Prozess: Börsenguru Frick: "Werde dem Gericht 1,24 Millionen Euro geben"

Prozess: Börsenguru Frick: "Werde dem Gericht 1,24 Millionen Euro geben"

von Annina Reimann

Der ehemalige Börsenguru und TV-Moderator Markus Frick hat am zweiten Prozesstag erstmals zu den Vorwürfen gegen ihn ausgesagt und dabei ein Teilgeständnis abgelegt. Vor dem Landgericht Frankfurt hat der 41-Jährige eingeräumt, 1,9 Millionen Euro in bar angenommen zu haben.

Seine Stimme klingt monoton, als er im Schwurgerichtssaal 165 sein vorbereitetes Statement verliest: „Ich habe in diesem Moment nicht wiederstehen können. Die Folgen dieses Fehlers belasten meine Familie und mich schwer“, sagte der Vater zweier Kinder am Dienstag vor Gericht. Es ist das erste Mal, dass der Bäckermeister zu den Vorwürfen gegen ihn aussagt.

Der ehemalige N24-Moderator und Börsenbuchautor muss sich seit dem 24. Oktober vor dem Landgericht Frankfurt den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft stellen. Sie hat ihn wegen des Verdachts auf versuchten sowie vollendeten bandenmäßigen Betrug sowie Marktmanipulation angeklagt. Frick soll für die Versendung von Börsenbriefen mitverantwortlich gewesen sein. Ihm und zwei mutmaßlichen Komplizen wird vorgeworfen, Anlegern Aktien von LetsBuyIt, Autev und Venatus Interactive als unterbewertet empfohlen zu haben.

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Prozessauftakt Börsenguru Frick vor Gericht

Dem ehemaligen Börsenguru und TV-Moderator Markus Frick wird vorgeworfen, er habe Anleger mit falschen Börsen-Tipps gezielt geschädigt und betrogen. Seit Donnerstag steht er deshalb vor Gericht.

Der ehemalige Börsen-Guru Markus Frick unterhält sich im Gerichtssaal mit seinem Verteidiger Daniel Krause Quelle: dpa

Frick sitzt seit Anfang Januar in Untersuchungshaft und hat seither zu den Vorwürfen gegen ihn geschwiegen. Vor Gericht hat er am Dienstag nun erstmals eingeräumt, den Börsenbrief Deutscher Aktiendienst mitgegründet zu haben. Die Aufgaben aber habe er sich mit dem Mitangeklagten Michael J. geteilt: Während J. für die technische Umsetzung verantwortlich gewesen sei, habe er, Frick, die Inhalte des Börsenbriefes bearbeitet und auch die Aktien ausgewählt. Dabei habe er ausschließlich Papiere ausgewählt, die schnelle und hohe Kursgewinne versprochen hätten. „Ich war davon überzeugt, dass es sich um Aktien von Unternehmen handelt, die einen ordentlichen Geschäftsbetrieb aufweisen“, sagte Frick. Jedem Anleger sei allerdings auch bekannt, dass es sich bei einem solchen Investment in Pennystocks (Anmerkung der Redaktion: Aktien, die bereits für wenige Cent zu haben sind), um „hochriskante“ Anlagen handele, die „mit einem Totalverlust“ enden könnten. Den Anlegern habe er - sofern vorhanden - auch die Analystenreports zu den von ihm empfohlenen Aktien zur Verfügung gestellt.

Die Empfänger des Börsenbriefes sollten ein Musterdepot nachbilden. Macher des Newsletters gaben vor, ebenfalls Aktien kaufen zu wollen. Bei solchen Aktionen werben Aktien-Tippgeber meist für Papiere, um eigene, günstig eingekaufte Aktien teuer zu verkaufen. Die in Börsenbriefen angedeutete Kaufabsicht der Börsenbrief-Macher soll allerdings nur vorgetäuscht worden sein. In Wahrheit sollen Personen, die in Zusammenhang mit der Veröffentlichung gestanden hätten, Aktien überteuert an Anleger verkauft haben. Frick wird vorgeworfen, Aktien über einen Mittelsmann verkauft zu haben. Vor Gericht wehrte sich Frick nun gegen diesen Vorwurf. „Dies ist nicht richtig“, sagte er. Einen Treuhänder für etwaige Aktien habe es nicht gegeben. Er habe „zu keinem Zeitpunkt“ Aktien selber besessen, sagte Frick. Allerdings räumte er ein, dass das Realdepot „nicht existierte“. Dabei habe es sich vielmehr um eine Marketingidee gehandelt.

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Für die Empfehlung der Aktie LetsBuyIt habe er 1,9 Millionen Euro in bar erhalten, sagte der 41-Jährige. Davon habe er 660.000 Euro an seine angeklagten Geschäftspartner Michael J. weitergeleitet. Das restliche Geld habe er nicht angerührt. Die Entgegennahme der Zahlung sei ein Fehler gewesen. Er sei daher bereit, die bei ihm verbliebenen 1,24 Millionen Euro an das Gericht zu übergeben. Wer ihm die 1,9 Millionen Euro gegeben hatte, ließ Frick offen.

Die Staatsanwaltschaft beziffert den Schaden ausgewählter Anleger für die drei Aktien auf 625.000 Euro. Im fraglichen Zeitraum sind die drei Aktien in einem Volumen von rund 21 Millionen Euro an der Börse gehandelt worden.

Frick war unter anderem durch seine TV-Sendung „Make Money – Die Markus Frick Show“ auf N24 bekannt geworden. Die Sendung wurde eingestellt, weil der Sender Konsequenzen aus einem früheren Skandal gezogen hatte. Das Landgericht Berlin hatte Frick im April 2011 in einem anderen Fall wegen Marktmanipulation zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt.

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