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Rohstoffe: Korrektur bei Seltenen Erden vor dem Ende

von Kerstin Dämon

Seltene Erden haben seit 2010 eine regelrechte Preisachterbahn mitgemacht: Nach gigantischen Zuwächsen ging es 2012 um bis zu 80 Prozent nach unten. Dabei handelt es sich aber nur um einen kurzen Knick.

Die Bayan Obo Mine in der Mongolei ist eines der größten Vorkommen an "seltenen Erden". An diesem Begriff stimmt eigentlich nichts: Erstens handelt sich um Metalle und zweitens finden die sich fast überall in der Erdkruste. Selten sind jedoch wirtschaftlich auszubeutende Vorkommen, bei denen die Konzentration über einem Prozent liegt. Es gibt 15 Seltene Erden oder Lanthanoide, die auf der Periodentabelle der Chemiker die Nummern 57 bis 71 tragen. Der Markt für seltene Erden ist allein in den Jahren von 1997 bis 2007 um das 20-fache gewachsen. Bislang kommt der Nachschub fast ausschließlich aus China, das heute mehr als 95 Prozent des Weltmarkts an Seltenen Erden bedient und dieses Quasi-Monopol weiter ausbaut. Das könnte in der Zukunft zu Problemen führen, denn ohne diese Metalle geht in den High-Tech-Industrien der Weltwirtschaft gar nichts, Foto: Google

Bild: Google

Seltene Erden erfahren derzeit eine heftige Preiskorrektur. Nachdem sich die Preise für Cer, Lanthan und Neodym zwischen 2010 und 2011 verdreifacht und die Preise für Dysprosium und Samarium sogar versechs- beziehungsweise versiebenfacht hatten, erfuhren die Erze in den vergangenen Monaten Preisstürze von bis zu 80 Prozent. Schuld an den nach Expertenmeinung viel zu hohen Preisen war nicht nur die große Nachfrage, sondern vor allem auch die Exporteinschränkungen Chinas.

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Monopolstellung ungebrochen

Laut der amerikanischen Geologiebehörde USGS besitzt China mit rund 55 Millionen Tonnen die größten Seltene-Erden-Reserven der Welt. Danach folgen die ehemalige Sowjetunion mit einem Vorkommen von rund 19 Millionen Tonnen sowie die USA mit13 Millionen Tonnen. Eine Produktion von rund 130.000 Tonnen seltene Erden pro Jahr bescheren China einen Weltmarktanteil von 97 Prozent. Dementsprechend steigen die Preise, wenn China die Ausfuhr verringert. Zwar hat die Regierung in Peking bereits im Jahr 1999 Exportquoten für Seltene Erden eingeführt. Allerdings zogen die Chinesen die Zügel in den letzten Jahren spürbar an. Durften im Jahr 2009 noch mehr als 50.000 Tonnen pro Jahr exportiert werden, gehen derzeit nur noch 30.184 Tonnen außer Landes. Weigert sich Peking zu verkaufen, schaut der Rest der Welt mehr oder weniger in die Röhre. Da helfen auch einige neue Minen in Kanada oder den USA nicht viel. Bei der deutschen Rohstoffagentur (Dera) ist man sich zwar relativ sicher, dass das chinesische Monopol mit der Zeit fallen wird, die besonders raren schweren Seltenen Erden, die für Unterhaltungselektronik und Handys gebraucht werden, gebe es aber nur in China.

Breites Einsatzgebiet

Die Unternehmen, die von Seltenen Erden abhängig sind, mussten dementsprechend reagieren. Und betroffen ist längst nicht nur die Elektronikbranche. Neben Handys, Smartphones und Unterhaltungselektronik kommen die Erze auch bei Dauermagneten für Windenergieanlagen oder Elektroautos, LED-Lampen, Katalysatoren und Batterien für Elektroautos zum Einsatz. Selbst die Rüstungsindustrie ist auf die Seltenen Erden angewiesen.

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