Prokon: Für Privatanleger nur Staatsanleihen!

KommentarProkon: Für Privatanleger nur Staatsanleihen!

von Niklas Hoyer

Der Fall Prokon muss etwas verändern. Die Lösung ist simpel: Privatanleger sollten nur noch Staatsanleihen kaufen dürfen.

1,4 Milliarden Euro haben Anleger dem Windpark-Betreiber Prokon anvertraut. Nach dessen Pleite dürfte ein Großteil davon perdu sein. Kleinanleger, die ihr Leben lang jeden Euro dreimal umgedreht haben, haben auf einen Schlag Tausende Euro verloren. Mit solchen Fällen muss endlich Schluss sein.

Prokon ist der Beleg: Verluste sind unmenschlich. Risiko ist böse. Die Politik denkt schon über Reformen nach. "Es gibt Regulierungsbedarf", sagt Bundesjustizminister Heiko Maas. "Wo es Verbrauchern schwer fällt sich selbst zu schützen, müssen wir für Transparenz sorgen." Doch Transparenz wird nicht reichen.

Anzeige

Nebenwirkungen unbekannt

Echte Reformen sind nötig. Nicht Beipackzettel, die sowieso keiner liest. Privatanleger halten Risiko nicht aus, sie müssen vor Verlusten geschützt werden. Und das passende Anlageprodukt hat die Politik doch selbst im Angebot: Staatsanleihen. Sichere Zinsen, sichere Sache. Risiken und Nebenwirkungen? Unbekannt. 

Die Bundesrepublik Deutschland borgt sich gerne Geld von Privatanlegern. Der Bedarf ist groß, schließlich steigen die Staatsschulden weltweit. Auf 30 Jahre zahlt Deutschland Käufern seiner Staatsanleihen jedes Jahr 2,6 Prozent Rendite. Jedes Jahr! Über 30 Jahre! Das ist ein unschlagbares Angebot und perfekt für die Altersvorsorge: Bei nur 1,4 Prozent Inflation reicht der Zins locker, um ein Vermögen zu erhalten. 2,6 Prozent Rendite pro Jahr sind gigantisch im Vergleich zur echten Prokon-Rendite. 2,6 Prozent sind gigantisch im Vergleich zur Kursentwicklung von Aktien (2002 und 2008 verlor der Dax fast 40 Prozent, jeweils!). Außerdem: Bei 2,6 Prozent bleibt auch die Abgeltungsteuer überschaubar. Und, Steuern sparen, wer will das nicht?

Von Lebensversicherungen lernen

Die Politik kann andere Geldanlagen schlicht verbieten. Geht zwar, macht aber Ärger. Viel einfacher ist es, die erfolgreiche Regulierung der Lebensversicherungen auf Privatanleger zu übertragen. Lebensversicherer haben schon erkannt, dass Staatsanleihen die einzig sinnvolle Geldanlage sind. Der Grund: Die Versicherer müssen für alle anderen, riskanten Geldanlagen viel Geld vorhalten, damit Verluste keine echten Lücken reißen, sondern mit den vorhandenen Puffern abgefedert werden können.

Weitere Artikel

So geht es auch bei Privatanlegern. Sie wollen für 10.000 Euro Daimler-Aktien kaufen? Ist machbar! Aber nur, wenn sie gleichzeitig 10.000 Euro als Reserve vorhalten, unverzinst auf einem gesperrten Konto. Eine 100-prozentige Absicherung ist das Mindeste, schließlich kann man bei Aktien nie wissen. Für Gold sollten am Besten 200 Prozent Puffer vorgehalten werden. Die Preisentwicklung des Edelmetalls ist völlig unberechenbar, 2013 mit Minus 30 Prozent lässt grüßen. Und ob ein Kilo wirklich immer ein Kilo bleibt? Staatsanleihen hingegen sind verlässlich, für sie muss kein Geld vorgehalten werden. Jeder einigermaßen verständige Anleger dürfte unter solchen Umständen die richtige Wahl treffen. Entweder er kauft Staatsanleihen selbst oder lässt sie sich - ganz bequem - vom Lebensversicherer seines Vertrauens besorgen.

Der Fall Prokon könnte ein Einzelfall bleiben, wenn die Politik die richtigen Maßnahmen ergreift. Am Besten sofort.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%