Rentenfonds: Großanleger stützen Fondsbranche

ThemaFonds & ETFs

Rentenfonds: Großanleger stützen Fondsbranche

von Heike Schwerdtfeger

Die Fondsbranche feiert Milliardenzuflüsse und das Knacken der zwei Billionen Euro beim Vermögen als Erfolg. Doch die Statistik offenbart Schwächen: Normale Privatanleger halten sich weiter zurück und die Zuflüsse gingen in Rentenfonds, die ihre beste Zeit hinter sich haben.

Nicht schlecht: Immerhin 60 Prozent der Deutschen wissen, was ein Rentenfonds ist. Vor einem Jahr lag die aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von Axa Investment Managers gewonnene Zahl nur bei 50 Prozent. Und die so gut informierten Deutschen investierten auch 2012 wieder massiv Geld in Rentenfonds. Das bescherte den 80 Mitgliedsgesellschaften des deutschen Fondsverbands BVI das beste Rentenfondsjahr aller Zeiten mit Mittelzuflüssen von 31,9 Milliarden Euro in die insgesamt 1.900 angebotenen Fonds. Das insgesamt hierzulande von den Gesellschaften verwaltete Vermögen stieg um 103 Milliarden Euro auf den Rekordwert von insgesamt über zwei Billionen Euro, also 2.000 Milliarden.

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Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

  • Aktienfonds

    Wie der Name schon sagt, legen diese Investmentfonds in Aktien an. Aufgrund der breiten Anlagestreuung ist ein Investment in Aktienfonds weniger risikoreich als eine Direktanlage in Einzeltitel. Aktienfonds haben spezielle Anlageschwerpunkte – etwa bestimmte Branchen, Länder, Regionen oder Anlagestile.

  • Börsengehandelter Indexfonds (ETF)

    Dieser Investmentfonds – auch Exchange Traded Funds (kurz ETF) genannt – bildet einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung dieses Fonds verändert sich nur, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können fortlaufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen.

  • Geldmarktfonds

    Für die kurzfristige Anlage eignen sich vor allem Geldmarktfonds. Sie investieren in Geldmarktinstrumente wie beispielsweise Festgeld und kurz laufende, festverzinsliche Wertpapiere. Die Kursschwankungen dieser Fonds sind gering, die Renditeaussichten allerdings auch.

  • Immobilienfonds

    Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in Grundstücken, Erbbaurechten und Beteiligungen an Büro- und Geschäftsimmobilien an. Anleger profitieren von den Miet- und Zinseinnahmen sowie den Wertsteigerungen der Immobilien. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist anders als bei geschlossenen Immobilienfonds nicht begrenzt.

  • Lebenszyklusfonds (Zielfonds)

    Sogenannte Lebenszyklusfonds sind im Grunde Mischfonds mit einem bestimmten Anlageziel beziehungsweise -horizont. Die Lebenszyklusfonds haben eine feste Laufzeit, gegen Ende dieses Zeitraums – das können 20, 25 oder 30 Jahre sein – schichtet das Fondsmanagement schrittweise von Aktien in Anleihen um, um das Kapital und die angefallenen Kursgewinne zu sichern.

  • Mischfonds

    Diese Fonds legen in Aktien und Anleihen an. Der Fondsmanager kann so in stagnierenden oder fallenden Märkten verzinsliche Wertpapiere übergewichten, bei steigenden Aktienkursen den Anlageschwerpunkt aber wieder verlagern. Das Ziel: einen höheren Ertrag als reine Rentenfonds zu erzielen und beim Risiko niedriger als bei einem Aktienfonds zu liegen. Der typische Aktienanteil liegt zwischen 30 und 70 Prozent – je nach Geschmack der Anleger.

  • Rentenfonds

    Rentenfonds investieren ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Kommunalobligationen oder Länder- beziehungsweise Unternehmensanleihen. Da regelmäßig Erträge in Form von Zinszahlungen anfallen, bieten Rentenfonds in der Regel stetige Erträge.

Es ist aber auch der bekannte Reflex: Die Fondsbranche kann beim Verkauf immer Profit schlagen aus den guten Performance-Zahlen der Vergangenheit. Und keine Gesellschaft hat das Geld für die Rentenfonds abgelehnt, obwohl viele inzwischen glauben, dass Anleihen-Investments den Zenit überschritten haben. "Es gibt den Nachlaufeffekt einer beispiellosen Rentenhausse mit hohen Kursgewinnen in der Vergangenheit", sagte auch  BVI-Präsident Thomas Neiße bei der BVI-Jahrespressekonferenz.

Die Zuflüsse der Fonds gehen eindeutig auf das Konto von Großanlegern wie Versicherern, Vermögensverwaltungen und Dachfonds, die es eigentlich besser wissen müssten. Privatanleger spielen als Direktanleger bei diesen Zahlenspielen nur eine Statistenrolle. Anbieter wie die Tochter des Versicherers Allianz, die kalifornische Fondsgesellschaft Pimco, sind die erfolgreichsten Fondsverkäufer in Deutschland gewesen. Der Name ist allerdings nur wenigen Privatanlegern überhaupt bekannt und entsprechend selten liegen die Fonds des Hauses auf dem Banktresen. Unter Großanlegern jedoch gilt das Haus als renommierter Anleihenmanager. Doch auch die kalifornischen Rentenstars sind keine Zauberer und können ihre Anleger kaum vor Kursverlusten bewahren, wenn es zu einer Zinswende mit steigenden Zinsen und fallenden Kursen bei bestehenden Anleihen kommen sollte. Selbst wenn sich die Großinvestoren vor allem für Schwellenländeranleihen, Hochzinsanleihen ausfallgefährdeter Schuldner oder solide Unternehmensanleihen entschieden haben – längerfristig sind die Aussichten auf dem Rentenmarkt doch eher mau angesichts niedriger Zinsen und Renditen an vielen Märkten.

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Das neue Jahr allerdings hat wieder gut für Aktienfonds begonnen - traditionell jedoch ist der Januar ein guter Monat für sie. Ein Teil der im Januar von Fonds eingesammelten zwei Milliarden Euro ging auf Zuflüsse in diese Kategorie, aus der Anleger im vergangenen Jahr unterm Strich 4,6 Milliarden Euro abgezogen hatten. Gute Performancezahlen von Aktienfonds auf den Depotauszügen Banken animierten offenbar manchen Anleger seine Aktienanteile aufzustocken. Doch anders als bei Rentenfonds trauen viele Experten den Aktieninvestments noch Kursgewinne zu. Von der Dax-Zittermarke von 8.000 Punkten müssen sich Anleger nicht abschrecken lassen.

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