Quartalsverlust bei Gold: Gold erlebt den stärksten Preiseinbruch seit Jahrzehnten

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Quartalsverlust bei Gold: Gold erlebt den stärksten Preiseinbruch seit Jahrzehnten

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Gold steht vor größtem Quartalsverlust seit Jahrzehnten.

Die US-Geldpolitik hat dem Goldpreis schwer zugesetzt: Er fiel um 4,2 Prozent. Seit Anfang April erlebte das Edelmetall damit einen Einbruch von 23 Prozent. Auch Silber und Platin sind betroffen.

Die Spekulationen auf eine nachlassende Schwemme billigen Notenbank-Geldes aus den USA haben den Edelmetallen am Mittwoch erneut schwer zugesetzt. Der Preis für Gold fiel um bis zu 4,2 Prozent auf ein Drei-Jahres-Tief von 1223,54 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Damit summiert sich das Minus seit Anfang April auf 23 Prozent. Das wäre der größte Quartalsverlust seit dem Zusammenbruch des Währungssystems von Bretton Woods Anfang der 1970er Jahre. "Der durch die Federal Reserve quasi angekündigte Entzug der Liquiditätsdroge wirft spürbar seine Schatten voraus", schrieb NordLB-Analyst Norman Rudschuck in einem Kommentar. Die monatlichen Geldspritzen der US-Notenbank Fed würden und müssten schließlich irgendwann versiegen. "Nur die Frage des Zeitpunktes oder der Geschwindigkeit der Rückführung ist und bleibt weiterhin fraglich." Die US-Notenbank pumpt derzeit durch den Ankauf von Anleihen und Immobilienpapieren monatlich 85 Milliarden Dollar ins Finanzsystem. Sie will das Volumen ab dem Jahreswechsel langsam zurückfahren, sofern sich die US-Konjunktur weiter erholt.

Am Dienstag hatten positive US-Konjunkturdaten die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Drosselung der Wertpapierkäufe erhöht. "Wir haben Gold aus zwei Gründen gekauft: Weil wir über die inflationären Auswirkungen der Geldpolitik besorgt waren und weil wir ein Zusammenbrechen des Finanzsystems befürchtet haben", sagte Sean Corrigan, Chef-Investmentstratege bei Diapason Commodities Management. "Und obwohl dies vielleicht eine komplette Fehleinschätzung ist, hat der Markt entschieden, dass keins von beiden derzeit Anlass zur Sorge ist." Vor diesem Hintergrund warfen Anleger auch börsennotierte Gold-Fonds (ETFs) aus ihren Depots. Deren Edelmetall-Bestände lagen am Dienstag mit 59,222 Millionen Feinunzen (1,8 Tonnen) auf dem niedrigsten Stand seit Februar 2011. Damit gehen sie die 13. Woche in Folge zurück.

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Auch andere Edelmetallpreise gehen in den Keller

Im Sog des fallenden Gold-Preises ging auch Silber in die Knie. Der Preis für eine Feinunze fiel um bis zu 6,1 Prozent und lag mit 18,39 Dollar ebenfalls so niedrig wie zuletzt vor knapp drei Jahren. Mit einem Minus von bislang rund 35 Prozent steuert das auch wegen seiner antibakteriellen Eigenschaften in der Medizintechnik häufig verwendete Edelmetall auf den größten Quartalsverlust seit mindestens 30 Jahren zu. Platin rutschte sogar auf ein Dreieinhalb-Jahres-Tief von 1310,50 Dollar ab. Sein Schwestermetall Palladium verlor in der Spitze 3,8 Prozent auf 637,50 Dollar.

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Das nach dem US-Ort Bretton Woods benannten Abkommen prägte das internationale Währungssystem in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg. Darin wurde der Goldpreis auf 35 Dollar je Feinunze festgelegt. Die Kurse der Währungen aller anderen Unterzeichner des Abkommens durften innerhalb einer gewissen Bandbreite zum Dollar schwanken. Wegen des unterschiedlichen Wachstums der Volkswirtschaften und einer anziehenden US-Inflation geriet das Bretton-Woods-System in den 1960er Jahren immer stärker in Schieflage, sodass US-Präsident Richard Nixon 1971 die Bindung des Dollar an das Gold aufhob. Wenig später wurden das Abkommen endgültig beerdigt.

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