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Roundtable der Börsenprofis: Gold oder Aktien?

Roundtable der Börsenprofis: Worauf Zulauf, Gross und Co. 2013 wetten

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Gold oder Aktien?

Platz 7: David Tepper

Eigenkapital: 5,5 Milliarden Dollar
Für Tepper war 2012 bislang ein sehr erfolgreiches Jahr. Sein Palomino Fonds kletterte um 13,3 Prozent nach oben im ersten Halbjahr, nachdem er 2011 um 5,09 Prozent gesunken war. Der frühere Goldman-Sachs-Händler entschloss sich 1993, auf eigene Faust Appaloosa Management zu gründen. Zuvor hatte sich der gebürtige Pittsburgher vergeblich nach einem Partner umgesehen. Appaloosa managt derzeit 12 Milliarden Dollar.

2009 machte der in New Jersey lebende Tepper einen der legendärsten Trades in der Geschichte. Er verdiente 7 Milliarden, indem sein Hedgefonds Anteile von kriselnden Banken aufkaufte, darunter die Bank of America. In 2011 riss Tepper das Sagaponack Standhaus ab, welches er der Ex-Frau des ehemaligen Gouverneurs Jon Corzine erst 2010 für 43 Millionen Dollar abgekauft hatte. Tepper hält eine Minderheit an den Pittsburgh Steelers.

Bild: Creative Commons-Lizenz

Ist das nicht eine Folge der Globalisierung?

Zulauf:Nein, das ist die Folge des Handelns verantwortungsloser Zentralbankern und verantwortungsloser Politiker.

Hickey:Japan druckt eine Billion Dollar. Alles schaut prima aus und der japanische Aktienmarkt steigt. Aber es steht nicht zum Besten mit Japan; das Land wird in eine weitere Rezession schlittern. Die Kurse am amerikanischen Aktienmarkt verdoppelten sich, als die Fed Geld drucken ließ.

Heißt das, Sie setzen auf Aktien?

Hickey: Ich besitze eine Menge Goldaktien. Leer verkauft habe ich gar nichts. Ich kann nicht sagen, wann die ganze Sache platzen wird. Die EZB hat versprochen, sie werde genug Geld drucken, um den Brand zu ersticken, und plötzlich schienen die europäischen Probleme gelöst. Aber das sind sie nicht. Die Bank of England implementiert gerade die sechste Runde quantitativer Lockerungen, und England ist auf dem besten Weg in eine Rezession. Mit Gelddrucken lassen sich keine Probleme lösen. Das hat man seit 2000 Jahren immer wieder versucht und man ist immer gescheitert.

Aber Fred, Gold war im Vorjahr kein so guter Anlagetipp.

Hickey:Gold hat ein Dutzend großartige Jahre hinter sich, aber es kann nicht immer steigen. Schauen wir uns den letzten großen Bullenmarkt bei Gold an. Damals stieg das gelbe Edelmetall von 100 Dollar je Feinunze im Jahr 1970 auf 800 Dollar im Jahr 1980. Aber in den Jahren 1975/76 büßte es 46 Prozent an Wert ein. Jeder, der damals ausstieg, verpasste den besten Teil der Rally – nämlich den nachfolgenden Anstieg um 600 Prozent. In den letzten zwölf Jahren gab es bei Gold fünf Korrekturphasen mit Wertverlusten von jeweils 15 bis 30 Prozent. Zuletzt korrigierte Gold um 19 Prozent. Aber diesen kürzlich erreichten Tiefpunkt hat es auf dem Weg nach oben bereits wieder verlassen. Gold muss man einfach im Portfolio haben, genau wie Immobilien. Bei Halbleitern war der Absatz zuletzt schwach; dennoch klettern die Aktienkurse. Das kommt davon, wenn man die Gelddruckmaschinen in Betrieb setzt. Deshalb stehen die Aktienperformance und die Wirtschaftsleistung in keinem ursächlichen Zusammenhang. Die Aktienkurse könnten in diesem Jahr durchaus weiter zulegen. Alle Vermögenswerte könnten im Wert steigen. Aber man sollte sich auch absichern. Irgendwann kommt der Punkt, da Aktien magere Gewinne abwerfen und die Inflation steigt. Das ist der logische Gang der Dinge bei jeder geldpolitisch induzierten Inflation. Bei Aktien bleibt ein Teil ihres Wertes erhalten, aber nicht der gesamte. Wer zu Zeiten der Weimarer Republik Aktien besaß, musste 90 Prozent Wertverlust hinnehmen. Damals wäre es am besten gewesen, man wäre in anderen Währungen oder in Gold investiert gewesen. Aber diesmal gibt es keine echte Alternative zum amerikanischen Dollar.

Anlagestrategien 2013 Die Investmentideen von Fred Hickey

EMC

Speicher und Software; Marktanteilsgewinne, VMWare-Beteiligung deckt Hälfte des Marktwerts

Umsetzung

Aktie (ISIN US2686481027)

Gross:Es gibt ein paar Länder mit positiven Realzinsen, ordentlichen Bilanzen und guten Wachstumsaussichten. Eines davon ist Mexiko, Brasilien ein anderes, auch wenn es derzeit Probleme gibt. Der mexikanische Peso und der brasilianische Real sind keine großen Währungen, aber beide Länder hatten in den letzten Jahren zwischen drei und fünf Prozent Wirtschaftswachstum und sie haben wesentlich gesündere Bilanzen als wir.

Hickey:Die Zentralbanken beider dieser Länder, ebenso die koreanische, kaufen in großem Stil Gold. Sie wissen, dass sich die Währungen der industrialisierten Länder auf dem Weg ins Verderben befinden.

Witmer:Wenn eine Währung an Wert verliert, würden Sie dann nicht gerne ein großartiges Unternehmen in diesem Markt besitzen? Der Markt kollabiert eine Zeit lang, erholt sich dann aber wieder und das Unternehmen behält langfristig seinen Wert.

Zulauf: Nun ja, wenn die Dinge den Bach hinunter gehen, erhebt sich nur zu gern die Forderung, man könnte doch die Leute, die kluge Investitionen getätigt haben, über die Steuer zur Kasse bitten. Und dann sind die Früchte intelligenter Entscheidungen auch beim Teufel.

Witmer: Also wenn ich meinen Senf auch dazugeben darf: Derzeit notieren die Aktien in etwa um ihren inneren Wert. In diesem Jahr tut sich vielleicht in keine Richtung viel. Die US-Wirtschaft ist recht gut unterwegs. Möglich, dass die US-Bürger zu Beginn des Jahres einen Schock erleben, wenn sie ihren Gehaltsscheck sehen. Aber sie werden sich an die neuen Umstände gewöhnen, weniger sparen und das Geld, das sie haben, ausgeben. Die Beschäftigung wird steigen. Im Mittleren Westen und in Texas könnte sich sogar eine Lohninflation bemerkbar machen. Man wird bei Aktien im Wesentlichen die Dividende einstreifen und vielleicht noch ein, zwei Prozent zusätzlich an Kursgewinn erzielen.

Das klingt nicht allzu aufregend.

Rogers:Und was ist mit Anleihen? Ich bin nicht sicher, dass einzelnen Anlegern bewusst ist, dass sie mit einer zehnjährigen Anleihe Gefahr laufen, neun Prozent Kapitalverlust zu erleiden, wenn die Zinsen um einen Prozentpunkt steigen.

Jetzt wissen sie es.

Gross:Alle Vermögenswerte sind künstlich aufgeblasen. Die Kunst ist herauszufinden, welche weniger blasengefährdet sind, denn wie Brian erklärt hat, Sie können den gesamten Jahresertrag einer Anleihe quasi über Nacht verlieren, wenn die Zinsen steigen. Genauso können Sie zwei Prozent Dividendenrendite über Nacht verlieren, wenn die Aktienkurse um zwei Prozent fallen. Die Kurse von Vermögenswerten – Aktien, Anleihen und anderen Finanzwerten – spiegeln die Marktgegebenheiten so exakt, dass selbst eine geringe Kursveränderung auf Tagesbasis den Ertrag auf Jahresbasis zunichtemachen kann.

Schafer:Wenn wir schon von Blasen sprechen. Die Aktie von Cisco Systems notierte im Jahr 2000 zum 100-fachen des für 2000 erwarteten Gewinns, und Cisco zahlte keine Dividende. Heute notiert Cisco zum 10-Fachen des erwarteten Gewinns, beziehungsweise weniger, wenn man die Barbestände abzieht, und zahlt drei Prozent Dividende. Die zehnjährige Regierungsanleihe rentiert mit 1,9 Prozent. Wo ist da eine Blase?

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2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.02.2013, 21:57 UhrJens

    Wenn ich so die letzten Monate querlese, empfehlen diese ganzen Börsenheinis aus allen Ecken des Finanzuniversums unbedingt, als aller- aber auch auch wirklich allerletzte Chance den Einstieg in Aktien. Wenn das kein klarer Indikator für den Ausstieg ist, was dann? lauter kann es nicht klingeln.

  • 13.02.2013, 09:01 UhrGast

    Aber natürlich werden die erfolgreichen Leute einfach mal so raushauen, was sie zu ihrem Geld bringt.

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