Reserven werden aufgelöst: Goldmarkt reagiert nervös auf Zyperns Verkäufe

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Reserven werden aufgelöst: Goldmarkt reagiert nervös auf Zyperns Verkäufe

Zypern muss als Teil des Rettungsabkommens auch den größten Teil seiner Goldreserven verkaufen. Die Nachricht führte zu einem Preisverfall an den Märkten. Anleger fürchten ein Überangebot.

Zypern und seine internationalen Kreditgeber schicken den Goldpreis auf Talfahrt: Nachdem am Mittwoch bekannt wurde, dass Zypern als Teil der Vereinbarungen mit den internationalen Geldgebern den größten Teil seiner Goldreserven verkaufen muss, ging der Kurs in den Keller. Aus dem abschließenden Text des Rettungsabkommens geht hervor, dass Zypern Goldbestände im Wert von 400 Millionen Euro verkaufen soll. Am Mittwoch verzeichnete der Goldpreis auf Tagesbasis den größten Verlust seit fast zwei Monaten. Das Edelmetall verlor 1,7 Prozent an Wert und lag damit nahe eines Zehnmonatstiefs.

Die Feinunze verbilligte sich um 0,4 Prozent auf 1577,50 Dollar. Händler begründeten die starken Verluste mit der Furcht von Anlegern, dass auch andere von der Schuldenkrise besonders betroffene Staaten wie Griechenland oder Portugal zu Verkäufen von Goldreserven gezwungen werden könnten, was zu einem großen Angebot auf den Märkten führen würde.

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Die zyprische Gold-Vereinbarung markiert den ersten größeren Goldverkauf eines Eurozonen-Staates seit Frankreich 2009 rund 17,4 Tonnen des Edelmetalls abgestoßen hatte. Zu aktuellen Preisen entspräche ein Wert von 400 Millionen Euro mehr als 10 Tonnen des Metalls.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

  • Goldnachfrage

    Die gesamte Goldnachfrage im dritten Quartal 2014 betrug 929,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 952,8) gefallen.

    Quelle: World Gold Council

  • Schmucknachfrage

    Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im dritten Quartal 2014 insgesamt 534,2 Tonnen und ist damit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 556,3) gefallen.

  • Industrienachfrage

    Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im dritten Quartal 2014 auf 97,9 Tonnen und fiel, verglichen mit den 103,1 Tonnen im dritten Quartal 2013, um fünf Prozent.

  • Goldbarren- und Münznachfrage

    Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im dritten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 245,6 Tonnen. Ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q3: 312,3).

  • EFTs und ähnliche Produkte

    Dass die Gesamtnachfrage nach Gold gefallen ist, ist auch auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen. Im dritten Quartal 2014 beliefen sich diese auf 41,3 Tonnen. Allerdings ist das deutlich weniger als im Vorjahr. Im dritten Quartlal 2013 betrugen sie noch 120,2 Tonnen.

  • Notenbanken

    Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im dritten Quartal 2014 92,8 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von neun Prozent (Q3'13: 101,5).

  • Investment gesamt

    Die Goldnachfrage im Investment belief sich im dritten Quartal 2014 auf 204,4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von sechs Prozent, im Vorjahresquartal waren es 192 Tonnen.

Die schlechte Stimmung hing Händlern zufolge auch mit der erneuten Senkung der Goldpreisprognose durch die Analysten von Goldman Sachs zusammen. Sie rechnen nun zum Jahresende mit einem Preis von 1545 Dollar je Feinunze. Erst Ende Februar hatten sie ihre Prognose auf 1610 Dollar von 1810 Dollar gesenkt. Für Ende 2014 rechnen die Analysten nun mit einem Preis von 1350 Dollar nach zuletzt 1490 Dollar.

Die Überzeugung, Gold zu halten, schwinde zusehends, erklärten die Analysten. Dies sei vor dem Hintergrund der wieder aufgeflammten Schuldenkrise in der Euro-Zone und den enttäuschenden US-Konjunkturdaten der jüngsten Zeit umso erstaunlicher. Einen starken Preisverfall halten sie aber nicht für sehr wahrscheinlich. Seit Monaten sinken die ETF-Bestände. Per Dienstagabend wies der weltgrößte ETF-Fonds SPDR Gold Trust einen erneuten Abfluss von fast fünf Tonnen Gold aus. Damit haben sich die Bestände des SPDR seit Jahresbeginn um mehr als 150 Tonnen verringert.

Der Edelmetallausblick 2013 der Commerzbank

  • Goldangebot

    Die Minenproduktion dürfte 2013 leicht steigen. Nennenswerte Produktionszuwächse soll es jedoch vor allem in China und Russland geben. Allerdings rechnen die Commerzbank-Analysten nicht damit, dass dieses zusätzliche Angebot auf die westlichen Märkte gelangt, weil in diesen Ländern zugleich die Nachfrage stark steigt. Die Goldproduktion in Südafrika leidet hingegen unter abnehmenden Erzgehalt, Streiks der Minenarbeiter und ansteigenden Kosten. Ein steigendes Angebot könnte es beim Altgold geben, das bereits für rund ein Drittel des Gesamtangebots steht.

  • Goldnachfrage der Verbraucher

    2012 hat die Nachfrage bislang abgenommen und wird aller Voraussicht nach am Jahresende untere unter der des Vorjahres liegen. Das wäre der erste Rückgang seit 2009. Nachdem die Nachfrage im zweiten Quartal ungewöhnlich schwach war, fiel sie im dritten Quartal wieder ungewöhnlich stark aus. Nach Steuererhöhungen und Rekord-Goldpreise in heimischer Währung lag die Nachfrage aus Indien bis Ende November 24 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das verlangsamte Wachstum in China bremste auch dort die Nachfrage um acht Prozent im dritten Quartal. Für 2013 rechnet die Commerzbank mit einer Belebung der Goldnachfrage aus Indien und China, die für etwa die Hälfte der globalen Goldnachfrage stehen.. In Indien sollten sich die Goldkäufer an das gestiegene Preisniveau gewöhnt haben, in China mehren sich die Anzeichen einer konjunkturellen Erholung.

  • Goldnachfrage der Investoren

    Die Nachfrage von Investoren sollte von im Umfeld niedriger oder sogar negativer Realzinsen von der Flucht in Gold als wertstabile Anlage und alternative Währung profitieren. Zuletzt war die Investorennachfrage rückläufig und lag im dritten Quartal neun Prozent unter dem Vorjahreswert. Gold-ETFs sollten jedoch wie im dritten und vierten Quartal weiter Zuflüsse verzeichnen. Unter Berücksichtigung der außerbörslichen Geschäfte, hat die Commerzbank für 2012 eine um sieben Prozent höhere Investmentnachfrage gegenüber 2011 errechnet.  Nachdem spekulative Investoren ihre Wetten auf einen steigenden Goldpreis deutlich reduziert haben, könnte ein Stimmungswechsel der kurzfristig agierenden Finanzanlegern den Goldpreis deutlich steigen lassen. Auch die Nachfrage nach Münzen und Barren sollte 2013 zulegen.

  • Goldnachfrage der Zentralbanken

    Noch im Sommer hielten sich die Notenbanken mit Goldkäufen zurück. Im dritten Quartal kaufte vor allem die Türkei Gold – hauptsächlich, weil dort die Zentralbank Gold von den Geschäftsbanken als Mindestreserve akzeptiert. Seit Oktober ziehen die Goldkäufe durch Zentralbanken allerdings spürbar an, allein in einem Monat flossen den Instituten netto 40 Tonnen Gold zu. Der World Gold Council rechnet damit, dass die Staaten und Notenbanken 2012 den Rekord-Nettokauf von 457 Tonnen im Jahr 2011 nochmals übertreffen. Damit würden die Zentralbanken bereits im vierten Jahr in Folge als Netto-Käufer auf dem Goldmarkt auftreten.

  • Goldpreis

    Der Goldpreis dürfte seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen. Hauptgründe dafür dürften den Commerzbank-Analysten zufolge die ultralockere Geldpolitik der Zentralbanken und geopolitische Risiken sein, die Gold als wertstabile Anlage und sicheren Hafen aufwerten. Seinen Aufwärtstrend Den Preis für eine Feinunze Gold in US-Dollar erwartet die Commerzbank im ersten Quartal bei 1950 Dollar, im zweiten Quartal bei nur 1900 Dollar und im dritten Quartal erneut bei 1950 Dollar. Für das Gesamtjahr 2013 rechnen die Experten auch mit einem Durchschnittspreis von 1950 Euro.

Auch die Preise für Silber, Platin und Palladium gaben nach. Vor allem Palladium, das beim Autobau für die Herstellung von Katalysatoren benötigt wird, geriet unter die Räder. Eine Feinunze verbilligte sich um bis zu 2,84 Prozent auf 702,97 Dollar und notierte damit so niedrig wie seit Mitte Januar nicht mehr. Händler machten dafür vor allem charttechnische Faktoren verantwortlich. Viele Anleger hätten im Unterschreiten der 707-Dollar-Marke ein Verkaufssignal gesehen, erklärte ein Händler in London.

Am Donnerstag beruhigte sich der Goldmarkt wieder, und der Preisverfall ist erst einmal gestoppt: Das Edelmetall kostete mit 1557 Dollar je Feinunze am Donnerstag so viel wie im Schlussgeschäft vom Vortag. Die zunehmenden Spannungen zwischen Nordkorea und den USA und die Unsicherheit über die weitere Geldpolitik der Fed bremsten den Preissturz bei dem gern als sicheren Hafen gefragten Edelmetall, sagten Händler.

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