Risiko-Anleihen: Gebeutelter Zulieferer

Risiko-Anleihen: Wetten auf Firmenpleiten

Gebeutelter Zulieferer

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Nordex schrieb zwar im vergangenen Jahr Verluste; nun wurde ein Sparprogramm aufgelegt, das rund 50 Millionen Euro einsparen soll Quelle: dapd

Rena aus Gütenbach im Schwarzwald stellt Anlagen für nass-chemische Prozesse wie Ätzen und Beschichten her. Die Abnehmer entstammen neben der Halbleiter- vor allem der Solarbranche. Laut eigenen Angaben arbeiten 80 Prozent der Solarzellenfertiger weltweit mit Anlagen von Rena, 1500 sollen global im Einsatz sein. Auch bei Rena dürften infolge der Solarkrise die Umsätze, Auftragseingänge und Gewinne 2011 den Rückwärtsgang eingelegt haben, Experten sehen aber noch keine ernste Gefahr für das Überleben der Schwarzwälder.

Vor allem die Transparenz lässt zu wünschen übrig; die aktuellsten Zahlen entstammen dem vergangenen Sommer, da Rena nur halbjährlich berichtet; der Bericht zum Gesamtjahr 2011 liegt noch nicht vor. Immerhin: Mit der Übernahme von Stulz H+E Ende April hat sich Rena breiter aufgestellt. Stulz stellt Abwasseranlagen her. Mit Stulz zusammen kommt Rena nun auf einen Umsatz von rund 650 Millionen Euro. Bei der Übernahme fließt kein Geld; die Eigentümerfamilie von Stulz bekommt stattdessen 15 Prozent an Rena. Der Einstieg der Familie ist ein Hoffnungsschimmer, der Kurs der Rena-Anleihe zog leicht an. Sie bringt jetzt 15 Prozent Rendite und läuft noch bis 2015. Die Chancen, dass Rena bis dahin überlebt, stehen gut. Helfen dürfte die globale Kundenbasis: Auch die chinesischen Solarhersteller, die den Deutschen das Leben schwer machen, arbeiten mit Rena-Maschinen.

Keine akute Gefahr

Die Ratingagentur Euler Hermes meldete sich im vergangenen November zu Wort und wiederholte ihre Einstufung mit BB+, dem besten Rating in der sogenannten Schrottklasse. Der Ausblick sei stabil, meinen die Analysten. Damit setzt sich Rena von anderen Mittelständlern ab, die in den vergangenen Jahren Anleihen ausgegeben haben: Von 38 Ratings, die die Agentur Creditreform zum Zeitpunkt der Emissionen ausgegeben hatte, haben nur 27 noch Bestand, fünf sind ausgelaufen, sechs wurden teilweise drastisch heruntergestuft. Bei Rena beurteilen die Ratinganalysten die Entschuldungsfähigkeit als noch gut, das Unternehmen hat 100 Millionen Euro an liquiden Mitteln; sie bemängeln jedoch die dünne Eigenkapitaldecke von 43 Millionen Euro; die Eigenkapitalquote liegt bei schwachen zehn Prozent.

Nicht ganz so schlimm wie um die Solarbranche steht es um die deutschen Pioniere der Windenergie. Aber auch sie haben zu kämpfen: Neben der Konkurrenz aus China mischen auch noch indische Billiganbieter mit. So leidet auch die deutsche Nordex unter sinkenden Marktanteilen und Umsätzen. Nordex ist im internationalen Vergleich zu klein und braucht für teure Großprojekte wie Offshore-Anlagen einen größeren Partner, der noch gesucht wird.

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Dennoch halten Großaktionäre wie Susanne Klatten, die ein Viertel der Nordex-Anteile hält, Nordex die Treue. Immer wieder gelingt es zudem, Aufträge aus Schwellenländern an Land zu ziehen. Das Überleben der Firma und die Rückzahlung der bis 2016 laufenden Anleihe sind nicht akut in Gefahr. Nordex schrieb zwar im vergangenen Jahr Verluste; nun wurde ein Sparprogramm aufgelegt, das rund 50 Millionen Euro einsparen soll; operativ, also ohne Abschreibungen, wird Nordex 2012 in die Gewinnzone zurückkehren.

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