Schuldenkrise: Staatsanleihen unter Druck

Schuldenkrise: Staatsanleihen unter Druck

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In Spanien herrscht die Wut über die Banken

von Frank Doll

Trotz der massiven Geldflut der Europäischen Zentralbank ist von Entspannung an den Märkten für italienische und spanische Staatspapiere nichts mehr zu spüren.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Banken in zwei Runden Ende Dezember 2011 und Ende Februar insgesamt 1019 Milliarden Euro über drei Jahre zum Freundschaftszins von einem Prozent überlassen. Abzüglich abgelöster kurzlaufender EZB-Kredite flossen den Banken netto 485 Milliarden Euro Liquidität zu. Davon steckten die Institute geschätzt 183 Milliarden Euro in den Kauf höher verzinster Anleihen ihrer Regierungen. Diesen vermeintlich idiotensicheren Handel gingen vor allem italienische und spanische Banken ein. Immerhin winkt ihnen eine hübsche Zinsdifferenz als Gewinn, während ihre Regierungen dank der künstlich erzeugten Nachfrage bessere Finanzierungsbedingungen erhalten. Dieses Kalkül ging nach der erste EZB-Runde auch auf. Die Kurse für italienische und spanische Anleihen stiegen, ihre Renditen sanken. Doch mit der Entspannung ist es vorbei. Die zweite EZB-Spritze verpuffte. Spanische Anleihen bescherten im März über alle Laufzeiten eine negative Rendite; bei italienischen Papieren schafften nur jene mit sieben Jahren Laufzeit ein Plus.

Geldflut der EZB Die Eine-Billion-Euro-Frage

Die Zentralbank hat Europas Banken die unvorstellbare Summe von einer Billion Euro verschafft. Wer am meisten davon profitiert, wohin das Geld fließt, wo neue Blasen drohen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat einen gewaltigen Geldberg in die Banken gepumpt Quelle: dpa
Gesamtertrag (Kursveränderung plus Kuponzahlung) europäischer Staatsanleihen im März und seit Jahresanfang 20121 (in Prozent)
SchuldnerLaufzeiten in Jahren
unter 107 bis 105 bis 73 bis 51 bis 3
März2012März2012März2012März2012März2012
Portugal

+12,32

+8,42

+14,40

+14,22

+13,50

+12,74

+9,41

+6,60

+4,46

+8,56

Belgien

+2,91

+6,46

+1,53

+6,24

+0,60

+5,24

+0,43

+4,13

+0,33

+2,26

Österreich

+0,31

+1,10

+1,52

+2,73

+1,12

+2,76

+0,83

+1,80

+0,35

+0,91

Irland

+0,48

+10,55

+1,03

+11,31

+0,32

+0,59

+4,30

Frankreich

+0,57

+2,05

+0,77

+3,30

+0,50

+2,55

+0,39

+1,91

+0,17

+0,68

Finnland

+0,30

+0,71

+0,70

+1,70

+0,56

+1,73

+0,19

+0,70

+0,07

+0,07

Italien

+0,26

+15,90

+0,51

+13,64

–0,59

+11,21

–0,99

+8,48

–0,54

+4,83

Deutschland

+0,06

–0,55

+0,42

+0,87

+0,08

+0,54

+0,08

+0,22

+0,01

–0,07

Niederlande

–0,82

–1,82

–0,12

+0,34

+0,06

+1,04

+0,03

+0,55

+0,00

+0,10

Spanien

–3,81

–0,34

–2,94

–0,34

–2,51

+0,24

–1,74

+1,35

–0,38

+2,15

1per Ende März 2012; Quelle: HSBC Trinkaus & Burkhardt
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