Schmuck, Investments, Zentralbanken: Krise in Russland stärkt die Goldnachfrage

Schmuck, Investments, Zentralbanken: Krise in Russland stärkt die Goldnachfrage

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Goldbarren der Bundesbank.

von Saskia Littmann

Nach einem Rekordjahr 2013 ist die weltweite Nachfrage nach Gold im vergangenen Jahr leicht gesunken. Politische Krisen treiben das Interesse am sicheren Hafen Gold aber wieder an.

Insgesamt wurde im vergangenen Jahr weniger Gold nachgefragt als 2013. Um rund vier Prozent sank die nachgefragte Goldmenge im Vergleich zum Vorjahr, auf 3.923 Tonnen. Schuld daran war vor allem der Rückgang bei Verkäufen von Ringen, Ketten und Ohrschmuck, denn im Vorjahr hatte der Schmuckmarkt ein Rekordjahr hingelegt. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die der World Gold Council am Donnerstag veröffentlicht hat.

Trotzdem wird über die Hälfte des Goldes weiterhin im Schmuckmarkt umgesetzt, auch 2014 waren es mehr als 2000 Tonnen. Besonders hoch ist die Nachfrage traditionell in Indien, dort stieg die Nachfrage auf ein Rekord von 662 Tonnen des Edelmetalls. Gold wird in Indien traditionell für Hochzeiten verschenkt.

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Der Kollaps des russischen Rubel hat sich in einem deutlichen Goldpreisanstieg (in Rubel indexiert) niedergeschlagen. Die Goldnachfrage in Russland ist stark angestiegen, da die Russen ihr Geld in Sicherheit bringen und vor Währungsverlusten schützen wollten.

Insbesondere im vierten Quartal stieg die Schmucknachfrage nochmals deutlich an. Schuld daran waren nicht nur die Goldgeschenke unter den Weihnachtsbäumen. Zusätzlich ließen die starken Wertverluste des Rubel die Nachfrage nach Sachwerten in Russland explodieren (siehe Grafik).

Den zweitgrößten Anteil an der globalen Nachfrage hatten auch 2014 die Goldinvestments, sie legten im Vergleich zum Vorjahr leicht um zwei Prozent zu. Das lag allerdings weniger am gestiegenen Interesse der Investoren, sondern an einer relativ stabilen Entwicklung bei den Indexfonds (ETFs). Insbesondere Privatanleger zeigten dagegen weniger Interesse, die Nachfrage nach Barren und Münzen ging um 40 Prozent zurück. Ähnlich wie bei der Schmucknachfrage resultiert dieser enorme Rückgang vor allem aus den starken Ergebnissen des Vorjahrs.

Die Gold-Nachfrage und deren Entwicklung

  • Schmuck

    2013: 2384,6 (Tonnen)
    2014: 2152,9 (Tonnen)

    Quelle: GFMS, Thomson Reuters; World Gold Council

  • Technologie

    2013: 408,2 (Tonnen)
    2014: 389,0 (Tonnen)

    Quelle: GFMS, Thomson Reuters; World Gold Council

  • Investment

    2013: 885,4 (Tonnen)
    2014: 904,6 (Tonnen)

    Quelle: GFMS, Thomson Reuters; World Gold Council

  • Nettoeinkäufe der Zentralbank

    2013: 409,3 (Tonnen)
    2014: 477,2 (Tonnen)

    Quelle: GFMS, Thomson Reuters; World Gold Council

Die Zentralbanken dagegen haben trotz des nachfragestarken Jahres 2013 noch mal ein paar Barren mehr in ihre Keller eingelagert. Über 470 Tonnen Gold fragten sie 2014 nach, rund 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch hier spielte die Krise in Russland eine große Rolle, denn es war vor allem die Moskauer Zentralbank, die ihre Reserven kräftig aufstockte. Es verging kaum ein Monat, in dem die Notenbank nicht signifikante Mengen Gold kaufte, allein im September waren es über 30 Tonnen.

Der geringste Teil der gesamten Nachfrage entfällt auf den Technologie-Sektor. Auch historisch wurde hier in vielen Sektoren ein Rekordtief erreicht, beispielsweise bei der Zahnindustrie. Keramik- oder Kunststofffüllungen ersetzen das Edelmetall. Auch in Elektronikartikeln wird immer weniger Gold verwendet.

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Im Gegensatz zur Nachfrage war das Goldangebot 2014 relativ stabil im Vergleich zum Vorjahr, es sank lediglich um zwei Prozent. Während weniger Gold eingeschmolzen und recycelt wurde als im Vorjahr, haben einige neue Minen mehr produziert und dadurch eventuelle Verluste ausgeglichen.

Für die Zukunft erwarten Experten, dass die Nachfrage nach Gold eher wieder steigen wird. Vor allem in den wichtigen asiatischen Märkten in Indien und China sei die Nachfrage weiterhin hoch, Tendenz steigend, so der World Gold Council. Zwar macht der starke Dollar dem Rohstoff zu schaffen, aber politische Krisen und Unsicherheiten wie in Griechenland oder der Ukraine sorgen für zusätzliche Nachfrage nach dem "sicheren Hafen" Gold.

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