Schuldenstaaten: Griechenland und Portugal sind besser als ihr Ruf

Schuldenstaaten: Griechenland und Portugal sind besser als ihr Ruf

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Für Anleihekäufer kommt es jetzt auf das richtige Timing an.

von Andreas Toller

Die südlichen Euro-Länder ächzen unter Schulden, Sparanstrengungen und hoher Arbeitslosigkeit. Wichtige volkswirtschaftliche Kennzahlen zeigen: Reformen wirken. Anleger können davon profitieren.

Portugal hat genug. Das Land hat in der Schuldenkrise 78 Milliarden Euro aus den Rettungstöpfen von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds erhalten. Diese Kredite laufen am 17. Mai aus. Dann will Portugal ohne Rettungsschirm auskommen und sich über die Kapitalmärkte eigenständig mit frischem Geld versorgen. Selbst auf einen vorsorglich vereinbarten Kreditrahmen will das Land verzichten

Wolfgang Schäuble attestierte der Regierung bereits, die vergangenen drei Jahre gut genutzt und umfangreiche Reformen umgesetzt zu haben. Mit dieser Meinung ist der Bundesfinanzminister nicht allein. Die Krisenländer der Euro-Zone sind nach Meinung vieler Experten auf einem guten Weg, sich wieder aus eigener Kraft finanzieren zu können.

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Zur Erinnerung: Nach Ausbruch der Finanzkrise hatten sich die Blicke auf die Anleihenmärkte gerichtet. Die staatlichen Rettungsmaßnahmen für Banken ließen die Verschuldung der Länder in die Höhe schnellen, zugleich rutschten sie in eine tiefe Rezession. Und das wirkte sich auch auf die Zinsen aus.

Bis dahin hatte es kaum Zinsunterschiede für jene Euro-Staaten gegeben, die sich durch die Ausgabe von Staatsanleihen Geld am Kapitalmarkt verschaffen wollten. Doch nun unterschied der Markt plötzlich sehr genau.

Pleitekandidat Griechenland musste für neue Staatsanleihen Zinssätze von mehr als 20 Prozent akzeptieren, auch für Länder wie Irland, Portugal oder Spanien war die Zeit niedriger Zinsen vorbei. Die Europäische Zentralbank (EZB), Internationaler Währungsfonds (IWF) und die Euro-Partnerländer ließen sich mit Rettungsmilliarden in die Pflicht nehmen.

Weniger Risikoprämien

Dennoch haben sich die Zinsen für Staatsanleihen der Euro-Länder insgesamt deutlich aufeinander zubewegt, die Zinsunterschiede werden zusehends kleiner – obwohl die Kritik an den hohen Schulden und unzureichenden Sparanstrengungen nicht abreißt. In den ersten Monaten des Jahres gab es bei Staatsanleihen der schuldengeplagten Euro-Staaten einen Kaufrausch. Renditehungrige Investoren setzten auf deren vergleichsweise hohe Zinsen.

Treffen von Euro-Finanzministern Portugal verlässt Rettungsschirm ohne Sicherungsnetz

Portugal hat sich für einen „sauberen Abschluss“ seines EU-Hilfsprogramms entschieden. Lissabon will ohne Übergangshilfen auf eigenen Beinen stehen. Die Euro-Finanzminister beraten über das auslaufende Hilfsprogramm.

Portugal will den Euro-Rettungsschirm in diesem Monat ohne Netz und doppelten Boden verlassen. Quelle: dpa

Viele Beobachter glauben: Vor allem das bedingungslose Rettungsversprechen von EZB-Präsident Mario Draghi im Juli 2012 sorgte für deutliche Entspannung. Am Markt für Staatsanleihen setzte sich die positive Entwicklungstendenz seit Jahresbeginn deutlich fort. Die Risikoaufschläge für Anleihen der Krisenländer sanken bereits spürbar. Vom einstigen Ramschniveau haben sich Staatsanleihen der Peripherieländer inzwischen ebenfalls deutlich entfernt.

Vor allem portugiesische Staatsanleihen waren im Frühjahr gefragt. Seit Jahresanfang stiegen die Anleihekurse im Schnitt um 14 Prozent, entsprechend sanken die Anleiherenditen. Bei Anleihen Portugals mit zehn Jahren Laufzeit betrug das Kursplus sogar 20 Prozent. Damit sind die Papiere aus Lissabon bislang die Gewinner des Jahres. Aber auch die Kurse der Staatsanleihen aus Spanien, Italien und Irland legten im Schnitt zwischen fünf und sieben Prozent zu.

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