Schweiz: SNB-Präsident Thomas Jordan: "Franken deutlich überbewertet"

Schweiz: SNB-Präsident Thomas Jordan: "Franken deutlich überbewertet"

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SNB-Präsident Thomas Jordan bei einer Pressekonferenz in Bern.

Der Schweizer Franken ist stark - zu stark, meint der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan. Die Schweiz muss daher noch länger mit negativen Zinsen leben.

Die Negativzinsen in der Schweiz werden nach Worten des Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, angesichts der anhaltenden Franken-Stärke zunächst beibehalten. "Wir werden in der Schweiz noch eine gewisse Zeit mit den negativen Zinsen leben müssen, damit die Attraktivität des Franken tief bleibt", sagte Jordan der "NZZ am Sonntag".

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Der China-Crash und die Auswirkungen für die Weltwirtschaft. Quelle: Illustration: Dmitri Broido, Foto: Fotolia

Es gebe "immer noch viele Risiken in der Welt, die dazu führen können, dass der Franken immer wieder die Rolle des sicheren Hafens übernimmt". Zwar sei die Krise in Griechenland entschärft worden. Doch sei nun die unsichere Entwicklung in den Schwellenländern, "allen voran China" hinzugekommen.

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Jordan betonte, dass er den Franken weiterhin für "deutlich überbewertet" hält. Für Schweizer Firmen, die mit ausländischen Wettbewerbern konkurrierten, sei dies eine große Herausforderung.

Wirtschaftliche Beziehungen der Schweiz zu Deutschland und der EU

  • Reger Warenaustausch

    Zwischen der Schweiz und der EU besteht ein reger Warenaustausch. Die Schweiz exportierte 2013 nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWI) Waren im Wert von rund 90 Milliarden Euro (54,9 Prozent der Ausfuhren) in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

  • Importe

    Importiert wurden aus den Mitgliedstaaten der EU Waren im Wert von rund 108 Milliarden Euro (74,4 Prozent der gesamten Einfuhren).

  • Viertwichtigster Handelspartner

    Die Schweiz ist viertwichtigster Handelspartner der EU nach USA, China und Russland. Exportiert werden Pharmazeutika, Industriemaschinen, Präzisionsinstrumente, Uhren.

  • Deutschland

    Deutschland ist laut BMWI Zielland für rund ein Drittel der schweizerischen Exporte. Knapp ein Fünftel der schweizerischen Importe stammen aus Deutschland. Deutschland ist somit der mit Abstand wichtigste Wirtschaftspartner der Schweiz.

  • Wichtige Handelsbeziehungen

    Aber auch für Deutschland sind die Handelsbeziehungen zur Schweiz von „enormer“ Bedeutung, schreibt das BMWI auf seiner Webseite. Die Schweiz nimmt demnach in der Rangliste der wichtigsten deutschen Handelspartner den 8. Rang sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen ein.

  • Mehr deutsche Produkte

    2012 hatte die vergleichsweise kleine Schweiz (acht Millionen Einwohner) wertmäßig mehr deutsche Produkte eingeführt als beispielsweise Russland (142 Millionen Einwohner), Japan (127 Millionen Einwohner) oder Polen (38 Millionen Einwohner).

  • Deutsche in der Schweiz

    290.000 Deutsche leben und arbeiten laut BMWI in der Schweiz. Deutsche bilden damit nur noch knapp nach Italienern (15,9 Prozent) die zweitstärkste Ausländergruppe (15,2 Prozent).

Der Franken hatte nach der Aufgabe der Euro-Kursuntergrenze von 1,20 Franken im Januar massiv zugelegt. Jordan gab sich zuversichtlich, dass es nun zu einer Abschwächung kommen könnte. Angesichts der Einigung auf ein drittes Hilfspaket für Griechenland und der damit nachlassenden Unsicherheit in Europa spreche alle für "eine weitere Abschwächung des Frankens".

Zugleich bekräftige Jordan die Bereitschaft der Zentralbank, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren. Dies sei beispielsweise in der zweiten Juni-Hälfte, als die Griechenland-Verhandlungen in einer kritischen Phase waren, geschehen.

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Jordan machte bezüglich einer Normalisierung der Geldpolitik "Lichtblicke am Ende des Tunnels" aus. Zunächst könnten die USA beginnen und dann möglicherweise Großbritannien nachziehen. "Es gibt Anzeichen, dass sich die Wirtschaftsentwicklung im Euro-Raum erholt. Dann könnte sich dort die Geldpolitik normalisieren", sagte der SNB-Präsident. "Das würde uns erlauben, von den negativen Zinsen wegzukommen."

Im zweiten Quartal war die Schweizer Wirtschaft trotz der Franken-Stärke um 0,2 Prozent gewachsen.

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