Prokon-Gläubigerversammlung: Insolvenzverwalter gewinnt, Gründer verliert

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Prokon-Gläubigerversammlung: Insolvenzverwalter gewinnt, Gründer verliert

, aktualisiert 22. Juli 2014, 17:53 Uhr
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Ex-Prokon-Chef Carsten Rodbertus im Gespräch mit Teilnehmern der Gläubigerversammlung.

Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin wurde in seinem Amt bestätigt. Prokon-Gründer Carsten Rodbertus muss im Kampf um sein Lebenswerk eine herbe Niederlage einstecken.

Die Gläubigerversammlung des insolventen Windparkbetreibers Prokon endet mit einer herben Niederlage für Ex-Chef Carsten Rodbertus. Die Teilnehmer haben abgestimmt und Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin und den von ihm vorgelegten Sanierungsplan bestätigt. Das berichten Teilnehmer der Veranstaltung. Damit hat Rodbertus, der Penzlin vorwarf, Prokon zerschlagen zu wollen und mit seinem Vertrauten Alfons Sattler einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken wollte, den Kampf um sein Lebenswerk zumindest vorläufig verloren.

Schon zu Beginn der Veranstaltung in den Hamburger Messehallen hatte es einen Eklat gegeben. Die Vollmachten, welche Genussrechteinhaber Rodbertus "Arbeitsgemeinschaft für eine lebenswerte Zukunft von Prokon" übertragen hatten, waren für nichtig erklärt worden. "Die 15.000 Gläubiger sind damit praktisch rechtlos. Das ist ein verfassungswidriges Vorgehen, das ich noch nicht erlebt habe", erzürnte sich Anwalt Dieter Graefe von der Kanzlei Wollmann & Partner. Zudem wurden in diesem Zusammenhang drei Befangenheitsanträge gegen eine Rechtspflegerin des zuständigen Amtsgerichts Itzehoe abgelehnt. Dies teilte Rechtsanwalt Daniel Vos von der Kanzlei Göddecke (Siegburg) am Dienstag Journalisten mit.

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Die Kanzlei vertrete eine Zahl von Gläubigern „im zweistelligen Bereich“. Die Ungültigkeit der Stimmrechte habe die Rechtspflegerin damit begründet, dass die Stimmen von einem Vertrauten in unmittelbare Nähe des früheren Prokon-Chefs Carsten Rodbertus eingesammelt worden waren. Für Rodbertus soll sich dadurch ein nicht zulässiger Interessenkonflikt als Geschäftsführungsorgan und Vertreter von Genussrechten ergeben haben.

Die DSW - Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz - feierte dies als Erfolg und als Niederlage für Rodbertus: Sie habe den Antrag auf Ungültigkeit gestellt und habe Recht bekommen, erklärten die DSW in einer Mitteilung.

Gläubigerversammlung Wer gewinnt die Schlacht um Prokon?

Die Gläubigerversammlung entscheidet darüber, wie es mit dem Windparkbetreiber Prokon weitergeht. Der vorläufige Höhepunkt einer einzigartigen Schlammschlacht.

Auf der Gläubigerversammlung wird darüber gestritten, wie es mit dem insolventen Windparkbetreiber Prokon weitergeht. Quelle: dpa

Zuletzt machten weitere vertretene Anwälte Stimmung gegen Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin. Die Anwälte der Hamburger Kanzlei Gröpper Köpke schreiben auf ihrer Internetseite, Penzlin könnte Prokon vorschnell in die Insolvenz treiben. "Den lauwarmen Beteuerungen Penzlins, zu retten, was zu retten ist, glauben wir jedenfalls nicht", heißt es in einer Mitteilung der Anwälte vom vergangenen Donnerstag.

Bei der Gläubigerversammlung sind laut Teilnehmerkreisen insgesamt rund 28.500 Anleger vertreten - dazu zählen Gläubigergruppen wie die Freunde von Prokon, die Arbeitsgemeinschaft von Carsten Rodbertus, Schutzgemeinschaften wie die DSW oder die SdK sowie persönlich erschienene Anleger. Damit sind rund 853 Millionen Euro an Anlegerkapital vertreten. Insgesamt hatten 75.000 Anleger dem Itzehoer Windparkbetreiber rund 1,4 Milliarden Euro in Form von Genussrechtskapital zur Verfügung gestellt.

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Seit der Insolvenz müssen die Anleger um ihr Geld bangen. Drei große Gläubigergruppen haben sich für eine Fortführung des Kerngeschäfts von Prokon ausgesprochen. Sie wollen den Verwalter Dietmar Penzlin auf der Versammlung mit der Entwicklung eines Insolvenzplans beauftragen.

In den vergangenen Wochen hatte sich ein beispielloses Tauziehen um die Mehrheit auf der Gläubigerversammlung entwickelt. Firmengründer Carsten Rodbertus hatte nach Angaben von Gläubigervertretern in Rundbriefen, Anrufen und über das Internet bei den Anlegern darum geworben, den Insolvenzverwalter abzuwählen. Er wirft Penzlin vor, das Unternehmen zerschlagen zu wollen. Dem hat der Penzlin widersprochen. Er will das Kerngeschäft von Prokon fortführen und 300 der zuletzt 450 Arbeitsplätze langfristig erhalten.

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