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Roundtable der Börsenprofis: Ein denkwürdiges Ereignis

Roundtable der Börsenprofis: Worauf Zulauf, Gross und Co. 2013 wetten

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Ein denkwürdiges Ereignis

Platz 36: Mark Zuckerberg

Der Facebook-Gründer ist definitiv der Verlierer des Jahres: Im vergangenen Jahr war Mark Zuckerberg noch der Senkrechtstarter unter Amerikas Superreichen. Der Börsen-Flop von Facebook warf ihn in der Riege der Milliardäre weit zurück: Er sackte von Rang 14 auf Rang 36 ab. Sein Vermögen schmolz demnach von 17,5 auf 9,4 Milliarden Dollar zusammen.

Bild: REUTERS

Es gibt keine Wächter, die haben sich alle zurückgezogen.

Gross: Die beiden wichtigsten Inhaber von Anleihen sind die Zentralbanken und Staaten mit überschüssigen Reserven. Vielleicht lassen sich chinesische und japanische Behörden mit riesigen Beständen an US-Regierungsanleihen von der Inflation oder vom Dollar, oder auch der amerikanischen Fiskal- und Geldpolitik entnerven. Als Inhaber von Anleihen sollten Mama und Papa, und Goldman Sachs und Pimco einen gewissen Einfluss haben; in Wirklichkeit aber hängen sie auf Gedeih und Verderb von den großen Käufern ab. Das große Risiko ist, dass es sich die Chinesen plötzlich anders überlegen könnten und etwas anderes bevorzugen. Derzeit haben die Anleger die Wahl zwischen künstlich bewerteten Finanzwerten oder realen Werten wie Erdöl, Gold oder, wenn man ganz auf Nummer sicher gehen will, Bargeld. Das eigentliche Risiko für die Finanzmärkte ist die geringe Bereitschaft der Anleger, ihr Geld in Realwerte zu investieren oder unter der Matratze zu verstecken. Der langen Rede kurzer Sinn: Meine erste Empfehlung ist der SPDR Gold Shares, oder SPDR Gold Trust, das ist ein Exchange Traded Fund (ETF) der SPDR-Familie. Er hat einen Preis, aber bietet Anlegern eine einfache Möglichkeit, einen realen Vermögenswert zu erwerben. Der Goldpreis hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, zwei davon sind die realen (inflationsbereinigten) Zinsen und die Inflationserwartung. Der Goldpreis wird wahrscheinlich mehr oder weniger auf dem aktuellen Niveau verharren, solange die Realzinsen nicht fallen oder die Inflationserwartung nicht von derzeit 2,5 Prozent auf 3,0 Prozent oder höher steigt. Das würde den Goldpreis in Bewegung bringen. Der ETF ist eine gute Absicherung. Er wirft nichts ab, aber es gibt nicht viel, was derzeit etwas abwirft.

Zulauf: Es ist ein denkwürdiges Ereignis, wenn der Chef des führenden Anleihefonds Gold als erste Empfehlung nennt.

Gross: Die Zentralbanken weltweit versuchen die Konjunktur ihrer Länder anzukurbeln. Wenn sie damit Erfolg haben, ist Gold eine gute Absicherung gegen die Inflation, und Anleihen, zumindest langfristige, sind das nicht.

Was Sie über Gold wissen sollten

  • Was ist Gold?

    Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

  • Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

    Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

  • Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

    Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

  • Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

    In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

  • Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

    Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wir in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

  • Was passiert mit dem Gold?

    29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

  • Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

    Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

    Quelle: World Gold Council

  • Wer sind die größten Goldbesitzer?

    Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Kehren wir zurück zu Ihren Anlageempfehlungen.

Hickey: Ich empfehle Gold, aber das tue ich schon seit vielen Jahren, und ich werde damit weitermachen, bis der Preis extrem in die Höhe schießt – aber dafür gibt es weit und breit kein Anzeichen. Ich finde Gold aufregend, weil die Stimmung so negativ ist. Der Goldkurs könnte jederzeit scharf nach oben ziehen. Der Hulbert Gold Newsletter Sentiment Index zeigte in der vergangenen Woche stark negative Werte, was darauf hinweist, dass die Verfasser von Artikeln in den Gold-Newslettern den Anlegern empfehlen, Leerverkaufspositionen einzunehmen. Wenn das passiert, hat Gold bisher noch fast immer scharf nach oben gedreht. Der tägliche Stimmungsindex für Gold ist am tiefsten Punkt seit zwölf Jahren. Große spekulative Investoren haben die Leerverkäufe in den letzten Monaten fast verdoppelt. Die American-Eagle-Goldmünze verzeichnete 2012 ein fünfjähriges Absatztief. Aber das Umfeld für Gold könnte besser nicht sein. Die großen Zentralbanken drucken riesige Mengen an Geld, wie wir heute gehört haben. Die realen Zinsen sind negativ. Das sind die besten Voraussetzungen für eine Gold-Rally. Felix meinte, er könne sich vorstellen, dass der Preis auf das Niveau von 1800 Dollar je Feinunze steigen könnte. Ich stimme dem zu. Und wenn der Preis diese Marke durchbricht, steigt er unaufhaltsam auf 2000 Dollar und mehr. Solange die quantitativen Lockerungen der Zentralbanken unbeschränkt fortgesetzt werden, stößt auch der Goldpreis an keine Obergrenze. Das heißt, er könnte auf 5000 oder gar 10000 Dollar steigen. Ich empfehle physisches Gold, Goldmünzen oder Goldbarren. Jeder sollte etwas physisches Gold besitzen, und zumindest in den USA hat fast niemand Gold.

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Und wie stehen Sie zu Goldminenaktien?

Hickey: Es gibt zwei mittelgroße Minenbetreiber, die mir gefallen. Nach zuvor durchschnittlichen Jahresgewinnen von 15 Prozent, stieg Gold im Vorjahr um sieben Prozent. Goldminenaktien gaben 2011 um 16 Prozent, 2012 um zehn Prozent nach. Seit dem Hoch im Jahr 2011 haben die kleinen Minenbetreiber 50 Prozent an Wert verloren. Dieser Bärenmarkt hat allerdings auch seine Gründe. Erstens ist es schwierig, Gold zu finden und die geförderten Qualitäten sind schlechter. Die Produktionskosten steigen. Den Minenbetreibern drohen Verstaatlichung oder höhere Lizenzgebühren und Steuern. In Südafrika, wo sehr viel Gold gefördert wird, gibt es arbeitsrechtliche Probleme. Von Südafrika, Russland und Ländern wie Venezuela sollte man daher auch lieber die Finger lassen. Die USA, Kanada, Mexiko und Chile sind nach wie vor sicher; in diesen Ländern besteht die Gefahr einer Verstaatlichung oder von exorbitanten Gewinnsteuern nicht.

Haben sie weitere Empfehlungen?

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Hickey: Wichtig für US-Anleger ist eine Diversifizierung in Bereiche jenseits der schwer verschuldeten und von den Gelddruckmaschinen abhängigen Staaten. In die Anleihen der aufstrebenden Länder ist bereits viel Geld geflossen. Man sollte auch die Aktien dieser Länder in Erwägung ziehen. Vietnam war lange Jahre ein Bärenmarkt, so wie China, aber es sieht so aus, als wäre diese Phase zu Ende. In Vietnam wächst die Wirtschaft, seit das Land im Jahr 1989 politische und wirtschaftliche Reformen in Angriff nahm. Einige Zeit wuchs die Wirtschaft um durchschnittlich acht Prozent jährlich und damit zu rasch. Auch die Inflation stieg auf bis zu 23 Prozent. Die Zentralbank erhöhte die Zinsen sechs Mal, um die Kreditaufnahme einzudämmen. Die Regierung hat Reformen angekündigt und will staatliche Unternehmen privatisieren. All das sind Gründe, warum Anleger zunehmend optimistisch nach Vietnam blicken. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung liegt bei 28 Jahren. Industriekonzerne verlagern technische Produktionsanlagen aus China nach Vietnam, weil die Arbeiter jünger und die Kosten geringer sind. Samsung produziert bereits 40 Prozent der Mobiltelefone in Vietnam. Die vietnamesische Wirtschaft könnte fünf bis sechs Prozent Wachstum jährlich erreichen. Felix betrachtet China als guten Anlagetipp. Vietnam ist vielleicht sogar besser, beinhaltet allerdings auch ein höheres Risiko.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.02.2013, 21:57 UhrJens

    Wenn ich so die letzten Monate querlese, empfehlen diese ganzen Börsenheinis aus allen Ecken des Finanzuniversums unbedingt, als aller- aber auch auch wirklich allerletzte Chance den Einstieg in Aktien. Wenn das kein klarer Indikator für den Ausstieg ist, was dann? lauter kann es nicht klingeln.

  • 13.02.2013, 09:01 UhrGast

    Aber natürlich werden die erfolgreichen Leute einfach mal so raushauen, was sie zu ihrem Geld bringt.

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