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Reich mit Wald: Holz-Rente schlägt Aktiendepot

von Andreas Toller

Ein Investment in Forst- und Waldwirtschaft kann Anlegern eine stabile, hohe Rendite einbringen und zudem das Geld vor Inflation schützen. Aber die Angebote haben ihre Tücken.

Forst- und Waldwirtschaftsinvestments locken Anleger mit hohen und vergleichsweise stabilen Renditen - Und: Bäume wachsen auch während der Wirtschaftskrise Quelle: dpa
Forst- und Waldwirtschaftsinvestments locken Anleger mit hohen und vergleichsweise stabilen Renditen - Und: Bäume wachsen auch während der Wirtschaftskrise Quelle: dpa

Zwölf oder sogar 13 Prozent Rendite – pro Jahr – sicher – mit Holz! In dicken Ziffern sticht es überall im Internet dem Anleger in die Augen. Wirtschaftsseiten im Internet sind gepflastert mit den kleinen Anzeigen. Sogar 18 Prozent Rendite werden vereinzelt versprochen. Insgesamt stehen dem Anleger aus Deutschland rund ein Duzend Anbieter von Wald-, Forst- und Holzinvestments zur Auswahl. Sie tragen so illustre Namen wie LifeForestry, Green Planet Group, Forstinvest, Woodsource, Sharewood oder Bauminvest. Der Wettbewerb um das Geld der Sparer ist voll im Gange.

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Zwölf Prozent – so hohe Renditen sind selbst mit Aktien schwierig – und schon gar nicht sicher. Auf dem Sparbuch oder Festgeldkonto ist die Rendite zwar sicher, dafür gibt es nur noch Mickerzinsen. Und Anleihen sind seit dem Schuldenschnitt Griechenlands auch keine echte Alternative, weil sie entweder kaum den Inflationsausgleich schaffen oder aber zu riskant sind. Da erscheint ein Investment in den natürlich nachwachsenden Rohstoff Holz als verlockende Alternative.

Fallstricke beim Investment in Wald oder Ackerland

  • Beschränkungen

    Wer als Privatanleger in Wald oder Ackerland investieren will, muss dies in der Regel indirekt tun. Da bieten sich etwa Aktien von Unternehmen an, die Holz verarbeiten oder Weizen oder Mais anbauen. Denn der Kauf von Ländereien oder forstwirtschaftlichen Nutzflächen kommt meist nur für Großinvestoren infrage.

  • Anlagehorizont

    Private Anleger agieren meist weniger langfristig als große Vermögenseinrichtungen. Großinvestoren oder Gesellschaften kommt es nicht selten weniger auf kräftige Wertsteigerungen an, sondern vielmehr auf den Erhalt und die Streuung des Vermögens.

  • Der Unterschied

    Zwischen Acker- und Forstland gibt es unter anlagetaktischen Aspekten einen wesentlichen Unterschied. Während die Aussaat agrarischer Rohstoffe bereits nach relativ kurzer Zeit von etwa einem Jahr Erträge bringt, vergehen von der Anpflanzung neuer Bäume bis zu ihrer wirtschaftlichen Nutzung nicht selten mehr als 20 Jahre.

  • Illiquide Anlagen

    Anleger müssen zudem beachten, dass Äcker und Wälder als Direktinvestments illiquide und vergleichsweise schwer handelbare Vermögenswerte darstellen. An ihr Geld kommen sie also auf lange Zeit nicht heran. Am liquidesten sind Aktien von Agrar- und Forstunternehmen.

  • Ökologie

    „Wir empfehlen Investoren, in diese Anlageklassen fünf bis zehn Prozent ihres freien Anlagekapitals zu stecken“, rät Harry Assenmacher von der ForestFinance Group, einem Anbieter dieser Anlagen aus Bonn. Dabei sollten Investoren darauf achten, dass die Waldflächen nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet werden.


Die Durchschnittsrendite von Aktiendepots ist über lange Laufzeiten meist nicht schlecht, aber in manchen Zeiträumen dennoch niedriger als die beworbenen 13 Prozent einiger Waldmacher. Wer zum Beispiel 1987 in Dax-Werte investiert hat, und diese bis 2007 gehalten hat, konnte sich über einen jährlichen Gewinnzuwachs von elf Prozent freuen. Wer zehn Jahre später einstieg, kam bis 2007 noch auf acht Prozent Rendite. Das hatte das Institut für Bank-, Börsen- und Versicherungswesen von der Berliner Humboldt-Universität seinerzeit ausgerechnet. Das Problem: Je nachdem wie viele Wirtschaftskrisen und Börsentäler der Anleger im Anlagezeitraum miterlebt, und je nachdem wie heftig sie ausfallen, kann die Performance eines Aktiendepots deutlich darüber oder darunter liegen. Wer 1980 die Schwergewichte der Börse im Depot hatte, konnte nach 20 Jahren eine Durchschnittsrendite von jährlich 17 Prozent verbuchen. Aktionäre, die etwa 1961 einstiegen, kamen nach 30 Jahren nur noch auf eine Durchschnittsrendite von 6,7 Prozent. Das Timing entscheidet. Es gab auch schon Jahrzehnte, in den ein Börseninvestment im Durchschnitt einen jährlichen Verlust bescherte.

Jede Whisky-Brennerei hat ihre eigene Tradition, ihre eigenen Verfahren und nicht zuletzt eine einzigartige Lage, die sich häufig auf das verwendete Wasser und das Klima, im dem die Fässer lagern auswirkt. Deshalb hat auch der Whisky einer jeden Destillerie seinen eigenen Charakter und seine typischen, vorherrschenden Aromen. Nur Whisky, der einer einzelnen Brennerei entstammt, darf sich Single Malt nennen. Wird Whisky mehrerer Brennereien vermengt und abgefüllt, spricht man von Blended Whisky. Für Sammler und Investoren sind allerdings bis auf wenige Ausnahmen nur Single Malts von Interesse. Foto: rtr

Holzinvestments punkten mit Stabilität

Die Anbieter von Holzinvestments versprechen hingegen eine vergleichsweise stabile Rendite über die üblicherweise sehr lange Laufzeit. Bäume haben hier für Investoren einen wichtigen Vorteil: Sie wachsen auch in Finanzkrisen und Rezessionen. Auch der Boden, auf dem die Bäume stehen, gewinnt mit der Zeit meist an Wert und erhöht so die Renditechancen. Ein plakatives Beispiel dafür ist die Entwicklung des NCREIF Timberland Property Index, in den die Preise von Millionen von Hektar Forstflächen amerikanischer Investmentgesellschaften einfließen. In den USA sind es vor allem Pensionskassen und Universitätsstiftungen, die schon seit Jahrzehnten in Wälder und Forstflächen investieren. Zwischen 1987 und 2007 wies der Index einen jährlichen Wertzuwachs von 15 Prozent auf. Und während der US-Aktienindex S&P 500 in diesem Zeitraum weniger als neun Prozent zulegte und dabei fünf Jahre mit einem Minus abschloss, rutschte der NCREIF nur in einem Jahr in die Verlustzone. Aber natürlich lässt eine Vergangenheitsbetrachtung keine validen Prognosen für die Zukunft zu. 2009 etwa rutschte der NCREIF-Index deutlich ins Minus und kämpft sich seitdem nur mit Mini-Zuwachsraten wieder nach oben. Das Niveau von Ende 2008 hat er noch nicht wieder erreicht. So bleibt dem Index über die vergangenen 20 Jahre betrachtet noch ein jährliches Plus von rund zehn Prozent.

Aber die Story von Holz-Investments ist dennoch in vielerlei Hinsicht verlockend. Wer einen Teil seines Geldes in Anlagevehikel für Forst- und Waldwirtschaft investieren will, tut dies nicht selten auch aus einem ökologischen Anspruch heraus. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Ein Investment in Holz und Wald bietet als Gewinn also nicht nur eine materielle Rendite, sondern auch das gute Gefühl, ökologisch Verantwortung übernommen zu haben. Warum also nicht ein Stück Wald kaufen oder noch besser aufforsten? Selbst Anleger ohne Öko-Idealismus brauchen da nicht mit dem Kopf schütteln. Denn auch sie können durchaus ihren Spaß an solch einem Investment haben – wenn die Renditeprognosen aufgehen.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 01.11.2012, 13:03 UhrBenutzer1

    Ich investiere selbst seit 5 Jahren in Wald und habe mich natürlich viel mit dem Thema beschäftigt.

    1. Das Baumwachstum wird stark von den Umgebungsbedigungenn beeinflusst. Stark verkürzt ausgedrückt: Wenn es kalt ist, wächst wenig. Daher kann man in Deutschland auch nur deutlich geringeres Holzwachstum erzielen und hier kann die Rendite durchaus zwischen 0 und 2% liegen. In kontinuierlich wärmeren Gegenden kann das Holz entsprechend deutlich schneller wachsen, wenn der Rest stimmt. Darüber braucht man nicht zu philosophieren, ob es sein kann, dafür gibt es z.B. Tabellen.

    2. Eine Holzpreisentwicklung deutlich oberhalb der Inflation ist meines Erachtens recht optimistisch. Dann müssten die potentiellen Käufer nämlich auch entsprechend jedes Jahr mehr Geld in der Tasche haben, um sich das Holz noch leisten zu können. Das geben die inflationsbereinigten Lohnentwicklungen aber nicht her. Dann hätten die Kunden gern Holz, können es sich aber nicht leisten, die Nachfrage würde sich damit begrenzen. Zweistellige Renditen erwarte ich daher langfristig nicht.

    3. Holz ist ein Generationenprojekt. Wir können heutzutage oft noch ein kleines Vermögen durch Erwerbsarbeit anhäufen. Das wird zukünftig nicht mehr so einfach möglich sein - schauen sie sich einmal die inflationsbereinigte mittlere Netto-Lohnentwicklung in den letzten Jahren an. Wald in warmen Gegenden kann da ein netter Zuverdienst für die nächste Generation sein.

    4. Ich muss zugeben: Wald macht einfach richtig viel Spaß, wenn man es z.B. mit Aktien vergleicht. Das Thema ist gut begreifbar. Wieviel ein Baum in einem Jahr wächst, lässt sich gut vorhersagen. Und es ist einfach schön anzuschauen.

  • 24.10.2012, 16:41 UhrHirn_einschalten

    Ich brauche lediglich noch 5 Millionen €. Liebe Wiwo Leser. Ihr könnt die ersten sein. Prognostizierte Rendite liegt bei 15% p.a. Erste Ausschüttung 5% p.a. ab dem 15 Jahr. Verkauf der Edel-Hölzer im 26 Jahr.

    Grundstück hab ich schon. Die Baumsamen kosten mich 1000€. Vertriebskosten ca. 300T€-500T€. Ab Jahr 16 10*5% Ausschüttung = 2,5 Mio.

    Das nenne ich mal ein schönes Geschäft. Allemal für mich. Für die Kleinanleger? Vorab möchte ich mich schon mal für die Finanzierung meines schönen und luxuriösen Lebenswandels bedanken.

    IRONIE OFF

    Ich würde wetten dass 90% aller Kleinanleger in diesen neu aufgelegten Fonds ein Großteil ihres Geldes verliren werden.

    Wer sich mit dem nachhaltigen Investment in Holz beschäftigen möchte sollte sich mal z.B. mit dem Verwalter von Gloria v. T&T unterhalten. Vielleicht erhält man dann einen Eindruck wie schwierig und Aufwändig so ein Geschäft ist, und wieviele hunderte bzw. tausende Hektar Wald notwendig sind. Wohlgemerkt in Dt..
    In anderen Ländern kommen Währungsrisiken, Waldbrände, Politische Krisen, Schädlinge usw. usf.

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