Rezension Cosmopolis: Panoptikum des Verfalls

Rezension Cosmopolis: Panoptikum des Verfalls

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Teenageridol Robert Pattinson spielt die Hauptrolle im Finanzthriller Cosmopolis

Nur wenige Romanciers verdienen das Attribut ‚visionär’. Der amerikanische Autor Don De Lillo ist einer davon. 2003 erschien „Cosmopolis“, die parabelhafte Odyssee eines Vermögensverwalters, der in einer Stretch-Limousine durch ein apokalyptisches New York fährt, dessen Chaos er zunächst aus sicherer Distanz wahrnimmt, um dann doch langsam darin unterzugehen.

Handlung aus Einzelepisoden

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Doch literarische Visionen eignen sich nicht zwangsläufig für die Umsetzung in cineastische Bilder. Zumindest versuchte sich der Kanadier David Cronenberg an der Filmversion. Ein ausgewiesener Experte, alptraumhafte Szenarien in einer ganzen Vielfalt von Genres und Stilrichtungen einzufangen - von „Die Fliege“ bis „Tödliche Versprechen“. Doch auch wenn er den surrealen Ton seiner Vorlage vermittelt, deren Struktur und Dramaturgie eignen sich nur bedingt für den Spannungsbogen eines Kinostücks.

Die Handlung besteht aus Einzelepisoden – Business-Meetings, erotische Eskapaden, ärztliche Untersuchungen – die sich weitgehend in den vier Wänden der Limousine abspielen. Das macht „Cosmopolis“ zum theaterhaften Kammerspiel samt absurd stilisierten Monologen und Dialogen, nicht aber zu einer filmischen Tour de Force. Immerhin ist dieses Panoptikum des Verfalls kunstsicher inszeniert, und Cronenberg holte sich dafür auch brillante Charakterdarsteller, insbesondere Juliette Binoche, Paul Giamatti und Samantha Morton.

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Gespaltene Reaktionen

Für die Hauptfigur ging er das Wagnis ein, das Teenageridol Robert Pattinson zu engagieren, der indes unter seiner Regie die ideale Kombination aus Blasiertheit, Charme und Affektleere vermittelt. In der Gesamtheit ergibt dies strenge Kinokunst, die eher intellektuelle Faszination denn emotionale Resonanz hervorruft. Das erklärt auch die gespaltenen Reaktionen bei der Filmkritik, die von begeisterter Zustimmung bis entnervter Ablehnung reichen.

Ist „Cosmopolis“ zumindest eine Geschichte, in der sich Geist und Stimmung der Zeit verdichten wie im „Wall Street“ der 80er? Wenn ja, dann fängt er nur den Nachhall aller Exzesse der letzten Jahre ein. Was bleibt, ist blanke, benommene Ratlosigkeit.

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