Profi-Anlageempfehlung : Robuste Strukturen fürs Depot

Profi-Anlageempfehlung : Robuste Strukturen fürs Depot

, aktualisiert 17. Dezember 2011, 15:31 Uhr
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Oliver Postler ist Chief Investment Officer der Hypo-Vereinsbank Private Banking.

Quelle:Handelsblatt Online

Kaum Wachstum und Schuldenkrise: Auch im kommenden Jahr droht Investoren weiter die Unsicherheit. Flexibilität ist gefragt. Wie sie sich möglichst gut aufstellen, erklärt Experte Oliver Postler von der Hypo-Vereinsbank.

Viele Anleger, die aktuell Geld investieren wollen, stehen vor der Qual der Wahl: Welche ist die geeignetste Anlageform? Welche Investitionen sind noch lukrativ? An den Aktienmärkten wird auch im kommenden Jahr die Unsicherheit weiter andauern. Bei Rohstoffen stellt sich die Frage, ob sich ein Einstieg jetzt noch lohnt oder die Preise schon zu hoch sind. Auch bei Anleihen sind attraktive Renditen meist nur unter Inkaufnahme bestimmter Risiken zu erzielen.

Das Marktumfeld bleibt insgesamt schwierig: Die Schuldenkrise in Europa prägt weiterhin die Entwicklung der Märkte. Die wirtschaftliche Erholung setzt sich weiter fort, aber die Wachstumsraten schwächen sich deutlich ab. Vor 2013 ist nicht mit einer Leitzinserhöhung zu rechnen. Käufe von Staatsanleihen durch die Notenbanken, sowohl in den USA als auch Europa, drücken die Renditen. Eventuell wird die EZB sogar noch stärker aktiv eingreifen, um die Renditen für die europäischen Staatsanleihen niedrig zu halten.

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Möglich wäre in diesem Zusammenhang auch eine definierte Renditeobergrenze für Länder, welche die von der Troika (IWF, EU, EZB) geforderten Maßnahmen erfolgreich umsetzen - ähnlich der Ankündigung der Schweizer Nationalbank zur Kursrelation des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro. Auch die Inflationsrisiken bleiben bestehen. Jedoch dürfte die Konsolidierung bei den Rohstoffpreisen den Preisanstieg überschaubar halten. Wir erwarten etwa zwei Prozent Inflation für 2012 im Euro-Raum.


Neue Renditenormalität für Investoren

Daraus ergibt sich eine „neue Renditenormalität“ für Investoren: Sichere Anlagen sind rar und extrem teuer geworden. Vermeintlich sichere Anlagen wie langlaufende deutsche Staatsanleihen sind zudem nicht ohne Risiko. Bei möglichen Zinssteigerungen drohen gegebenenfalls sogar Kursverluste. Dazu kommt, dass real, also nach Inflation, kaum ein positives Ergebnis übrig bleibt - vor Steuern und Kosten. Damit haben sich diese Anleihen vom risikolosen Zins eher in Richtung zinsloses Risiko entwickelt. Dieses Umfeld spricht generell für ein Investment in Sachwerte wie Aktien, Rohstoffe und Immobilien. Das bedeutet natürlich, gewisse Wertschwankungen in Kauf zu nehmen. Dies wird erforderlich sein, um Vermögen real zu erhalten und möglichst zu steigern.

Die beste Antwort auf die aktuellen Herausforderungen ist ein gut diversifiziertes Portfolio, das auch in diesen schwierigen Zeiten das Vermögen bewahren und möglichst vermehren kann. Die Schwankungsbreite der Märkte wird auch im Jahr 2012 hoch bleiben. Kaufen und liegen lassen wird wohl nicht mehr funktionieren. Volatile Märkte erfordern hohe Flexibilität in der Anlagestrategie. Es gilt, möglichst robuste Strukturen in den Depots zu schaffen, die auch in unterschiedlichen Szenarien gut wirken. Extrempositionen bieten nur in Extremsituationen beste Ergebnisse. Die Herausforderung liegt in der Asset-Allocation und deren Anpassung an die Marktentwicklungen. Entsprechend kommt einer klaren Anlagestrategie, verbunden mit der laufenden Überwachung der Anlagen, einem strikten Risikomanagement und bei Bedarf raschen Anpassung, eine hohe Bedeutung zu.

Neben professionellen, individuellen Vermögensverwaltungen sind global agierende Mischfonds, die sowohl in Aktien, Anleihen, Cash und Rohstoffen anlegen können, gut geeignet, diesen Anforderungen Rechnung zu tragen. Diese sozusagen vermögensverwaltenden Fonds haben das Ziel, für Anleger deren individuelle Investmentstrategie zu ersetzen. Rendite- und Risikostreuung verteilen sich nicht über mehrere Produkte, sondern sollen direkt im vermögensverwaltenden Fonds erfüllt werden. Ziel ist in der Regel bei den meisten Fonds, das Vermögen des Anlegers langfristig ertragsstabil zu investieren. Dazu gehört eine stark ausgeprägte Flexibilität in der Auswahl der Anlageformen, Regionen und Währungen sowie eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit bei Marktveränderungen. Beispielsweise haben sich die Fonds Ethna Aktiv, Flossbach von Storch FvS Strategie Multiple Opportunities und Carmignac Patrimoine auch in diesem Jahr trotz aller Kursverluste an den Märkten gut behauptet und sind für Anleger eine Betrachtung wert.

Oliver Postler ist Chief Investment Officer der Hypo-Vereinsbank Private Banking. Der Beitrag spiegelt die Meinung des Autors wider.

Quelle:  Handelsblatt Online
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