Schock für Anleger: Star-Fondsmanager flüchtet in den Vorruhestand

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Schock für Anleger: Star-Fondsmanager flüchtet in den Vorruhestand

von Heike Schwerdtfeger

Der vielfach verehrte Fondsmanager Graham French tritt mit 47 Jahren ab. Er fühle sich zu alt für kommende Herausforderungen. Die Konkurrenz kann jetzt die Jagd auf fünf Milliarden Euro eröffnen.

Auch einige Milliarden aus Deutschland stecken in dem M&G Global Basics, einem weltweiten Aktienfonds mit insgesamt 5,1 Milliarden Euro Volumen. Jetzt tritt der Starfondsmanager Graham French mit nur 47 Jahren zurück und übergibt das Management an seinen unbekannten Stellvertreter. Der Brite hat offenbar einfach genug nach 25 Jahren Fondsmanagement und 13 Jahren als Fondsmanager vom Global Basics. Und er hat einfach in der Zeit auch genug Geld verdient, wenn er mit Ende 40 einen Job aufgibt, nach dem viele in der Londoner City streben.

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Den Rückzug rechtfertigt er damit, dass er sich nicht in den Themen fit fühlt, die künftig eine wichtige Rolle spielen könnten an den internationalen Börsen wie etwa Technologie, Pharma oder Finanzen. Graham French war der Mann für Rohstoffe, Nahrungsmittel und andere Basisgüter, die den langjährigen Erfolg des Fonds ausmachten, aber zuletzt nicht mehr die erhoffte Performance brachten.

Randeep Somel Quelle: Presse

Nachfolger Randeep Somel trägt ein schweres Erbe: Sein Vorgänger Graham French managte im weltweiten Aktienfonds M&G Global Basics mehr als fünf Milliarden Euro und genoss bei seinen Anlegern hohes Ansehen

Bild: Presse

Sein Nachfolger ist Randeep Somel, Brite mit indischen Wurzeln und Anfang dreißig, der ganz klug reden kann, aber längst nicht das Charisma von French hat. Wenn der in Deutschland sprach, füllte er große Hallen und begeisterte seine Zuhörer. Er vermittelte Geschichten wie diese glaubhaft: Als er eine australische Mine besuchte, deren Zahlen stimmten, aber die vergammelten Duschen der Bergleute sah, forderte er die Manager der Mine auf, die Duschen zu streichen, sonst werde er alle Aktien des Unternehmens verkaufen. Dabei war French kein wachsweicher Gutmensch und auch kein Spinner. Hinter dem Engagement steckt ökonomisches Kalkül gepaart mit Fingerspitzengefühl und Menschlichkeit. French brachte lange eine Glaubwürdigkeit rüber, die sonst im Finanzgewerbe selten ist. Für die Finanzkrise fand er folgende Worte in einem Interview mit der WirtschaftsWoche: „Es war reine Gier und es ist für mich, der ich Teil der Finanzindustrie bin, schmerzlich, zu sehen was da passiert ist. Eine einzelne US-Bank hat ihren 18.000 Mitarbeitern vergangenes Jahr mehr gezahlt, als fünf Millionen Menschen aus fünf afrikanischen Staaten im vorigen Jahr verdient haben. Das ist absurd.“

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Nachdem der M&G-Fonds im Jahr 2008 um die 40 Prozent Verlust gebracht hatte, antwortete er in dem Interview auf die Frage, ob er 2008 das Geld wert war, was er verdient hatte, so: Denke ich dabei an meinen Vater, der als Buchdrucker wenig verdient hat, obwohl er auch sehr leidenschaftlich und hart gearbeitet hat, dann muss ich sagen, dass die gesamte Finanzbranche überbezahlt ist. Wenn es Sie beruhigt, habe ich auch eigenes Geld mit dem Fonds verloren, weil ich die Verluste mitgemacht habe.

French hat immer wieder betont, wie sehr er bei seiner Arbeit die Interessen der Anleger im Blick habe. Nur hat er die jetzt zu schnell im Stich gelassen.

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