Rentable Anlage: An Aktien führt kein Weg vorbei

Rentable Anlage: An Aktien führt kein Weg vorbei

, aktualisiert 23. November 2011, 16:35 Uhr
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Ein Bulle vor der Börse in New York. Das Symbol für steigende Kurse an den Finanzmärkten.

von Jessica SchwarzerQuelle:Handelsblatt Online

Viele professionelle Investoren setzen mitten in den Börsenturbulenzen auf Dividendenpapiere. Was derzeit für diese Anlageklasse spricht.

DüsseldorfDie Börsen kommen nicht zur Ruhe. Die Schuldenkrise in Europa und in den USA lastet wie Blei auf den Märkten. Die Kurse stürzen immer wieder ab, Zwischenerholungen verpuffen – Optimismus Fehlanzeige. „Die kurzfristige Stimmung der Anleger ist schlecht, zudem sind die meisten Investoren auch auf mittlere Sicht extrem skeptisch“, sagt Manfred Hübner von Sentix. Das Researchhaus misst regelmäßig die Stimmung von 3 500 Investoren, davon 750 institutionelle. „Die Verunsicherung der Anleger ist förmlich greifbar, die Märkte bleiben in schwierigem Fahrwasser“, ergänzt Hübner. „Es fehlt an überzeugten Kräften, stattdessen dominieren kurzfristige Handlungsmuster.“ Anders ausgedrückt: hektisches Kaufen und Verkaufen statt mittel- oder gar langfristiger Anlage.
Aktien als rentabelste Anlageklasse
Doch nicht alle Marktteilnehmer sind derart verunsichert und pessimistisch. Im Gegenteil: Immer mehr Profis wagen sich aus der Deckung und trommeln für die Aktie. „Ob Aktien oder nicht, das sollte nicht von der aktuellen Marktlage abhängig sein, sondern von der persönlichen Risikobereitschaft und -tragfähigkeit sowie vom Anlagehorizont“, sagt etwa Niels Nauhauser. Er ist Experte für Geldanlage bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Für die Anlageklasse spreche vor allem eines: „Aktien waren in den vergangenen Jahrzehnten die rentabelste Anlageklasse überhaupt“, sagt Nauhauser. „Sie haben durchschnittlich vier Prozent mehr Rendite pro Jahr gebracht als sichere Anlagen wie Bundesanleihen.“ Viele Profis sehen jetzt Chancen – allen Unwägbarkeiten zum Trotz. „Insgesamt stimmt mich der Ausblick auf die Aktienmärkte zuversichtlich“, sagt Tilmann Galler, Aktienexperte bei JP Morgan Asset Management. „Nach unten ist das Kursrisiko begrenzt, die Kurse spiegeln längst eine leichte Rezession wider.“ Dass viele Analysten ihre Gewinnschätzungen für 2012 reduziert haben, trübt seinen Optimismus kaum. „Aktien sind aktuell weit billiger als im historischen Durchschnitt und, wenn wir das Kurs-Gewinn-Verhältnis betrachten, so günstig wie seit dem Ende der Lehman-Krise im Frühjahr 2009 nicht mehr.“
Und die Aktienexperten von Invesco Perpetual sind überzeugt: „Es gibt in allen Marktsegmenten gut aufgestellte Unternehmen, die auf oder unter ihrem historischen Bewertungstief notieren.“ Invesco-Stratege Luke Stellini sieht insgesamt „äußerst attraktive Chancen für langfristige Investments in hochklassige Unternehmen“. Bestsellerautor und Fondsmanager Max Otte hält derzeit insbesondere Unternehmen aus zyklischen Sektoren wie der Automobil- und der Stahlbranche für günstig bewertet.


Auf wichtige Kennzahlen achten

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Kennzahlen, auf die Anleger achten sollten, sind etwa Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und Buchwert. Viele Unternehmen sind derzeit unter ihrem Buchwert zu haben. Auch die Dividendenrendite und die Ausschüttungsquote helfen bei der Auswahl. Viele Aktien bieten nun eine hohe Dividendenrendite. Andreas Grünewald rät allerdings, nicht immer nur auf Europa und die USA zu schauen. „Wir vergessen gerne die vier Milliarden Asiaten, hinzu kommen Afrikaner und Lateinamerikaner“, sagt Vorstand des Vermögensverwalters FIVV. „In den Emerging Markets leben viele junge Menschen, die gut ausgebildet sind und nach vorne kommen wollen. Davon können Anleger profitieren.“ Aktien von Unternehmen, die stark in den Schwellenländern engagiert und günstig bewertet sind, sind derzeit seine erste Wahl.
Ob deutsche Zykliker oder Wachstumswerte aus den Schwellenländern – die Profis haben eine klare Meinung: Kaufen! Auch wenn das auf den ersten Blick nicht zur aktuellen Stimmung passt. Viele Experten verfolgen jedoch die Value-Strategie. Sie suchen Aktien, die sie für günstig bewertet oder sogar unterbewertet halten. Die Lage an den Märkten lassen sie bei ihrer Auswahl außen vor. Abstürze wie im August, gehen aber auch an den Portfolios der Profis nicht spurlos vorbei.

Quelle:  Handelsblatt Online
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