Riester-Rente: Wie der Staat riestern unrentabel macht

Riester-Rente: Wie der Staat riestern unrentabel macht

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Während Sparer in der Einzahlungsphase profitieren, langt der Staat im Ruhestand zu

von Niklas Hoyer

Der Staat will die Deutschen dazu bewegen, mehr private Altersvorsorge zu betreiben. Die Riester-Rente wird zwar gefördert, hat aber so viele Nachteile, dass sie unrentabel ist. Sparer brauchen Alternativen.

Vor zehn Jahren hat der Staat eine geförderte Altersvorsorge eingeführt, um die Deutschen zur privaten Vorsorge zu animieren, die Riester-Rente. Sparer bekommen während der Einzahlungsphase Zulagen, wenigstens 154 Euro pro Jahr, und profitieren von Steuervorteilen. Mittlerweile haben 15 Millionen einen Riester-Vertrag. Eine Erfolgsgeschichte? Nein, denn für die Anleger ist das Riestern längst nicht so lukrativ wie erhofft.

Ein Grund: 70 Prozent der Riester-Sparer haben eine geförderte Rentenversicherung abgeschlossen, die unflexibel und teuer ist. Besser wäre für risikoscheue Anleger meist ein geförderter Banksparplan, für jüngere Sparer ein Riester-Fondssparplan.

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Doch das Hauptproblem ist die Riester-Konstruktion selbst. Sie ist schwer durchschaubar und kaschiert das Grundproblem: Während Sparer in der Einzahlungsphase profitieren, langt der Staat danach zu. So sind die Zulagen und Steuervorteile kein Geschenk. Im Gegenzug müssen Sparer ihre spätere Rente voll versteuern. Politiker und Riester-Anbieter, Banken und Lebensversicherer unterschlagen das gern. Sie rechnen Kunden lieber Förderquoten vor, die angeben, wie viel des Beitrags der Staat durch Steuervorteile und Zulagen trägt. Doch die sagen wenig aus.

Auf garantierte Rentenhöhe und Rendite achten

Wirklich wichtig ist nur, wie viel Beitrag der Sparer aus eigener Tasche nach Abzug aller Vorteile zahlen muss. Und wie viel Rente nach Steuern er später dafür bekommt. Wird beides verglichen, lässt sich – je nach Alter – die Nettorendite berechnen. Dabei sollten Sparer auf die garantierte Rentenhöhe und Rendite achten. In ihren Berechnungen weisen Versicherer zwar auch höhere prognostizierte Rentenzahlungen aus. Die sind aber unverbindlich.

Die garantierte Rendite fällt für Riester-Rentenversicherte wenig verlockend aus, wie Berechnungen der WirtschaftsWoche zeigen. So kommt ein 40-Jähriger mit 50.000 Euro Brutto-Jahreseinkommen erst nach 85 Jahren auf 0,2 Prozent garantierte Nettorendite pro Jahr. Nach 90 Jahren sind es 1,3 Prozent. Bei einer Familie mit zwei Kindern und 80.000 Euro brutto sieht es nicht besser aus (85 Jahre: 0,3 Prozent, 90 Jahre: 1,3 Prozent). 30-Jährige, die weniger als 40.000 Euro verdienen, kommen nach 80 Jahren auf eine garantierte positive Rendite – wenn auch nur 0,1 Prozent. Nach 90 Jahren sind es 1,7 Prozent Nettorendite. Bei den geförderten Fonds- und Banksparplänen fallen die Ergebnisse nur etwas besser aus.

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Verzicht auf Zulagen möglich

Da der Garantiezins für Lebens- und Rentenversicherungen – der aber nur auf den Sparanteil, nach Abzug aller Kosten, gezahlt wird – zum Jahresanfang von 2,25 auf 1,75 Prozent gefallen ist, haben sich die Renditeaussichten für Neukunden seitdem noch verschlechtert.

Wer die Lust am Riestern verliert, der kann zwar aussteigen, muss dann aber Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Angesichts der mickrigen Renditen können Sparer, die mehr Flexibilität wollen, auf die Förderung verzichten. Sie sollten entweder klassische Bank- oder Fondssparpläne wählen. Aber auch die für die Riester-Rente vorgesehenen Verträge können ohne den Staat bespart werden. Solange die Sparer keine Zulagen beantragen und ihre Beiträge auch nicht steuerlich geltend machen, bleiben ihnen die Riester-Fußfesseln erspart.

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