allem San Francisco ist auf dem besten Weg, die Hauptstadt des Silicon Valleys zu werden. Start-Ups wie DropBox, Twitter, Zynga, Taulia, AirBnB oder Sqaure haben sich in der alten Hippie-Hochburg angesiedelt und es kommen ständig neue hinzu.

Die Stadt hat eine magische Anziehungskraft auf die Generation der jungen High-Tech-Worker der Generation 2.0, die anders als ihre Vorgänger vor zehn Jahren heute ordentlich Geld in den Taschen haben. Gut betuchte Angestellte von Google, Apple oder Facebook ziehen das quirlige „SF“ längst dem eher drögen Leben in den – zudem völlig überteuerten – Kleinstädten wie Sunnyvale oder Los Altos vor.

Der Immobilienmarkt in der Perle der Westküste hat zwei Gesichter: Während der angespannte Wohnimmobilienmarkt in der von drei Seiten vom Meer eingeschlossenen 800.000-Einwohnerstadt praktisch nur einen Weg, den nach oben, kennt, kämpft der Gewerbeimmobilienmarkt noch mit den Folgen der Finanzkrise und Leerständen. Bankverkäufe finden teilweise noch 30 bis 50 Prozent unter Verkehrswert statt. Doch langsam ziehen die Preise wieder an.

Vor allem, seit die Cloudcomputig-Firma Salesforce.com Ende 2010 für 278 Millionen Dollar eine fast 5,7 ha große Fläche für sein neues Hauptquartier gekauft hat. Einer der größten Grundstücksverkäufe in der Gesichte San Franciscos. Zudem verspricht Bürgermeister Ed Lee Steuererleichterungen für Unternehmensansiedlungen in den Stadtteilen SOMA (South of Market), heute einer der angesagtesten Standorte für Kunst, Kultur und Start-ups, und dem schrecklich heruntergekommenen Tenderloin im Herzen von San Francisco.

Bei der Suche nach einer Immobilie immer auf versierte Ortskenner zurückgreifen, Wert und Potenzial eines Objekts hängen manchmal nicht nur von der richtigen Straße, sondern der richtigen Straßenseite ab. Der Fachmann kann auch die Erdbebensicherheit der Konstruktion einschätzen, denn eines ist klar: Der Begriff „sichere Anlage“ ist in einer Stadt, die auf ihr nächstes großes Erdbeben wartet, mit Vorsicht zu genießen.


„Angespartes landet erst mal auf dem Tagesgeldkonto“

Laura de la Motte, Frankfurt

„Ich zahle regelmäßig in eine fondsgebundende Rentenversicherung und nutze die betriebliche Altersvorsorge. Außerdem habe ich noch vor der Finanzkrise etwas Geld in einen aktiv gemanagten Mischfonds gesteckt. Der ist in der Krise ziemlich abgesackt, hat sich inzwischen aber immerhin soweit erholt, dass ich wieder im Plus bin. Überzeugt bin ich von dem Fondsmanager allerdings nicht.

Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, mir Aktien-Indexfonds (ETFs) zu kaufen, die ohne einen Fondsmanager einfach einen Index nachbilden. Aber angesichts der derzeitigen Ausblicke für Aktien halte ich mich noch zurück und warte auf tiefere Kurse. Was ich spare, landet daher erst mal auf einem Tagesgeldkonto. Weil die Zinsen dort allerdings noch nicht mal die Inflation ausgleichen, investiere ich momentan das meiste Geld einfach in mich selbst, mache Fernreisen und zum Beispiel gerade einen Tauchschein.“

Markus Ziener, Washington

„Lange galt in den USA, dass in ökonomisch unsicheren Zeiten der Immobilienbesitz den besten Schutz vor Risiken bietet. Das ist zwar noch immer grundsätzlich richtig. Doch seit dem Absturz der Immobilienpreise im Zuge der Finanzkrise ist der Glaube an das Häuschen als sicherer Hafen erschüttert. Zumindest gibt es die sichere Erwartung nicht mehr, dass es mit dem Wert der Immobilie stetig nach oben geht. Allerdings: Wer die Niedrigpreise der letzten Jahre genutzt hat, um sich eine Immobilie zu kaufen, der dürfte kaum einen Fehler gemacht haben.

In den USA genauso wie in Deutschland ist aber noch immer ein Investment in Aktien beliebt. Trotz der ’Angstprämie’, die Aktienbesitzer beim Blick auf die Karussellfahrt der Börsen zu zahlen haben, verbriefen Anteilscheine einen realen Gegenwert an einem Unternehmen. Wenn diese ordentliche Dividenden ausschütten, sind die Kursschwankungen zu verkraften.

Von den Unsicherheiten profitieren in den USA aber auch die Goldhändler. Die werben jetzt verstärkt für Goldmünzen wie den American Eagle oder gleich ganze Barren. Dabei kommt den Händlern die amerikanische Mentalität zugute. In den USA haben die Menschen ihren Besitz lieber physisch auf dem Tisch als etwa ein virtuelles Goldzertifikat im Aktenordner.“

Wolfgang Drechsler, Kapstadt

„Südafrika ist ja das Land des Goldes. Und nach einem herben Rückschlag im September hat der Goldpreis in den letzten vier Wochen wieder fulminant angezogen. Für einen weiteren Anstieg über die magische Grenze von 2000 Dollar pro Unze spricht, dass die grundlegenden Probleme des Weltfinanzsystems bislang nicht gelöst sind und stattdessen durch immer neue Notbehelfe oder das Fluten der Märkte mit großen Mengen billigen Geldes nur vertagt wurden.

Auch scheinen die Notenbanken noch lange an ihrer Niedrigzinspolitik festhalten zu wollen (oder zu müssen) – ein ideales Szenario für Gold, da das Edelmetall weder Zinsen noch eine Dividende abwirft. Eine Alternative zu physischem Gold wie Barren oder Münzen stellen die Aktien der Förderer dar. Sie sind eine attraktive, wenn auch etwas riskantere Ergänzung des eigenen Portfolios.“


„Geld an der Börse zahlt sich nach wie vor aus“

Susanne Metzger, Frankfurt

„Ein Großteil meines Angesparten dümpelt auf dem Festgeldkonto vor sich hin. Angesichts der niedrigen Verzinsung hat schon manch einer in meinem Bekanntenkreis die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Aber ehrlich gesagt, mag ich mich auf volatilere Anlagen momentan nicht einlassen. Der Traum von der eigenen Immobilie, sei es ein Häuschen oder eine Wohnung, den ich in der nächsten Zeit gerne verwirklichen will, wird schließlich ein gewisses Eigenkapital erfordern. Kurzfristige Schwankungen im Wertpapierdepot kann ich da momentan wirklich nicht gut gebrauchen.“

Christian Panster, Frankfurt

„Den Großteil des Ersparten stecke ich in Aktien. In solide, vergleichsweise wenig schwankende Dividendenpapiere auf der einen und riskantere, zum Teil sehr volatile Aktien auf der anderen Seite. Zuletzt habe ich etwa Anteilscheine der Deutschen Telekom und von Asian Bamboo gekauft. Sollten die Inflationsraten künftig deutlich steigen, sind Aktien als Sachwerte weit besser geeignet als verzinsliche Anlagen. Da meine Aktienquote rund 80 Prozent beträgt, das Risiko also entsprechend hoch ist, sichere ich mein Depot über Shortpositionen ab.

Auch wenn die Kurse mittlerweile sehr viel kräftiger schwanken als noch vor zehn oder gar 20 Jahren, bin ich fest davon überzeugt, dass sich Geduld an der Börse immer noch auszahlt. Ich mag Warren Buffetts Ratschlag, man solle Aktien günstig kaufen und am besten niemals verkaufen. Als Depotbeimischung kaufe ich Gold. Nicht, weil ich fürchte, dass der Bäcker um die Ecke irgendwann kein Papiergeld mehr annimmt für sein Brötchen. Vielmehr meine ich, dass das unsichere Marktumfeld, die Angst der Menschen den Preis des Goldes weiter in die Höhe treibt. Bis diese Blase platzt wird noch viel Zeit vergehen.“

Hans-Peter Siebenhaar, Düsseldorf

„Neulich hat das farbenfrohe Bild von Gerhard Richter mit dem Titel ,Gudrun‘, eine Erinnerung an die RAF-Terroristin Gudrun Ensslin, auf einer Auktion den sagenhaften Preis von 13 Millionen Dollar erzielt. Das erst 24 Jahre alte, abstrakte Gemälde, das im Vordergrund ein intensives Rot vor schwarzen Diagonalen zeigt, liefert mal wieder den Beweis, wie lukrativ und attraktiv moderne Kunst gerade in Zeiten der Finanzkrise sein kann. Die Geschichte lehrt: Gerade in ökonomisch schwierigen Zeiten – das war schon in der Weimarer Republik so – bieten sich gute Kaufgelegenheiten.

Kunst kann den Investor zum Krisengewinnler machen. Denn Kunst ist ein Investment, das (an der Wand) täglich Freude macht – unabhängig von der Wertentwicklung an den Finanzmärkten. Kunst besitzt aber noch zwei weitere Vorteile: Zum einen ist sie eine globale Währung, zum anderen lässt sie sich in der Regel mühelos transportieren.“


„Zeit für eine ‚Investition ins Ich’“

Yasmin Osman, Frankfurt

„Bevor meine Wohnung nicht abbezahlt ist, gehe ich keine Risiken ein. Deshalb landet überschüssiges Geld auf Tages- oder Festgeldkonten, und zwar sicherheitshalber nicht nur bei einer Bank.“

Rolf Benders, New York

„Jetzt ist Zeit für eine ,Investition ins Ich‘. In der ganzen Diskussion darum, wie man sein Erspartes krisensicher macht, geht eines verloren: Der Mensch. Er lebt - auch und ganz besonders im Ruhestand - nicht von Geld allein. Gut leben bedeutet auch Fähigkeiten, einen Horizont und einen Freundeskreis zu haben, die einen tragen und einem erlauben, sich weiterzuentwickeln. Auch das ist Wohlstand und Vermögen. Deshalb ist die Investition in die eigene Persönlichkeit und Bildung im allerweitesten Sinne gerade jetzt kein dummer Gedanke.

Wer jetzt über die geringe Rendite solcher Aktionen mosert, sollte es mal so betrachten: Eine Investition in Gold bringt mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Dauer große Verluste. Nämlich im Fall, dass das Abendland nicht untergeht und der Goldpreis wieder in sich zusammenfällt. Das ist quasi die Risikoprämie, die Sie dafür zahlen, dass Gold wohl nie ganz wertlos wird. Angesichts dieser Aussichten erscheint mir die Rendite, die ein guter Sprachkurs oder Kochkurs abwirft, sehr verlockend. Und es hindert einen ja auch niemand daran, seinem Kind oder Enkel Wohlstandssicherung im hier gemeinten Sinne zu finanzieren.“

Ulf Sommer, Düsseldorf

„Wenn es um die vielen Chancen an den Finanzmärkten geht, bin ich ein risikofreudiger Mensch. Meine Vorgehensweise: Nur wenn der Dax billig ist, kaufe ich neue Dax-Fondsanteile hinzu. Billig ist der Dax meines Erachtens immer dann, wenn die Unternehmen an der Börse nur noch so viel kosten, wie es ihrem in den Bilanzen ausgewiesenen Eigenkapital entspricht. Solch eine Situation gibt es selten, zuletzt im Februar 2009.

Im Moment würden die Konzerne bei einem Dax-Niveau von 5200 Punkten so viel kosten wie sie an Eigenkapital ausweisen. Denn: Bei einem Dax von 5200 Punkten sind die Konzerne 580 Milliarden Euro wert. Genauso viel haben sie in ihren jüngsten Bilanzen auch an Eigenkapital angehäuft. Wenn der Dax also morgen auf 5200 Punkte rutschen sollte, werde ich zugreifen.“


„Mein Risikoprofil ist der Albtraum für jeden Bankberater“

Regina Krieger, derzeit Rom

„Das Engagement und der Erneuerungswille der Italiener nach dem Rücktritt Silvio Berlusconis ist beeindruckend. In Rom ist die Aufbruchstimmung mit den Händen zu greifen, bei Unternehmern, Ökonomen und bei vielen Politikern. Das Land muss in der Euro-Zone bleiben und es gibt dazu keine Alternative. Deshalb sage ich jedem, der mich in diesen Tagen fragt, dass ich italienische Staatsanleihen kaufe. Ich fühle mich in guter Gesellschaft: In Italien gibt es schon zahlreiche Initiativen, angeführt von Unternehmern, die zum persönlichen finanziellen Engagement aufrufen.“

Andrea Cünnen, Frankfurt

„Mein Risikoprofil ist der Albtraum für jeden Bankberater: stockkonservativ. Die Aussicht Geld zu verlieren schreckt mich mehr ab als die Chance auf höhere Erträge mich lockt. Von daher ist es für mich persönlich gar nicht schlecht, dass Redakteure obligatorisch einen Teil ihres Bruttogehaltes in eine Lebensversicherung einzahlen. Spekulationen mit Rohstoffen, Währungen oder auch mit Aktien passen zu meinem Risikoprofil nicht. Und ein Dax-Zertifikat von einer soliden Bank würde ich erst kaufen, wenn der Dax dramatisch gefallen ist – und dann wieder aussteigen, wenn er sich der Marke von 7000 Punkten nähert.

Hochverzinsliche Unternehmensanleihen finde ich als Beimischung interessant. Sie sind zwar ein riskanteres, aber zumindest halbwegs kalkulierbares Investment. Gerade zuletzt sind diese auch Junk-Bonds genannten Zinspapiere wieder recht billig geworden. Zu empfehlen sind sie allerdings vor allem als Fondsinvestment.“

Klaus Ehringfeld, Mexiko

„Die Zinsen in Europa sind im Keller. Der mexikanische Aktienmarkt fährt Achterbahn, da bieten sich Festgeldanlagen an. Die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas lockt ausländische Investoren noch immer mit hohen Zinsen. Für 28-tägige Cetes-Bonds werden in Mexiko 4,35 Prozent gezahlt. Von diesem Schnäppchen machen institutionelle, aber auch private Anleger munter Gebrauch, so dass die Dollar-Zuflüsse nach Mexiko fleißig anhalten. Wer doch lieber Aktien kaufen will, sollte über Bergbauunternehmen wie Grupo México oder Peñoles nachdenken.

Mexiko ist zweitgrößter Silber-Förderer der Welt und profitiert von der anhaltend hohen Nachfrage nach dem Edelmetall. Ein Geheimtipp ist das global tätige Backunternehmen Bimbo. Der mexikanische Familienbetrieb gehört zu den dynamischsten Unternehmen des Landes, die ständig auf Expansionskurs sind. Bimbo ist längst Marktführer in ganz Lateinamerika, aber selbst in den USA und China backen die Mexikaner schon große Brötchen.

Wer es lieber handfest hat, kauft Anteile vom mexikanischen Mischkonzern Grupo Alfa, der von Food über Petrochemie bis hin zu Automobilteilen alles macht. Das zur Gruppe gehörende Tochterunternehmen Nemak ist einer der wichtigsten Hersteller von Motorblöcken weltweit und hat auch Fabriken in Deutschland.“


„Ein großer Teil unseres Vermögens steht in der Garage“

Hans Eschbach, Düsseldorf

„In der Zeit um die Lehman-Pleite herum fragte ich eine Kollegin aus dem Finanzressort, ob es jetzt sinnvoll sei, Gold zu kaufen. Sie schlug mir die Idee mit fünf Worten aus dem Kopf: „Gold kann man nicht essen.“ Sollte es zu einer fundamentalen Krise kommen, könnte man auch für das Edelmetall keine Nahrungsmittel erhalten. Ihre Gegenfrage lautete, ob ich wüsste, womit die deutsche Mark nach der Weltwirtschaftskrise besichert worden ist. „Gold war es nicht?“ „Nein, die Deckung war Grund und Boden.“

Die Kollegin führte aus, dass offensichtlich auch andere schon auf diesen Gedanken gekommen waren und verwies darauf, dass es große Unternehmen gebe, die dabei seien, viel Grundbesitz zu erwerben, obwohl dies mit ihrem eigentlichen Geschäft nichts zu tun hätte. In den folgenden Jahren häuften sich dann auch die Nachrichten, dass reiche Schwellenländer in Afrika ganze Latifundien zusammenkaufen. Sie wollen sich eine sichere Basis für den Nachschub an Lebensmitteln und Rohstoffen schaffen.

Das persönliche Anlageverhalten ist natürlich eine direkte Funktion der eigenen Risikoeinschätzung. Ich persönlich rate dazu, in „pierre et terre“ zu investieren, also mit Sachwerten und Immobilien auf Nummer sicher zu gehen. Vielleicht braucht das Häuschen ja sowieso eine energetische Sanierung - die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist dann mit Zuschüssen dabei.

Zunächst weniger vermögenswirksam ist die Bildung von Rücklagen aus haltbaren Lebensmitteln. Auch wenn man den Zusammenbruch des Euros und eine Krise der Papierwährung als solche für unwahrscheinlich hält – ausschließen kann man sie nicht mehr. Das Euro-Krisenmanagement gleicht derzeit einem Schneeballsystem, bei dem es nur noch darum geht, ob es auseinanderbricht, bevor oder nachdem Deutschland seine letzten Mittel verbrannt hat. Da kann ein wenig Vorsorge für die letzten Dinge nicht schaden.“

Jens Koenen, Frankfurt

„Ein nicht unerheblicher Teil unseres Vermögens ist gelb und steht in der Garage. Es ist ein Oldtimer britischer Herkunft. Die Wertsteigerung ist überschaubar, das wissen wir. Aber Wertstabilität ist in diesen Tagen ja auch ein Kriterium. Hinzu kommt der Spaß. Welche Geldanlage bietet das sonst noch? Das zweite Investment ist das Eigenheim, in meinen Augen nach wie vor ein gutes und noch dazu nützliches Investment für das Alter. Ansonsten setzen wir auf konservative Anlagen wie etwa Tagesgeldkonten.

Lange Zeit standen bei uns auch Bundesschatzbriefe recht hoch im Kurs. Doch dort ist die Verzinsung selbst konservativen Anlegern, wie wir es sind, mittlerweile viel zu gering. Aus Aktien haben wir uns bereits nach dem Platzen der Internet-Blase zurückgezogen. Nur indirekt liegt diese Assetform noch in unseren Depots: über einen gemischten Aktien- und Rentenfonds. Seit nunmehr 15 Jahren füttern wir diesen, ein Zeitraum, der so manche Rezession relativiert. Deshalb werden wir auch hier dabeibleiben.“

Matthias Thibaut, London

„Wenn der Wert des Geldes fällt, steigen die Preiskurven von Kunst und Gold. Man spricht von ,emotionalen Vermögenswerten‘ und wenn Dagobert Duck auch Goldbarren küsst, ist die Kunst gemeint und was so in ihrer Nachbarschaft gehandelt wird – Briefmarken, Diamanten, Schmuck, Golddosen oder Perserteppiche. Ein Kistchen Château Lafite, Jahrgang 2000, das 2001 für 1600 Pfund eingelagert wurde, war im letzten Jahr 165.000 Pfund wert. Und was dachte der Besitzer des chinesischen Elfenbeinsiegels, gekauft in den 1940er-Jahren in Hongkong, laut Katalog 19. oder 20. Jahrhundert, als es diese Woche bei Christie’s in London von 3000 auf 646.000 Pfund kletterte? Nichts ohne Risiko.

Mahagoni Esstische gehörten bei den Briten über 250 Jahre zu den inflationsbeständigsten Investitionen, bis wohlhabende Kreise begannen, in der Küche zu essen. Parketts und Angst vor Flöhen zwangen den Markt für Perserteppiche in die Knie. Dagegen blieben Golddosen des 18. Jahrhunderts bis heute eine unschlagbar elegante Methode, Geld in der Hosentasche über Grenzen zu bringen. Auch wenn Devisenkontrollen eingeführt wurden. Aber Unsicherheit, Risikoscheu, mangelnde Sachkenntnis der Vielen macht die emotionale Investition zum Privileg der Wenigen.“


„Gute Anlagetipps hat es noch nie gegeben“

Bert Fröndhoff, Düsseldorf

„Gute Anlagetipps hat es noch nie gegeben und wird es nicht geben. Denn das Spiel folgt der Regel: Immer wenn ich hingehe, ist die Herde schon da, grast alles ab und tritt mir auf die Hufe. Derzeit kann man nur eines empfehlen: Investieren Sie in Ihre Lebensqualität. Gehen Sie gut essen (und verpassen dadurch Frank Plasberg, das ist gut für die Stimmung). Machen Sie schöne Urlaube (wie einfach doch die Menschen woanders leben!) Besuchen Sie Freunde (man sitzt in einem Boot, das tut gut). Gehen Sie einkaufen (dieses tolle Gefühl, mit prall gefüllten Tüten nach Haus zu kommen und zu rufen: ,Schaut mal...‘). Investieren Sie in Ihre Familie (dort gibt es das einzige stetige Wachstum, da kann man sich drauf verlassen).

All das bereitet große Freude und stärkt Geist und Körper. Zwanghaftes Sparen und der panische Blick auf Aktien- und Anleihemärkte – das macht doch nicht wirklich Spaß.“

Gertrud Hussla, Düsseldorf

„Als ich 1994 das Erbe meiner Eltern überwiesen bekam, hatte ich nur einen Vormittag Zeit, um das Geld anzulegen. Ich war gerade mitten in einem Umzug. Ich ging nur rasch die Zeitung nach Bundesanleihen mit der höchsten Rendite durch und steckte das gesamte Geld in Sechs-Prozenter mit einer Laufzeit bis 2016. Die Rendite lag aufgrund eines Kursabschlags sogar bei über sieben Prozent. Es war das beste Investment meines Lebens – die Zinsen sind danach nur noch gesunken und der Kurs der Anleihen ist entsprechend gestiegen.

Die Anleihen habe ich noch. Umschichten kommt nicht infrage, das kostet zu viel Gebühren. Ich versuche jedoch, eine Balance zwischen Anleihen, Aktien und Sachwerten zu halten. Aktuell stecke ich meine Ersparnisse in Sonderzahlungen für meine Eigentumswohnung. Damit spare ich Zinszahlungen von vier Prozent nach Steuern. So viel könnte mir keine seriöse Neuanlage bieten. Als Sachanlage habe ich jedoch jüngst einen perfekt restaurierten Grotrian Steinweg Flügel von 1907 gekauft. In alter Familientradition: Meine Mutter war Pianistin und hat 1936 ihr erstes Geld in einen neuen Steinway-Flügel gesteckt. Er hat damals 360 Reichsmark gekostet (1432 Euro), ist noch in Familienbesitz und heute 20.000 Euro wert.“

Finn Mayer-Kuckuk, Peking

„Das Problem westlicher Investoren mit China ist schon dreißig Jahre alt: Das Wachstum ist hoch, die Aussichten glänzend – aber wie nehmen wir daran teil? Die kommunistische Regierung hat um den Kapitalmarkt des Landes eine Mauer errichtet. Reine Finanzinvestments im Inland sind praktisch verboten. Die Währungsbehörde prüft jede größere Überweisung darauf, ob sie an einen Sachkauf gebunden ist. Was also tun?

Eine Alternative könnten Direktinvestments in chinesische Unternehmen sein. Das Problem mit der Kapitalmauer stellt sich auch hier, doch die Aktivitäten einiger chinesischer Fonds sind von der Regierung durchaus erwünscht – meist haben ihre Gründer gute Beziehungen. Es gibt zudem Alternativen wie den Shanghaier Fonds-im-Fonds Jade Invest, die das Problem der Finanzblockade mit allerlei Kniffen lösen.

Leider sind auch sie eher etwas für Profi-Anleger, die gleich mit mehreren Millionen Euro kommen. Wer viel Mut, überschüssiges Geld und gute Kontakte in China hat, könnte dort auch eine Immobilie erwerben. Landesweit gilt der Markt zwar als überhitzt, doch gute Lagen in Peking und Shanghai bieten wegen des hohen Wachstums und des schnellen Zuzugs in die Städte zumindest einen stabilen Ausblick. Leider gibt es für jeden Experten, der dem Markt noch Rendite zutraut, einen Pessimisten, der einen baldigen Totalabsturz prophezeit. Der Nervenkitzel ist also ähnlich hoch wie im Kampf um den Euro – doch zumindest folgt der chinesische Immobilienmarkt völlig anderen Zyklen und Gesetzen als die Eurozone.“


„Sparen Sie auf mehrere Arten“

Dorit Heß, Frankfurt

„Alles auf eine Karte setzen? Ein verlockendes Spiel, das es in vielen Varianten gibt. Im Kasino, auf der Rennbahn ... In einer Variante verbietet es sich aber: Spiele dieses Spiel nicht mit deinem Vermögen. Diese Regel hat durch die Krise noch an Bedeutung gewonnen. Denn eines hat sie uns gelehrt: Sicher ist nichts. Deshalb: Sparen Sie auf mehrere Arten. Und gönnen Sie sich was. Damit tun Sie sich was Gutes – und der deutschen Wirtschaft auch. Die kann es brauchen: Der private Konsum steuerte 2010 nur 0,4 Punkte zu den 3,7 Prozent Wachstum bei.“

Stefan Mauer, Neu Delhi

Kiran Merani wartet seit drei Jahren auf die Abrissbirne. Die Finanzkrise in Europa, die hohe Inflation in Indien, die immer weiter ansteigenden Zinssätze auf dem Subkontinent - nichts ist für das Vermögen des Metallhändlers so wichtig wie die Entscheidungen der zahlreichen Baubehörden in der Wirtschaftskapitale Mumbai, die in den letzten Jahren die Bagger immer wieder gestoppt haben. Würden sie ihnen endlich erlauben zu rollen, wäre Merani auf einen Schlag reich.

Vor 20 Jahren war seine Wohnung inmitten des besseren Fischerdorfs Bandra gute 100.000 Rupien (ca. 1470 Euro) wert. Heute liegt sie im von Hochhäusern gesprickten Bandra, dem neuen und heimlichen Zentrum Mumbais, in dem dumm ist, wer seine Wohnfläche für weniger als 1000 US-Dollar im Monat vermietet. Der Konzern, der an die Stelle von Meranis altem Wohnhaus ein neues Hochhaus bauen möchte, hat ihm zuletzt 40 Millionen Rupien für seine abbruchreife Wohnung angeboten - das ist mehr als eine halbe Million Euro.

Wer in Indien heute nicht nur Gold zu einem der vielen religiösen Feiertage kaufen möchte, der versucht, eine Immobilie zu erstehen. Insbesondere aufstrebende Städte wie Chennai machen vielen Indern Hoffnung auf ähnliche Preisentwicklungen wie in den Metropolen Mumbai oder Bangalore, wo die Preise viele Jahre lang fast automatisch im zweistelligen Prozentbereich zulegten.

Doch wer nicht vor Ort ist, geht auch ein Risiko ein. Undurchsichtige behördliche Regularien, unzuverlässige Bauherren und Verzögerungen bei den Bauarbeiten vergällen dem Käufer schnell das auf dem Papier so attraktive Projekt. Trotzdem sollte niemand den indischen Immobilienmarkt ganz aus dem Auge lassen. Nach den Kursstürzen 2009 hat der Infrastruktursektor besonders gelitten.

Seit Oktober 2010 zehren steigende Zinsen, höhere regulatorische Hürden und eine sinkende Nachfrage erneut an den Kursen - und haben zu einem deutlich höheren Minus als im Vergleichsindex Sensex geführt.

Für Anleger mit etwas längerem Horizont besteht deshalb die berechtigte Hoffnung, dass hier die Umkehr früher kommt als beim Gesamtmarkt. Die meisten negativen Nachrichten sind bereits eingepreist. Mit weiterhin positiven Gewinnaussichten für die großen Infrastrukturunternehmen des Landes scheinen die Aktien also bereits jetzt deutlich unterbewertet und im Vergleich zum breiten Aktienmarkt des Landes ein sicherer Hafen.

Zu den großen Spielern auf dem Markt gehören IRB Infrastructure Developers, Reliance Infrastructure, GMR Infrastructure und IVRCL Infrastructures and projects. Der große Index FTSE IDFC India Infrastructure ist in Deutschland allerdings nicht handelbar. Ein breiterer Markteinstieg ist zurzeit von hier aus nur nur über Fonds möglich.

Quelle:  Handelsblatt Online
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