
Zwölf oder sogar 13 Prozent Rendite – pro Jahr – sicher – mit Holz! In dicken Ziffern sticht es überall im Internet dem Anleger in die Augen. Wirtschaftsseiten im Internet sind gepflastert mit den kleinen Anzeigen. Sogar 18 Prozent Rendite werden vereinzelt versprochen. Insgesamt stehen dem Anleger aus Deutschland rund ein Duzend Anbieter von Wald-, Forst- und Holzinvestments zur Auswahl. Sie tragen so illustre Namen wie LifeForestry, Green Planet Group, Forstinvest, Woodsource, Sharewood oder Bauminvest. Der Wettbewerb um das Geld der Sparer ist voll im Gange.
Zwölf Prozent – so hohe Renditen sind selbst mit Aktien schwierig – und schon gar nicht sicher. Auf dem Sparbuch oder Festgeldkonto ist die Rendite zwar sicher, dafür gibt es nur noch Mickerzinsen. Und Anleihen sind seit dem Schuldenschnitt Griechenlands auch keine echte Alternative, weil sie entweder kaum den Inflationsausgleich schaffen oder aber zu riskant sind. Da erscheint ein Investment in den natürlich nachwachsenden Rohstoff Holz als verlockende Alternative.
Fallstricke beim Investment in Wald oder Ackerland
Beschränkungen
Wer als Privatanleger in Wald oder Ackerland investieren will, muss dies in der Regel indirekt tun. Da bieten sich etwa Aktien von Unternehmen an, die Holz verarbeiten oder Weizen oder Mais anbauen. Denn der Kauf von Ländereien oder forstwirtschaftlichen Nutzflächen kommt meist nur für Großinvestoren infrage.
Anlagehorizont
Private Anleger agieren meist weniger langfristig als große Vermögenseinrichtungen. Großinvestoren oder Gesellschaften kommt es nicht selten weniger auf kräftige Wertsteigerungen an, sondern vielmehr auf den Erhalt und die Streuung des Vermögens.
Der Unterschied
Zwischen Acker- und Forstland gibt es unter anlagetaktischen Aspekten einen wesentlichen Unterschied. Während die Aussaat agrarischer Rohstoffe bereits nach relativ kurzer Zeit von etwa einem Jahr Erträge bringt, vergehen von der Anpflanzung neuer Bäume bis zu ihrer wirtschaftlichen Nutzung nicht selten mehr als 20 Jahre.
Illiquide Anlagen
Anleger müssen zudem beachten, dass Äcker und Wälder als Direktinvestments illiquide und vergleichsweise schwer handelbare Vermögenswerte darstellen. An ihr Geld kommen sie also auf lange Zeit nicht heran. Am liquidesten sind Aktien von Agrar- und Forstunternehmen.
Ökologie
„Wir empfehlen Investoren, in diese Anlageklassen fünf bis zehn Prozent ihres freien Anlagekapitals zu stecken“, rät Harry Assenmacher von der ForestFinance Group, einem Anbieter dieser Anlagen aus Bonn. Dabei sollten Investoren darauf achten, dass die Waldflächen nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet werden.
Die Durchschnittsrendite von Aktiendepots ist über lange Laufzeiten meist nicht schlecht, aber in manchen Zeiträumen dennoch niedriger als die beworbenen 13 Prozent einiger Waldmacher. Wer zum Beispiel 1987 in Dax-Werte investiert hat, und diese bis 2007 gehalten hat, konnte sich über einen jährlichen Gewinnzuwachs von elf Prozent freuen. Wer zehn Jahre später einstieg, kam bis 2007 noch auf acht Prozent Rendite. Das hatte das Institut für Bank-, Börsen- und Versicherungswesen von der Berliner Humboldt-Universität seinerzeit ausgerechnet. Das Problem: Je nachdem wie viele Wirtschaftskrisen und Börsentäler der Anleger im Anlagezeitraum miterlebt, und je nachdem wie heftig sie ausfallen, kann die Performance eines Aktiendepots deutlich darüber oder darunter liegen. Wer 1980 die Schwergewichte der Börse im Depot hatte, konnte nach 20 Jahren eine Durchschnittsrendite von jährlich 17 Prozent verbuchen. Aktionäre, die etwa 1961 einstiegen, kamen nach 30 Jahren nur noch auf eine Durchschnittsrendite von 6,7 Prozent. Das Timing entscheidet. Es gab auch schon Jahrzehnte, in den ein Börseninvestment im Durchschnitt einen jährlichen Verlust bescherte.

Jede Whisky-Brennerei hat ihre eigene Tradition, ihre eigenen Verfahren und nicht zuletzt eine einzigartige Lage, die sich häufig auf das verwendete Wasser und das Klima, im dem die Fässer lagern auswirkt. Deshalb hat auch der Whisky einer jeden Destillerie seinen eigenen Charakter und seine typischen, vorherrschenden Aromen. Nur Whisky, der einer einzelnen Brennerei entstammt, darf sich Single Malt nennen. Wird Whisky mehrerer Brennereien vermengt und abgefüllt, spricht man von Blended Whisky. Für Sammler und Investoren sind allerdings bis auf wenige Ausnahmen nur Single Malts von Interesse. Foto: rtr

Dass Whisky auch unter Renditeaspekten lohnt, bewies erstmals der Black Bowmore, dass seltene Whiskys trotz eines anfänglichen Verkaufspreise von 150 bis 250 Euro durchaus in wenigen Jahren einen Wert von mehr als 1000 Euro pro Flasche erreichen können. Inzwischen dürfte der Whisky von 1964, der 1994 und 1995 abgefüllt wurde, pro Flasche Preise um die 3.000 Euro erzielen.

Bowmore zählt zu den großen, traditionsreichen und sehr bekannten Brennereien. Gegründet 1779, zählt Bowmore zu den ältesten Destillerien Schottlands, dank des Standorts auf der Insel Islay bekannt für seine torfig-rauchige Note. Das breite Angebot unterschiedlicher Abfüllungen (im Bild ein 30 Jahre alter Bowmore) macht die Marke auch für Sammler attraktiv – vorausgesetzt es handelt sich um besondere und limitierte Abfüllungen.

Aktuell bietet die Traditionsmarke einen Gold Bowmore im eigenen Shop an: Destilliert 1964, abgefüllte 2008 (44 Jahre alt!), gereift im Bourbon- und Sherry-Oloroso-Fass. Preis 3268,70 Pfund, umgerechnet 3690 Euro.

Schon der reguläre 12-jährige Highland Park gilt als Spitzenwhisky, der beim inzwischen verstorbenen Whisky-Papst Michael Jackson nur knapp an die Höchstbewertung von 100 Punkten heranreicht. Auch aus dieser Brennerei stammen zahlreiche Schätze für Sammler und Investoren. Im Bild eine besondere und limitierte Ausgabe des 12-jährigen Single Malts.

Ebenfalls auf Sammler zielt diese Flasche von Highland Park: Ein Jahrgangswhisky aus dem Jahr 1983, nach 22 Jahren abgefüllt und mit vermerkter Fassnummer. Da jedes Fass ein wenig anders ist und pro Fass ungefähr 300 bis 400 Flaschen abgefüllt werden, ist diese Flasche selten und selbst beim Fachhändler schwer zu bekommen. Interessant für Sammler sind auch Serien, wie etwa die Earl-Serie von Highland Park. In drei aufeinanderfolgenden Jahren erschienen limitierte Abfüllungen mit den Beinamen Earl Magnus, Earl Erikson und Earl Haakon. Wer die Serie komplett hat, steigert den Wert pro Einzelflasche zusätzlich.

Glenmorangie wusste den Boom bei den Single Malts geschickt zu bedienen und widmete sich als erste bekannte Brennerei verschiedenen Nachreifungen in ehemaligen Sherry-, Portwein- oder Madeira-Fässern. Für die Anbieter von Single Malt bedeutete dies eine verbreiterte Angebotspalette, für den Whisky-Genießer eine neue Vielfalt an Aromen. Im Bild der streng limitierte Glenmorangie Pride, von dem es weltweit nur 1000 Flaschen zu kaufen gab.Heute liegt das Mindestgebot in den Auktionshäusern bei 2750 Euro.

Lagavulin ist ebenfalls eine bekannte Destillerie auf der Insel Islay und wie Bowmore bekannt für seinen rauchigen Charakter. Die Standardabfüllung hat inzwischen ein Alter von 16 Jahren, früher war der 12-jährige Lagavulin vorherrschend. Ein original verschlossener 12-Jähriger ist heute also selten und entsprechend teuer.

Noch eine Traditionsmarke, an der eigentlich kein Whisky-Liebhaber vorbeikommt: Macallan. Schon die Standardabfüllungen von Macallan erhalten von Kritikern Höchstnoten. Der 18 Jahre als Whisky wurde 1989 destilliert und reifte ausschließlich in Sherry-Fässern. Eigens für Sammler hat Macallan auch noch den Whisky "Masters of photography" aufgelegt. Macallan gehört zu den Brennereien, von denen viele Sammler möglichst alles in ihren Vitrinen haben wollen.

Besonders begehrt bei Sammlern sind Flaschen der Brennerei Port Ellen. Der Grund: Die Destillerie wurde 1983 vom Mutterkonzern Diageo geschlossen. Aber es blieben natürlich die Fässer in den Lagerhallen. 2001 brachte Diageo eine neue Abfüllung auf den Markt, natürlich in limitierter Stückzahl und seinerzeit für 100 Euro zu haben. Jährlich folgte ein weiteres „spezial release“. Inzwischen ist die elfte Abfüllung seit Schließung der Destille erschienen (im Bild die zehnte Abfüllung eines 31 Jahre alten Port Ellen). Sicher ist, dass die verbliebenen Vorräte irgendwann zur Neige gehen. Sammler, die alle neuen Ausgaben des Port Ellen gesammelt haben, besitzen ein kleines Whisky-Vermögen.
Jede Whisky-Brennerei hat ihre eigene Tradition, ihre eigenen Verfahren und nicht zuletzt eine einzigartige Lage, die sich häufig auf das verwendete Wasser und das Klima, im dem die Fässer lagern auswirkt. Deshalb hat auch der Whisky einer jeden Destillerie seinen eigenen Charakter und seine typischen, vorherrschenden Aromen. Nur Whisky, der einer einzelnen Brennerei entstammt, darf sich Single Malt nennen. Wird Whisky mehrerer Brennereien vermengt und abgefüllt, spricht man von Blended Whisky. Für Sammler und Investoren sind allerdings bis auf wenige Ausnahmen nur Single Malts von Interesse. Foto: rtr
Holzinvestments punkten mit Stabilität
Die Anbieter von Holzinvestments versprechen hingegen eine vergleichsweise stabile Rendite über die üblicherweise sehr lange Laufzeit. Bäume haben hier für Investoren einen wichtigen Vorteil: Sie wachsen auch in Finanzkrisen und Rezessionen. Auch der Boden, auf dem die Bäume stehen, gewinnt mit der Zeit meist an Wert und erhöht so die Renditechancen. Ein plakatives Beispiel dafür ist die Entwicklung des NCREIF Timberland Property Index, in den die Preise von Millionen von Hektar Forstflächen amerikanischer Investmentgesellschaften einfließen. In den USA sind es vor allem Pensionskassen und Universitätsstiftungen, die schon seit Jahrzehnten in Wälder und Forstflächen investieren. Zwischen 1987 und 2007 wies der Index einen jährlichen Wertzuwachs von 15 Prozent auf. Und während der US-Aktienindex S&P 500 in diesem Zeitraum weniger als neun Prozent zulegte und dabei fünf Jahre mit einem Minus abschloss, rutschte der NCREIF nur in einem Jahr in die Verlustzone. Aber natürlich lässt eine Vergangenheitsbetrachtung keine validen Prognosen für die Zukunft zu. 2009 etwa rutschte der NCREIF-Index deutlich ins Minus und kämpft sich seitdem nur mit Mini-Zuwachsraten wieder nach oben. Das Niveau von Ende 2008 hat er noch nicht wieder erreicht. So bleibt dem Index über die vergangenen 20 Jahre betrachtet noch ein jährliches Plus von rund zehn Prozent.
Aber die Story von Holz-Investments ist dennoch in vielerlei Hinsicht verlockend. Wer einen Teil seines Geldes in Anlagevehikel für Forst- und Waldwirtschaft investieren will, tut dies nicht selten auch aus einem ökologischen Anspruch heraus. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Ein Investment in Holz und Wald bietet als Gewinn also nicht nur eine materielle Rendite, sondern auch das gute Gefühl, ökologisch Verantwortung übernommen zu haben. Warum also nicht ein Stück Wald kaufen oder noch besser aufforsten? Selbst Anleger ohne Öko-Idealismus brauchen da nicht mit dem Kopf schütteln. Denn auch sie können durchaus ihren Spaß an solch einem Investment haben – wenn die Renditeprognosen aufgehen.
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